Jungen stecken Weidenruten in einen Entwässerungsgraben. Fotorechte: Landesforsten.RLP.de/ Clara Steinebach
Teilnehmerinnen bereiten die Schutzhüllen aus Maisstärke für die frisch gepflanzten Bäume vor. Fotorechte: Landesforsten.RLP.de/ Clara Steinebach
Gepflanzte und geschützte Baumgruppen und ein Stauwerk in einem Entwässerungsgraben in Gehlert. Fotorechte: Landesforsten.RLP.de/ Clara Steinebach
Am 21. März 2026 fanden an zwei Standorten gelungene Mitmach-Aktionen statt, die sich dem wichtigen Thema des Wasserrückhalts im Wald widmeten. Freiwillige engagierten sich auf Projektflächen im Naturschutzgebiet Nauberg sowie im Quellgebiet des Rothenbachtals im Gemeindewald Gehlert, wo derzeit ein großer Schwammwald mit angrenzender Moorrenaturierung entsteht.
Bereits im letzten Jahr war die Aktion ein voller Erfolg, sodass sich die Mitarbeitenden des Forstamts und Waldbildungszentrums in Hachenburg dazu entschieden haben, die Aktion zu erweitern. In diesem Jahr nahmen über 45 engagierte Personen teil – vom Kindergartenkind bis zu engagierten Rentnerinnen und Rentnern –, um gemeinsam historische Entwässerungsgräben mit heimischem Holz, Ästen und Moos zu verschließen.
„Man kann dem Wald auch mal etwas zurückgeben und gleichzeitig den Profis über die Schulter schauen. Ich bin immer offen dafür, Neues über den Wald zu erfahren. Vor allem interessiert mich, wie Landesforsten mit dem Wald in der Klimakrise umgeht“, so einer der engagierten Teilnehmer.
Da Wasser bei starken Regenfällen in unserer Kulturlandschaft immer weniger gespeichert werden kann, sind Wassermangel und Dürreschäden im Hochsommer sowie Hochwasserereignisse bei Starkregen immer häufiger zu beobachten. „Wenn wir dem Wasser keinen Platz geben, dann wird es ihn sich nehmen“, sagt Monika Runkel, Leiterin des Forstamts und Waldbildungszentrums.
Die Mitarbeitenden in Hachenburg entwickeln verschiedene praktische Methoden, um diesem Problem entgegenzuwirken. Einer dieser Lösungsansätze ist das Verschließen historischer Entwässerungsgräben, die früher dazu dienten, Wasser aus dem Wald abzuleiten, um das Anlegen großflächiger Fichtenkulturen zu ermöglichen.
Neben dem Bau natürlicher Staustufen aus Rundhölzern, die das Wasser im Wald zurückhalten, damit es dort versickern kann, wurden die Gräben zusätzlich mit Baum- und Straucharten bepflanzt, die feuchte Standorte bevorzugen. Dazu gehören zum Beispiel die Schwarzerle, der Wasserschneeball und verschiedene Weidenarten. Sie fördern die Durchwurzelung des Bodens und sichern künftig den natürlichen Grabenverschluss, indem sie die Bildung von Humus fördern.
„Wir befinden uns im Quellbereich des Rothenbachs, der bei starkem Regen zu Hochwasserschäden in den Anliegergemeinden und im Hachenburger Stadtteil Altstadt führen kann. Gleichzeitig ist Wasser eine wichtige Ressource für unsere Natur und uns Menschen. Die Qualität des Trinkwassers aus dem Wald ist stark abhängig von seiner Baumartenzusammensetzung“, erklärt Revierleiter Martin Keßler den Teilnehmenden in Gehlert, die Baumarten für einen zukunftsfähigen Feuchtwald pflanzten.
Die Aktion bot eine tolle Gelegenheit für Jung und Alt, aktiv und gemeinschaftlich etwas für den Wald zu tun und gleichzeitig mehr über die Bedeutung von Wasser im Wald sowie über die Auswirkungen der Klimakrise auf das empfindliche Ökosystem zu erfahren. „Unsere Teilnehmenden lernen mit Kopf, Herz und Hand, wie wichtig es ist, für den Wald aktiv zu werden“, sagt Marie-Christine Donath, Bildungsreferentin des Forums Wald und Gesellschaft.
Ein Vater, der mit seinem Sohn am Nauberg unterstützt hat, sagte während der Arbeit: „Wir sind bei der nächsten Aktion auf jeden Fall wieder dabei. Die Kinder kommen raus und lernen gleichzeitig etwas über unsere Natur!“
Das Forum Wald und Gesellschaft als Teil des Forstamts und Waldbildungszentrums in Hachenburg hat bereits weitere Aktionen und Veranstaltungen geplant und hofft auf eine rege Beteiligung aller am Wald interessierten Menschen. Es sollen neue Bildungsformate und Raum für Austausch entstehen. Beides lebt auch von Ihren Ideen und Vorschlägen. Sie können sich mit Themen und Fragen rund um den Wald, die Sie beschäftigen, auch direkt an das Forum Wald und Gesellschaft wenden: forumwug@wald-rlp.de
Gemeinsam können wir viel bewirken und unseren Wald der Zukunft gestalten.