Der Einladung des Vereins Keramik Erleben am Internationalen Museumstag, Sonntag, 17.05.26, sind zahlreiche Personen gefolgt. Ca. 20 Interessierte wohnten der Lesung von Roland Giefer aus seinem neuen Buch „Es ist nicht alles Salz, was glänzt“ bei. Auswahlweise stellte er einige Keramikschaffende aus Höhr-Grenzhausen vor, die im traditionellen Viertel in Grenzhausen, in der Brunnenstraße, ansässig sind.
Mit dem Hinweis auf den Jahrtausende alten Umgang mit Ton, gehört das Töpferhandwerk zum ältesten kulturellen Ausdruck der Menschheit und ist in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen worden. Jenseits von Gebrauchskeramik wurden immer schon individuelle Kunstgegenstände geschaffen. Dieser Wunsch, den Ton zu formen, zu dekorieren und zu glasieren, wird auch heute unverändert von Menschen umgesetzt. Das Ermutigende an den Menschen in den verschiedenen Ateliers in Höhr-Grenzhausen und anderswo ist, dass sie dieses schöpferische Handwerk praktizieren, obwohl das rein wirtschaftliche Überleben damit, nicht so leicht ist.
Hierzu ein Zitat von der Keramikerin Marlen Schulze:
„Mich fasziniert der unermessliche Reichtum an Erscheinungsformen in der Keramik. Aus jeder Hand entsteht etwas Eigenes, ganz Persönliches. Das Arbeiten mit Ton erfordert Geduld, Langsamkeit, innere Ruhe und Aufmerksamkeit, auch Spontaneität und Entschlussfreudigkeit. Es ist ursprünglich und naturverbunden, besinnlich und etwas entrückt von der heutigen, schnelllebigen Zeit.“
Was das Besondere an Ort Höhr-Grenzhausen als traditionelle Keramikstadt angeht, ist auch die lange Tradition im Bereich der schulischen Ausbildung (BFZK) zu nennen und seit dem 31.10.2025 die Mitgliedschaft im weltweiten Netzwerk der UNESCO Creative Cities, als 1. Kreativstadt des Handwerks in Deutschland.
Das in vielerlei Hinsicht interessante und einzigartige Buch von Roland Giefer ist für 39,-€ im Museum am Alten Kannenofen zu erhalten.