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Ausgabe 35/2026
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Schließung von DALEX – Berno Neuhoff: Ein großer Verlust für den Wirtschaftsstandort Wissen

Die Nachricht von der vollständigen Schließung der Firma DALEX macht uns tief betroffen. Hierzu nimmt Bürgermeister Neuhoff in einer Pressemeldung ausführlich Stellung:

„Für unsere Stadt ist dies ein schmerzlicher Verlust. Aktuell verlieren insgesamt 44 Menschen endgültig ihre Arbeit. Bereits im vergangenen Jahr war die Ankündigung, die Fertigung nach Thüringen zu verlagern, ein schwerer Einschnitt für den Standort. Damals wurde dieser Schritt von der Geschäftsführung als notwendige Maßnahme dargestellt, um das Unternehmen „fit für die Zukunft“ zu machen. Deshalb haben wir trotz aller Herausforderungen und Befürchtungen darauf vertraut, dass der Standort eine Perspektive hat.

Umso größer ist die Bestürzung über die jetzige Entwicklung. Nach unserem Kenntnisstand befand sich DALEX auf der Suche nach Investoren, um das Unternehmen und den Standort langfristig zu sichern. In diesem Zusammenhang gab es auch konkrete Anfragen an uns zu Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten. Als Stadt Wissen haben wir diese Gespräche gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung des Kreises, die ergänzend zur Arbeitsagentur auch ein Unterstützungsangebot für die arbeitssuchenden Produktionsmitarbeiter von DALEX entwickelt hatte, eng begleitet und unsere Unterstützung zugesagt.

Erst in der letzten Woche standen wir mit dem Energieversorger im Austausch, um die Möglichkeiten eines leistungsfähigen Stromanschlusses für alternative Standorte zu besprechen - ein weiterer Baustein, um die Zukunft des Unternehmens am Standort bzw. in der Region zu unterstützen. Kürzlich hatten wir einen weiteren Gesprächstermin mit der Geschäftsführung sowie der städtischen und der kreisweiten Wirtschaftsförderung.

Die wirtschaftlich schwierige Lage hat schon länger auch die Unternehmen in unserem Landkreis erreicht. Die Schließung von DALEX ist deshalb weit mehr als das Aus eines Unternehmens. Mit DALEX verliert unsere Stadt einen traditionsreichen Industriebetrieb, dessen Name seit 115 Jahren untrennbar mit dem Wirtschaftsstandort Wissen verbunden ist. Über Generationen hinweg hat das Unternehmen Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen, Innovationen hervorgebracht und die industrielle Entwicklung unserer Region mitgeprägt. Dass diese lange Firmengeschichte nun endet, macht uns sehr betroffen.

2002 ging das Unternehmen DALEX-Werke Niepenberg GmbH & Co. KG in die Insolvenz, in deren Rahmen sämtliche Tochtergesellschaften aufgelöst und der Kernbetrieb neu aufgeteilt wurden. Die Widerstandsschweißtechnik unter der Marke „DALEX“ wurde durch eine Gruppe von Wissener Unternehmern übernommen und in die DALEX-Schweißmaschinen GmbH & Co. KG überführt, welche unter dem Namen DALEX GmbH zu den führenden Anbietern auf ihrem Gebiet gehörte und sowohl Standard- als auch Sonderanlagen fertigte. Nach einer weiteren Insolvenz in Eigenverwaltung im Jahr 2023 wurde der Geschäftsbetrieb an die Max Valier Holding verkauft und firmiert seitdem als DALEX Automation & Welding GmbH. Am 27.04.2026 wurde dann erneut ein Insolvenzantrag gestellt und am 01.07.2026 das Insolvenzverfahren eröffnet. Dies führt nunmehr zum 31.07.2026 zur Liquidation des Unternehmens. Aus meiner Sicht hat die Entwicklung nach dem Verkauf durch die Wissener Unternehmer leider nicht den erhofften Verlauf genommen. Die wirtschaftliche Krise im Maschinenbau, national wie international, kam hinzu.

Mein Mitgefühl, aber auch mein Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die über Jahre das Unternehmen geprägt und mit ihrer Schaffenskraft am Laufen gehalten haben. Viele von ihnen haben ihr gesamtes Berufsleben oder mehrere Jahrzehnte bei DALEX verbracht und verfügen über eine außergewöhnlich hohe fachliche Qualifikation. Hinter dieser Entscheidung stehen viele persönliche Schicksale, Familien und große Sorgen um die berufliche Zukunft. Wir sind überzeugt, dass ihre Erfahrung, ihr Fachwissen und ihr Engagement in unserer Region dringend gebraucht werden und gute Chancen bestehen, viele dieser hochqualifizierten Fachkräfte in der heimischen Wirtschaft zu halten.“