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Ausgabe 28/2026
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Matinée Dorée – ein goldener Vormittag

Die Wissener eigenART präsentiert Jazz, Rhönrad und Film

Die „Matinée Dorée“ im Kulturwerk Wissen beleuchtet die Goldenen Zwanziger aus der Perspektive weiblicher Selbstbestimmung und Aufbruchsstimmung - zwischen Jazzkultur, sportlicher Moderne und dem frühen filmischen Blick auf eine Frau, die ihre Zeit weit hinter sich ließ.

Louis Finest mit dem Jazz-Programm „A Night At The Cotton Club”

Die 6-köpfige Formation „Louis Finest“ wird Auszüge aus ihrem neuen Programm „A Night At The Cotton Club“ vorstellen. Damit wird an die Zeit des New Yorker Jazzclubs erinnert, die von der Jazzmusik der Bands von Jimmy Luncefort, Duke Ellington, Cab Calloway geprägt war. Aber auch die Prohibitionszeit mit Gangsterfiguren wie Al Capone gehörten damals dazu.

Louis Finest spielt Songs aus der Zeit, teils im Originalsound, aber auch immer wieder in Versionen wie sie heute klingen würden. Dabei werden nicht nur die drei Hausbands zitiert, die die Hauptakteure darstellten, sondern auch verschiedene einzelne Künstler, die immer wieder als Gäste im Club auftraten, wie z.B. Billie Holiday, Ella Fitzgerald oder Louis Armstrong.

Das Rhönrad – sportliches Kultobjekt der 20er Jahre

Der Wunsch nach einem trainierten Körper und spielerischen Gemeinschaftserlebnissen brachte in den goldenen Zwanzigern kollektive Inszenierungen hervor, wie zum Beispiel das Rhönradturnen. Dabei wurde ein kullerndes Sportgerät, das aus zwei Reifen in den Dimensionen von Leonardo da Vincis vitruvianischem Menschen bestand, von dem darin eingeklemmten Sportler in Rotationen versetzt. Man wusste nicht so recht, ob der Mensch eingezwängt wirkte oder heroisch über sich hinausrollte, aber verführerisch war die durchaus skurril wirkende Eleganz des Rhönrads auf jeden Fall.

Im Kulturwerk präsentierten Turnerinnen des DJK Wissen-Selbach TV 1922 e.V., die in der Vergangenheit u.a. die deutsche Vizemeisterschaft oder Rheinland-Pfalz-Meisterschaft für sich entscheiden konnten, Darbietungen dieser faszinierenden Sportart.

Filmvorführung im Anschluss: Fräulein Stinnes fährt um die Welt

Clärenore Stinnes, Tochter des Industriellen Hugo Stinnes, war eine der erfolgreichsten Rennfahrerinnen ihrer Zeit. Nach Siegen bei bedeutenden Automobilrennen startete sie 1927 im Alter von nur 26 Jahren zu einer Weltumrundung mit dem Auto – durch Regionen, in denen zuvor noch nie ein Automobil unterwegs gewesen war. Begleitet wurde sie vom schwedischen Kameramann Carl-Axel Söderström, der die fast zweijährige Reise filmisch dokumentierte.

Auf Grundlage seiner historischen Filmaufnahmen und Tagebücher entstand 2009 der Spielfilm „Fräulein Stinnes fährt um die Welt“ mit Sandra Hüller in der Hauptrolle. Der Film verbindet originale Dokumentaraufnahmen mit nachgestellten Spielszenen und erzählt von einer außergewöhnlichen Expedition über zugefrorene Seen, durch die Anden und über unwegsames Gelände – lange bevor es dort ein ausgebautes Straßennetz gab. Die historischen Aufnahmen vermitteln dabei einen einzigartigen Blick auf eine Welt, die vom modernen Tourismus noch unberührt war.

Die Veranstaltung findet am Sonntag, den 19. Juli 2026 um 11 Uhr im kulturWERKwissen, Walzwerkstraße 22 in 57537 Wissen statt. Sitzplätze an Bistrotischen sind im Vorverkauf für 7 Euro in allen Reservix-Vorverkaufsstellen, u.a. im der buchladen in der Maarstraße in Wissen, unter kulturwerk-wissen.de sowie über die Ticket-Hotline 069 90 28 39 86 erhältlich. Mitglieder des Fördervereins kulturWERKwissen e. V. erhalten freien Eintritt. Veranstalter ist die kulturWERKwissen gGmbH in Kooperation mit der Wissener eigenART.