Im Rahmen der Sitzung des Verbandsgemeinderats vom 26.01.2026 standen neben der Wahl der neuen Ersten Beigeordneten Iris Wagner (wir berichteten) vor allem die Haushaltsberatungen im Vordergrund.
„Wir stehen finanziell solide dar und erwirtschaften auch in diesem Jahr eine schwarze Null“, stellte der neue Bürgermeister Marvin Kraus in seiner ersten Haushaltsrede fest. Gleichzeitig machte Kraus aber deutlich, wie sich im Laufe der Jahre die Aufgaben der Verbandsgemeinde auch im freiwilligen Bereich intensiviert haben. „Die Verbandsgemeinde Bad Marienberg erbringt in ihren Aufgaben finanzielle Mittel auf Rekord-Niveau“, so der Bürgermeister. „Das ist unser Beitrag zur starken Sicherheit, besten Bildung, zur intakten Infrastruktur und zum wachsenden Wirtschaftsraum“, ist der Verwaltungschef überzeugt. Dass sich die Kommune als lebenswerte Heimat dieses Niveau leisten könne, liege vor allem daran, dass der Wirtschaftsraum Verbandsgemeinde in den vergangenen zehn Jahren deutlich stärker gewachsen sei als die meisten anderen Regionen in der Bundesrepublik. Deshalb ließ es sich der Bürgermeister nicht nehmen, auch den innovativen und heimatverbundenen Unternehmen für ihre Steuerkraft zu danken.
In Summe rechnet die Verbandsgemeinde im Ergebnishaushalt mit Erträgen in Höhe von fast 16,5 Millionen Euro, ebenso hohe Aufwendungen stehen dem Gegenüber, so dass die Kommune voraussichtlich ein positives Ergebnis von 11.500 Euro erwirtschaftet. Im Finanzhaushalt rechnet die Verwaltung mit einem positiven Saldo von circa 700.000 Euro.
„Allerdings schaffen wir den Haushaltsausgleich nur dank der erhöhten Schlüsselzuweisung des Landes“ goss er etwas Wasser in den Wein. „Auf Dauer muss das Ziel sein, weiter gute Rahmenbedingungen für unsere mittelständische Wirtschaft zu schaffen, damit hier vor Ort Wertschöpfung stattfindet“, gab Marvin Kraus die Losung für die Zukunft aus.
„Die Verbandsgemeinde Bad Marienberg investiert seit Jahren auf einem hohen Niveau“, machte der Bürgermeister ebenso deutlich. Insbesondere unter seinem Vorgänger Andreas Heidrich, welcher der Sitzung ebenfalls beiwohnte und in wesentlichen Teilen auch den Haushalt 2026 vorbereitete, habe die Gebietskörperschaft kontinuierlich investiert. „Ob das Freibad in Unnau, die Anbauten an den Grundschulen in Neunkhausen und Hof, die Feuerwehrgerätehäuser in Nistertal, Unnau-Korb und Neunkhausen, aber auch die vielen Fahrzeuge die beschafft wurden, unter Andreas Heidrich wurde vor allem die Lebensqualität in den Dörfern im Blick behalten“, so Marvin Kraus. Wie viel Geld unter Heidrich in die Hand genommen wurde, zeige sich laut dem neuen Behördenleiter auch daran, dass sich die Abschreibungen der Verbandsgemeinde in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt haben.
Diesen Weg möchte die Verbandsgemeinde konsequent weitergehen, so sieht der Investitionsplan für 2026 Ermächtigungen in Höhe von 11 Millionen Euro vor. „Vor allem die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger stehen im Mittelpunkt der Investitionen“, stellte der Bürgermeister fest und meint damit unter Anderem Maßnahmen zur Notstromversorgung und Waldbrandbekämpfung.
Positiv bewertete er zudem die Förderung aus dem Regionalen Zukunftsprogramm (R.Z.N.) in Höhe von 3,1 Mio. €, mit der zahlreiche Projekte der Verbandsgemeinde, Stadt und Ortsgemeinden und von Vereinen gefördert werden.
Abschließend bat Kraus die Fraktionen um Zustimmung zum Etat 2026.
Für die CDU-Fraktion sah Dr. Kai Müller eine Zeitenwende in der Verbandsgemeinde. „Das Gute vorweg: Der Ergebnishaushalt ist ausgeglichen“, begann er seine Stellungnahme zum Haushalt 2026. Angesichts der stark gesunkenen Gewerbesteuer und der daraus resultierenden geringeren Umlagegrundlage könne man den Haushalt nur über die Schlüsselzuweisung ausgleichen. Dies könne nicht dauerhaft so sein, stimmte er dem Bürgermeister zu. Die CDU wolle den Wirtschaftsstandort weiter stärken durch optimale Rahmenbedingungen für die Betriebe. Ob die ausgewiesenen Kredite in Höhe von 4,8 Mio. € tatsächlich in dieser Höhe in Anspruch genommen werden müssten, wisse man zur Stunde noch nicht, es brächen aber in der Verbandsgemeinde Bad Marienberg neue Zeiten an. Allein der Neubau des Feuerwehrhauses Bad Marienberg sei die größte Einzelmaßnahme in der Verbandsgemeinde außer der Sanierung des MarienBades. Trotzdem dürfe man deshalb die Infrastruktur nicht vernachlässigen. „Die CDU-Fraktion sagt ja zum Haushalt 2026“, schloss er.
Karten Lucke (SPD) sprach von unaufgeregten Haushaltsberatungen. Auch wenn die Wirtschaftskraft nach unten gegangen sei, könne man die Kernaufgaben erfüllen und sich viele freiwilligen Leistungen vorhalten. Dies werde sich aber eines Tages ändern. Dann müsse man auch über Kürzungen reden. Wie Kai Müller dankte er der Mitarbeiterschaft, die die Maßnahmen Feuerwehrhaus Bad Marienberg und Sanierung MarienBad gut begleiteten und signalisierte die Zustimmung seiner Fraktion zum vorliegenden Zahlenwerk.
Bevor er ins Detail ging, stattete auch Thomas Zadro für die Fraktion Bündnis90/Die Grünen der Belegschaft der Verbandsgemeindeverwaltung einen großen Dank ab: „Sie machen einen guten Job“, sagte er.
„Wir müssen Daseinsvorsorge für unsere Bürgerschaft betreiben, dazu gehören manchmal auch Kredite um große Dinge zu bewegen“, bewertete er die eingeplanten Kredite unaufgeregt. Seine Fraktion werde dem Entwurf deshalb zustimmen.
Auf die Wirtschaftspläne 2026 der Eigenbetriebe Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung gingen Gerd Schimmelfennig (CDU), Artur Schneider (SPD) und Thomas Zadro (Bündnis 90/Die Grünen) ausführlich ein. Sie nannten die größten geplanten Maßnahmen in beiden Betriebszweigen. Hierzu folgt ein gesonderter Bericht.
In der anschließenden Abstimmung verabschiedete der Verbandsgemeinderat einmütig den Haushalt sowie die Wirtschaftspläne 2026 der Eigenbetriebe Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung 2026.
Verbandsgemeindeverwaltung