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Ausgabe 28/2023
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Ministerpräsidentin Dreyer zu Besuch in Wissen

Besuch in der vom Brandanschlag zerstörten Kath. Pfarrkirche Kreuzerhöhung

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde und Stadt Wissen Berno Neuhoff begrüßte die Ministerpräsidentin im Kath. Pfarrheim

Eintrag ins „blaue“ Buch der Stadt Wissen

Kath. Pfarrkirche und Café Kiew waren Stationen - Eintrag ins „blaue“ Buch der Stadt Wissen

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Zunächst informierte sich die Landeschefin über den Brandanschlag und die angelaufenen Restaurierungsarbeiten in der Kath. Pfarrkirche Kreuzerhöhung. Hier gab Dechant Martin Kürten einen detaillierten Überblick über die Schäden. Pfarrer Kürten: „Zur Schadenshöhe und der Dauer der Renovierung können wir immer noch keine genauen Zahlen nennen, weil immer noch nicht klar ist, was aufgrund der enormen Hitzeentwicklung und der Schäden an den Gemälden wieder hergestellt werden kann. Fakt ist, dass der Hochaltar und einige andere Dinge unwiederbringlich verloren sind und die Kosten im sechsstelligen Bereich liegen. Die Restauration wird einige Jahre dauern.“ Die Ministerpräsidentin zeigte sich sichtlich betroffen und wünschte viel Kraft für den Wiederaufbau.

Anschließend ging es zum eigentlichen Ziel des Besuchs, dem Café Kiew in Wissen im Katholischen Pfarrheim. Hier empfing der Leiter des Cafés, der Beigeordnete der Stadt Wissen, Horst Pinnhammer, zusammen mit Bürgermeister Berno Neuhoff und den Beigeordneten der Verbandsgemeinde und Stadt Wissen die Landeschefin.

Im Mittelpunkt stand das Gespräch mit den Frauen und Männern, die zunächst Woche für Woche und jetzt alle zwei Wochen für die fast 400 Menschen aus der Ukraine im Wisserland einen Ort bieten, wo es nicht nur Kaffee und Kuchen gibt, sondern wo man sich trifft und austauscht. Die Frauen aus der evangelischen und der katholischen Kirche arbeiten dem ökumenischen Prinzip folgend seit Jahren zusammen Hand in Hand. Die Erfahrungen sammelten sie 2015 beim Café International an gleicher Stelle. Unterstützt werden sie heute auch von den Beigeordneten aus Stadt und VG Wissen. VG-Beigeordneter Ullrich Jung gab in einer Präsentation einen Überblick über die Aktivitäten und auch, wie über die Partnerschaft zwischen den Städten Wissen und Krapkowice Hilfsgüter und Sachspenden unmittelbar von Wissen in die ukrainische Partnerstadt von Krapkowice gelangen. Geldspenden für die Ukraine-Hilfe werden bei der Verbandsgemeindekasse immer noch angenommen.

Bürgermeister Berno Neuhoff begrüßte zuvor gemeinsam mit Horst Pinhammer die Landeschefin mit den Worten: „Es ehrt uns in Wissen und vor allem die Ehrenamtlichen im Café Kiew, dass sie sich Zeit nehmen, um unsere Arbeit für die Kriegsflüchtlinge im Wisserland persönlich kennenzulernen und über Probleme und Sorgen zu sprechen.“ Im Kath. Pfarrheim finden auch die Sprachkurse statt und vormittags gibt es ein von der VG Wissen initiiertes Angebot für Kinder von ukrainischen Müttern und einer angestellten Tagespflegemutter der VG Wissen. Die beteiligten Frauen und Mütter nahmen an dem Besuch ebenso teil wie die beiden Sprachlehrer sowie die Landtagsabgeordneten Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Matthias Reuber, Pfarrer Martin Kürten (Kath. Kirche) und Marcus Tesch (Ev. Kirche). In der anschließend von Berno Neuhoff moderierten Fragerunde, an der auch ukrainische Frauen teilnahmen und die teilweise übersetzt wurde, ging es auch um praktische Fragen der Integration. Eine ukrainische Ärztin, die ihr Diplomzeugnis nicht mehr hatte, berichtete beispielsweise über die Schwierigkeiten, an Dokumente und Anerkennungen zu gelangen und die hohen Kosten hierfür.

Dreyer machte sich ein Bild im Café Kiew in Wissen, wie sich ukrainische Familien in ungezwungener Atmosphäre austauschen und neuen Lebensmut schöpfen können. Auch die vielen Veranstaltungen, die dort angeboten werden, und die Sprachkurse, die zwei pensionierte Lehrer durchführen, sorgen dafür, dass die geflüchteten Menschen gut ankommen können.

„Wir sind als Landesregierung sehr dankbar dafür, dass viele Kommunen wie die VG und Stadt Wissen sich bereit erklärt haben, Schutz suchende Menschen aufzunehmen. Das ehrenamtliche Engagement trägt wesentlich dazu bei, dass die Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können“, so die Ministerpräsidentin.

Neuhoff und Pinhammer dankten auch den Menschen, die Wohnraum für Flüchtlinge bereitstellen und lobten die gute Zusammenarbeit im Wisserland.

Anschließend trug sich die Ministerpräsidentin ins Buch der Stadt Wissen (Teil 2) ein, das entsprechend den Stadtfarben von Wissen (blau-rot) in blau zu 50 Jahren Stadt Wissen 2019 neu angeschafft wurde, weil das erste Buch mit rotem Einband gefüllt war. Hier hatte sich die Landeschefin beim Besuch 2018 mit dem Bundespräsidenten in Wissen bereits verewigt.