Traditionell begann am Altweiber-Donnerstag (12. Februar) die heiße Phase des Straßenkarnevals. Pünktlich um 13.11 Uhr marschierte die Wissener Karnevalgesellschaft 1856 (KG) in geballter Kraft samt Kinderprinzessin und Dreigestirn in Begleitung des Spielmannszugs Alte Kameraden Niederhövels vor dem Rathaus auf, um die Macht an sich zu reißen.
Trotz des Regens waren zahlreiche Zuschauer erschienen. Mit dabei natürlich die Tollitäten mit Kinderprinzessin Franziska I., Prinz Thomas II, Jungfrau Lara und Bauer Andrea nebst Adjutanten. Das Dreigestirn der Session zeigt, was wichtig ist - Familiensinn im Fasteleer. Ein „Familiendreigestirn“ gibt es wohl selten - der Prinz ist der Vater der Jungfrau und der Bruder des "Bauern".
Diese Konstellation symbolisiere nicht nur den Zusammenhalt in der Gesellschaft, sondern zeige, wie traditionelle Werte und närrische Freude über Generationen von der KG-Wissen weitergegeben würden, machte der kurz darauf entmachtete Bürgermeister Berno Neuhoff deutlich. Nachdem der Prinz seine Regierungserklärung verlesen hatte, ging es dem Bürgermeister „an den Kragen“.
Mit der Schlüsselübergabe durch die Obermöhne Judith Steiner des Wissener Rathauses war die Regentschaft sodann auf die Narrenschar übertragen.
Letzte „Erstürmung des „historischen“ Rathauses“
Neuhoff ging darauf ein, dass das Rathaus nunmehr 70 Jahre alt sei und nun ersetzt werde. „Es ist also ein besonderer Moment für uns als Rathausmannschaft.“ Er sei stolz auf die Karnevalsgesellschaft und lud die Gäste und die Aktiven ein, sich im Rathaus aufzuwärmen. Neuhoff lobte erneut die Initiative der vielen Ehrenamtlichen. „Das Ehrenamt ist eine der Grundlagen für unsere Gesellschaft“, so Neuhoff. Natürlich durfte auch die Verleihung verschiedener Karnevalsorden rund um karnevalistische Verdienste nicht fehlen, worauf es mit einem dreifach "Wissen o-jö-jo" weiter im bunten Treiben mit großer Altweiberparty vor dem Wissener Rathaus ging.