Das Frauenhaus Westerwald konnte 2025, dank einer Förderung des Landes, das bereits bestehende Angebot der Frauen*beratung erweitern und eine neue Mitarbeiterin einstellen. Die Frauen*beratung Westerwald, Fachstelle für gewaltbetroffene Frauen, berät Frauen die in engen sozialen Beziehungen Gewalt erleben, von Stalking betroffen sind oder denen eine Zwangsverheiratung droht. Die Beratung findet unabhängig von einer Aufnahme im Frauenhaus statt.
Die neue Mitarbeiterin der Beratungsstelle, berichtet über ihre Arbeit:
Bei uns melden sich betroffene Frauen, Angehörige, Kolleg*innen und Fachkräfte. Wir schauen dann individuell, was gerade benötigt wird. Viele Frauen wissen wenig über ihre Rechte und häufig fällt es ihnen schwer die Gewalt zu bennen. Aus Scham, aber auch weil Gewalt sich oft nach und nach einschleicht.
Gewalt in engen sozialen Beziehungen beginnt selten mit Schlägen oder Tritten. Betroffene sind meist über Monate und Jahre psychischer Gewalt ausgesetzt. Dazu gehört zum Beispiel soziale Isolation: Freund*innen und Familie werden schlecht gemacht oder Kontakte kontrolliert, auch durch Spyware auf dem Handy. Sehr häufig sind auch ständige Abwertungen, die das Selbstbewusstsein der Betroffenen schwächen. Auch die Kontrolle der finanziellen Mittel ist leider immernoch Realität.
Da viele Täter freundlich und offen auftreten, sind diese Gewaltformen von außen sehr schwer zu erkennen und betroffene Frauen berichten davon, dass sie Angst haben, dass ihnen nicht geglaubt wird.
Ein Teil unserer Beratungsarbeit ist neben der Informationsweitergabe deshalb auch immer die Stärkung der eigenen Wahrnehmung und die Ermutigung für sich selbst ein zu stehen.
Wenn Frauen sich bei uns melden geht es manchmal darum möglichst schnell einen sicheren Ort, wie ein Frauenhaus, zu organisieren. Oft steht für die Betroffenen zunächst jedoch im Vordergrund, sich zu sortieren und überhaupt über die Gewalterfahrungen zu sprechen. Wir schauen immer im Tempo der Betroffenen, welche Schritte möglich und gewünscht sind. Sie selbst können die Situation und ihre Gefährdungslage am besten einschätzen.
In einige Fällen helfen die Möglichkeiten des Gewaltschutzgesetzes, wie das Kontakt- und Näherungsverbot oder der Einbezug des Umfeldes, um die Situation nachhaltig zu verbessern.
Wir beraten persönlich in Hachenburg, wenn die Beratungsstelle dort für die Betroffene nicht zu erreichen ist, kooperieren wir auch mit anderen Einrichtungen in der Region, oder treffen uns auch schonmal auf einen Spaziergang in der Nähe der Betroffenen. Wir beraten natürlich auch telefonisch und per Mail. Wir haben das Glück neben deutsch, auch auf englisch, französisch und russisch beraten zu können. Für weitere Sprachen können wir einen Dolmetscherdienst anfragen.
Da wir häufiger im Termin sind, sind wir nicht immer auf Anhieb zu erreichen. Wir rufen aber gerne zurück, wenn uns eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen wird. Für manche Frauen kann ein Rückruf gefährlich sein, deshalb gibt es darüber hinaus jeden Dienstag von 11Uhr bis 12Uhr die Möglichkeit uns in unserer Telefonsprechstunde zu erreichen, oder jeden 1. Donnerstag im Monat von 10 bis 12 Uhr zu unserer offenen Sprechstunde in Hachenburg vorbei zu kommen. Zukünftig soll es auch verschiedene Gruppenangebote, wie zum Beispiel Selbstbehauptungskurse geben.
02662/9466630
015129579445
frauenberatung-westerwald@t-online.de
www.frauenhaus-westerwald.de/beratung
Jede Frau* hat das Recht auf ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben!