(Fotos: Marco Leicher)
Montabaur/Tonnerre. Europäische Freundschaft lebt vom persönlichen Austausch – und manchmal gehört dazu auch ein gutes Glas Wein. Am Wochenende des 22. und 23. August 2026 besuchte Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher gemeinsam mit ihrem Mann die französische Partnerstadt Tonnerre. Dort wurde sie von Bürgermeister Cédric Clech sowie seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herzlich empfangen.
Die Städtepartnerschaft zwischen Montabaur und Tonnerre besteht bereits seit 1970 und steht damit seit mehr als fünf Jahrzehnten für gelebte deutsch-französische Freundschaft. Der persönliche Austausch der Verantwortlichen beider Städte ist dabei ein wichtiger Baustein, um diese Verbindung auch für die Zukunft lebendig zu halten.
Begleitet wurde Melanie Leicher bei ihrem Besuch von Rita Krock als stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft e. V.. Gemeinsam mit den Gastgebern erkundeten sie die Stadt und erhielten bei einer Stadtführung interessante Einblicke in Geschichte und Gegenwart Tonnerres. Ein besonderes Highlight war die „Fosse Dionne“, die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt. Die beeindruckende Karstquelle liegt mitten in der historischen Altstadt und diente früher unter anderem als öffentlicher Waschplatz.
Am Samstagabend wurde es dann besonders französisch – und zugleich ausgesprochen feierlich: Melanie Leicher und Rita Krock wurden in die traditionsreiche Weinbruderschaft „Foudres Tonnerrois“ aufgenommen. Die Aufnahme in die Bruderschaft ist eine besondere Auszeichnung und Ausdruck der Verbundenheit mit der Weinregion und ihrer traditionsreichen Kultur. „Ich hätte nicht gedacht, dass eine Städtepartnerschaft auch so angenehme diplomatische Aufgaben bereithält“, scherzte Melanie Leicher angesichts der feierlichen Aufnahme.
Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Geschichte. Tonnerre begeht alljährlich den Tag der Befreiung, der an die Befreiung der Stadt von der deutschen Besatzung im August 1944 erinnert. Die Gedenkveranstaltung ist ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Lebens in Tonnerre und macht zugleich deutlich, welche Bedeutung die deutsch-französische Aussöhnung für das heutige Europa hat.
Gemeinsam mit Bürgermeister Cédric Clech legte Melanie Leicher im Rahmen der Gedenkfeier einen Kranz nieder. Damit setzten beide Bürgermeister ein gemeinsames Zeichen des Erinnerns und der Verbundenheit.
„Gerade bei einem solchen Gedenktag wird deutlich, was aus der Geschichte unserer beiden Länder entstanden ist: Aus ehemaligen Gegnern sind Freunde und Partner geworden. Städtepartnerschaften sind gelebte Demokratie und gelebtes Europa – sie schaffen persönliche Begegnungen, Verständnis füreinander und Vertrauen“, betonte Melanie Leicher.
Auch Bürgermeister Cédric Clech unterstrich die Bedeutung des regelmäßigen Austauschs zwischen beiden Städten. Der Besuch bot Gelegenheit, über aktuelle Entwicklungen zu sprechen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und die bestehenden Kontakte weiter zu vertiefen.
Für Melanie Leicher war es zugleich der erste Besuch in Tonnerre als Stadtbürgermeisterin. „Ich habe mich über die herzliche Gastfreundschaft und die vielen persönlichen Begegnungen sehr gefreut. Städtepartnerschaften funktionieren nicht allein durch offizielle Vereinbarungen auf dem Papier. Sie leben davon, dass Menschen miteinander sprechen, gemeinsam etwas erleben und auch einmal miteinander lachen.“
Und so dürfte das Wochenende in Tonnerre einmal mehr gezeigt haben, dass Diplomatie nicht immer im Sitzungssaal stattfinden muss: Manchmal beginnt sie bei einer Stadtführung, wird bei einer gemeinsamen Gedenkfeier sichtbar – und endet bei einem guten Glas Wein.