Balzende Haubentaucher / Foto: Markus Dötsch
Herstellung Kräutersalz / Foto: NABU/Marion Wasser
Freilingen - Einfach mal innehalten und bewusst die Natur um sich herum wahrnehmen. Was im Alltag oft nur schwer gelingt, soll im Rahmen der Exkursionen des Projektbüros des NABU Rheinland-Pfalz an der Westerwälder Seenplatte erlebt werden. Hierzu wurde auch für das Jahr 2026 ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.
„Wir wollen Menschen für die einzigartige Natur der Westerwälder Seenplatte begeistern, gleichzeitig aber auch für die Schutzwürdigkeit dieses wertvollen Lebensraums sensibilisieren“, erklärt NABU-Projektmitarbeiterin Anna Huhn.
Am 12. April startete das Exkursionsprogramm mit einem „Vogelkonzert am Morgen“. Bei der Vogelstimmenwanderung rund um Hofmanns- und Haidenweiher wurden dank der geschulten Ohren und Augen von Naturschutzexperte Marcel Weidenfeller vom NABU Hundsangen sage und schreibe 52 Vogelarten entdeckt. Ein paar davon, wie z. B. Blau- und Kohlmeise, sind vielen Menschen wohl bekannt. Andere hingegen stellen in Rheinland-Pfalz mittlerweile leider eine Rarität dar. Darunter die vom Aussterben bedrohten Arten Rot- und Schwarzhalstaucher. Diese Beobachtungen machen deutlich, wie wertvoll der Lebensraum Westerwälder Seenplatte ist und wie wichtig dessen Schutz ist. Ein Paar balzender Haubentaucher bildete zum Abschluss der Exkursion ein besonderes Highlight und begeisterte die Exkursionsteilnehmenden.
Eine Woche später führte Wildkräuterpädagogin Lena Schneider mit vielen interessanten und überraschenden Anekdoten durch die Kräuterküche der Westerwälder Natur. Neben dem Erkennen und Bestimmen der Pflanzen sowie zahlreichen Verwendungstipps, standen auch praktische Handgriffe aus der Wildnispädagogik im Mittelpunkt. Ein Highlight war das kreative Formen einer „Brennnessel-Praline“ - ein überraschend schmackhaftes Erlebnis, das Mut und Neugier belohnte. Abgerundet wurde die Wanderung durch einen kulinarischen Teil: Gemeinsam wurde ein aromatisches Kräutersalz hergestellt. Bei einer gemütlichen Verkostung mit knusprigem Brot und einer angesetzten Kräuterlimonade konnte die Vielfalt der gesammelten Schätze mit allen Sinnen genossen werden.
Die nächste Exkursion findet am 24. Mai statt und beleuchtet die Historie der Westerwälder Seenplatte. Am 14. Juni folgt ein botanischer Streifzug durch die Wälder am Hofmannsweiher. Interessierte können sich auf der Webseite des NABU-Projektbüros über Details zu den Exkursionen und über weitere Termine informieren: www.seenplatte-westerwald.de
Anmeldungen bitte unter 0160 7532 830 (Montag bis Donnerstag) oder Anna.Huhn@NABU-RLP.de.
Die Exkursionen finden im Rahmen des Projektes „Natürlich mehr Se(h)en“ statt, das vom Land Rheinland-Pfalz mit Mitteln des Entwicklungsprogramms Eulle gefördert und durch die Europäische Union kofinanziert wird.