Vergangene Woche wurde im kulturWERKwissen der kommunale Wärmeplan der Verbandsgemeinde Wissen im Rahmen eines Bürgerforums der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Verbandsgemeinde Wissen ist nach dem Wärmeplanungsgesetz des Bundes und des rheinland-pfälzischen Landesgesetzes zur Ausführung des Wärmeplanungsgesetzes zur Aufstellung des Wärmeplans bis zum 30.06.2028 verpflichtet. Bürgermeister Berno Neuhoff begrüßte die anwesenden Bürgerinnen und Bürger des Bürgerforums mit den Worten: „Wir freuen uns, dass der Wärmeplan für das Wisserland verabschiedet wird. Heute ist Zeit für Ihre Fragen und Anregungen.“
Die Ergebnisse des aufgestellten Wärmeplans wurden von den Projektverantwortlichen der beauftragten Rhein-Sieg Netz GmbH, Martin Vogler und Alexander Ulcyfer, die wesentlichen Ergebnisse der Wärmeplanung vorgestellt. Dem aufgestellten Zielszenario zufolge sollen die für die Wärmeerzeugung entstehenden Emissionen bis zum Zieljahr 2045 um rund 90 % reduziert werden. Hierfür sind leicht ansteigende Sanierungstätigkeiten im Gebäudebestand sowie der kontinuierliche Austausch fossiler Heizsysteme erforderlich. Derzeit wird im Gebiet der Verbandsgemeinde noch rund 94 % der Wärmeversorgung durch fossile Energieträger gedeckt. Lediglich etwa acht Prozent der Gebäude gelten bereits als vollständig saniert. Ein zentrales Ergebnis der Wärmeplanung ist, dass innerhalb der Verbandsgemeinde derzeit keine Wärmenetze bestehen und auch künftig keine solchen Netze vorgesehen sind. Die Konkurrenzfähigkeit der zentralen Wärmeversorgung durch Wärmenetze gestaltet sich unter Einbeziehung aller Investitions- und Betriebskosten und der anzunehmenden Anschlussquote im Bestandsgebiet gegenüber einer dezentralen Wärmeversorgung schwierig. In der Verbandsgemeinde Wissen wird die Wärmeversorgung daher auch in Zukunft in aller Regel dezentral erfolgen. Dabei werden Wärmepumpen eine wichtige Rolle einnehmen, ein Weg, den bereits jetzt viele Hauseigentümer eingeschlagen haben. Eine vollständig CO2-freie Wärmeversorgung wird man auch 2045 nicht erreichen können. Grund hierfür ist unter anderem, dass derzeit nicht davon ausgegangen werden kann, dass auch die Stromversorgung bis zu diesem Zeitpunkt vollständig CO2-neutral sein wird. Für die gebotene Klimaneutralität werden daher auch Negativemissionsmaßnahmen (z.B. Filterung von CO2 aus der Atmosphäre) notwendig sein.
Im Anschluss an die Vorstellung des Wärmeplans informierte Marc Wienand von der Verbraucherzentrale über die verschiedenen Heizungsalternativen mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen. Besonders interessant waren sicherlich auch die aufgezeigten Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für den Heizungstausch und die Gebäudesanierung.
Zum Abschluss hatten die Besucher Gelegenheit, Fragen an die Referenten zu stellen. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere Fragen zur Installation/Aufstellung von Wärmepumpen und ein möglicher Bau eines Wärmenetzes im Stadtgebiet Wissen.