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Ausgabe 40/2026
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Stadtrat Wissen tagte im Kulturwerk: Zukunftskonzept Innenstadt nahm großen Raum ein

Der Stadtrat Wissen tagte am Donnerstag (24. September), wie bereits am Vortag der VG-Rat, im Foyer des Kulturwerks. Neben der Sachstandsinformation zum Zukunftskonzept Innenstadt stand als weiterer Schwerpunkt die Entscheidung zum kommunalen Waldfriedhof auf der Tagesordnung. Wegen dieses Themas waren zahlreiche Bürgerinnen und Bürger als Zuhörer erschienen.

Bürgermeister Berno Neuhoff eröffnete die Sitzung und erläuterte den Ablauf. Als ersten Punkt rief er die Sachstandsinformation zur Neukonzeption von Citymanagement und Tourismus auf. Hier habe es eine personelle Veränderung gegeben, die sich, so hoffe er und die Verwaltung, positiv auswirken werde. Der bisherige Citymanager Ulrich Noß geht zum 30. September in den wohlverdienten Ruhestand. Bereits seit dem 1. Juli ist Jacqueline Deckers im Amt und wird den Prozess zur Entwicklung der Innenstadt fortsetzen. Ulrich Noß bedankte sich bei Verwaltung und Stadtrat für die Unterstützung, die er über die Jahre erfahren habe. Jacqueline Deckers stellte sich den Ratsmitgliedern vor.

Beratungsbüro erläutert Entwicklungsprozess

Die Vertreterin des beauftragten Beratungsbüros „Stadt + Handel“, Charlotte Möller, erläuterte anschließend die Abläufe des Entwicklungsprozesses. Ziel sei es, so Möller, eine langfristige strategische Grundlage zu schaffen, um die Innenstadt attraktiver zu gestalten. Dazu gehörten neben dem Einzelhandel auch Ruheflächen, auf denen sich Bürgerinnen und Bürger treffen können. Der Entwicklung des Rathausplatzes komme dabei eine entscheidende Rolle zu, so Möller weiter. Der Einzelhandel gerate - das zeige sich in vielen Städten - zunehmend unter Druck. Die Zusammenführung der Bereiche Citymanagement und Tourismus sei daher ein mutiger, aber auch notwendiger Schritt. Stadtentwicklung müsse „ganzheitlich“ gedacht werden, so Möller zum Abschluss.

Kooperationsvertrag mit Jugendagentur verlängert

Als zweiten Punkt behandelte der Rat, wie bereits der VG-Rat am 23. September, den Abschluss des Kooperationsvertrages mit der Katholischen Jugendagentur Bonn gGmbH (KJA). Die KJA betreibt im Auftrag von Stadt und VG-Wissen das Haus der offenen Tür. Der bestehende Vertrag sei, so Bürgermeister Neuhoff, zunächst nur für einen kürzeren Zeitraum geschlossen worden. Um wieder Stabilität und Planungssicherheit zu erreichen, solle er nun erneut eine Laufzeit von fünf Jahren erhalten. In diesem Zusammenhang wies der Bürgermeister darauf hin, dass der Streetworker ein Crowdfunding-Projekt gestartet habe: Ziel sei die Anschaffung eines eigenen Fahrzeugs, um die offene Jugendarbeit sowohl in Wissen als auch in den Ortsgemeinden anbieten zu können. Bislang stand dafür lediglich ein Fahrzeug der KJA auf Leihbasis in den Wintermonaten 2025/2026 zur Verfügung. Dem Kooperationsvertrag stimmte der Rat - mit den auch im VG-Rat besprochenen Ergänzungen - einstimmig zu.

 

Waldfriedhof: Neue Bestattungsformen möglich

Als drittes Thema stand die von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern erwartete Diskussion zum kommunalen Waldfriedhof an. Vorausgegangen waren, so Neuhoff, zahlreiche Gespräche mit verschiedenen Gruppen, darunter auch dem Migrationsbeirat. Zum Hintergrund führte Neuhoff aus: „Das Bestattungsrecht Rheinland-Pfalz wurde zum 27. September 2025 umfassend überarbeitet. Im Zuge dessen wurde in den zuständigen Ausschüssen ein Konzept zur Umgestaltung des Friedhofs erarbeitet. Bestandteil der Neugestaltung ist insbesondere die Einführung weiterer Bestattungsarten, um den unterschiedlichen Wünschen und Bedürfnissen der Bevölkerung nachzukommen.“ Es solle eine Ruhestätte entstehen, wo jede und jeder - unabhängig von Weltanschauung oder Religion - in der gewünschten Form seine letzte Ruhe finden könne. Künftig sind neben den traditionellen Beisetzungsformen auch sogenannte Tuchbestattungen möglich. Der Stadtrat stimmte dem vorgelegten Konzept einstimmig zu.

Vertrag mehrheitlich beschlossen

Im weiteren Verlauf hatte die Versammlung über den städtebaulichen Vertrag zum Bebauungsplan „Am Rödderstein - Wohngebiet Auf der Sieghöhe“ zu entscheiden. Hier kam es zu intensiven Diskussionen, die schließlich zu dem Ergebnis führten, dass der Antrag der Verwaltung mit 14 Ja- zu 5 Nein-Stimmen angenommen wurde.

Einwohnerfragestunde: Kritik am Waldfriedhof-Konzept

Die Einwohnerfragestunde nutzte einer der anwesenden Bürger, um seiner Verwunderung über die Entscheidung zum Waldfriedhof Ausdruck zu verleihen. Er könne nicht nachvollziehen, dass keine gesonderte Fläche für muslimische Gräber ausgewiesen werde. Die Satzung sei sicherlich nicht in „Stein gemeißelt“, stellte er fest. Er regte daher an, die Entscheidung zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu überdenken. (kkö)