Wie müssen Räume aussehen, damit zeitgemäßes und selbstorganisiertes Lernen gelingen kann? Mit dieser Frage im Gepäck machte sich eine große Gruppe der Erich Kästner Realschule plus auf den Weg nach Koblenz. Dort besuchten wir das Zukunftslabor.Lernen des Pädagogischen Landesinstituts Rheinland-Pfalz.
Mit dabei waren 13 Kolleginnen und Kollegen, eine Schülerin und ein Schüler der zehnten Klasse sowie eine Vertreterin unseres Schulelternbeirates. Diese Zusammensetzung war uns besonders wichtig: Schulentwicklung soll an der EKS nicht nur über Schülerinnen und Schüler sowie Eltern hinweg gedacht werden, sondern möglichst gemeinsam mit ihnen.
Das Ende 2025 eröffnete Zukunftslabor.Lernen bietet auf rund 300 Quadratmetern die Möglichkeit, ganz unterschiedliche Formen des Lernens und Arbeitens zu erleben. Flexible und modulare Möbel schaffen Bereiche zum Ankommen und Austauschen, für Präsentationen, für Einzel- und Gruppenarbeit sowie für konzentriertes Arbeiten und Rückzug.
Doch bei unserem Besuch ging es ausdrücklich nicht nur darum, außergewöhnliche Schulmöbel anzuschauen. Wir konnten die verschiedenen Lernräume selbst erproben. In praktischen Arbeitsaufträgen wechselten wir immer wieder die Perspektive und erlebten, welchen Einfluss ein Raum darauf haben kann, wie wir miteinander arbeiten, kommunizieren, uns konzentrieren oder gemeinsam Lösungen entwickeln.
Im Mittelpunkt stand dabei die Idee vom „Raum als drittem Pädagogen“. Lernräume sind demnach weit mehr als Klassenzimmer, in denen Tische und Stühle stehen. Ihre Gestaltung kann Lernprozesse unterstützen, unterschiedliche Arbeitsformen ermöglichen und dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler Verantwortung für ihr eigenes Lernen übernehmen.
Mit dem vom Pädagogischen Landesinstitut entwickelten „Steuerrad des Lernens“ beschäftigten wir uns außerdem intensiv mit der Frage, wie Lernkultur, Unterricht und Raumgestaltung zusammenwirken. Dabei entstanden viele Gespräche darüber, welche räumlichen Voraussetzungen wir für die Lernformen benötigen, die wir an unserer Schule zunehmend entwickeln möchten.
Gerade auf unserem Weg als „Schule der Zukunft“ war der Besuch deshalb besonders wertvoll. In unseren fünften Klassen haben wir mit Lernpfaden, Lernbegleitung, selbstorganisierten Lernphasen und unterschiedlichen Lernorten bereits begonnen, Lernen neu zu denken. Wenn sich Lernen verändert, lohnt es sich jedoch auch, die Räume in den Blick zu nehmen, in denen dieses Lernen stattfindet.
Natürlich lässt sich das Zukunftslabor nicht einfach eins zu eins in unsere Schule übertragen – und darum geht es auch nicht. Vielmehr nehmen wir zahlreiche Ideen mit nach Ransbach-Baumbach und möchten nun prüfen, welche davon sich auch mit unseren vorhandenen räumlichen Möglichkeiten Schritt für Schritt umsetzen lassen.
(Fotos: Christian Georg)
Wie können bestehende Klassenräume flexibler werden? Wo können neue Arbeits- und Rückzugsmöglichkeiten entstehen? Welche Möbel unterstützen unterschiedliche Lernformen? Und wie können unsere Schülerinnen und Schüler künftig noch stärker selbst entscheiden, welcher Lernort gerade zu ihrer Aufgabe passt?
Der Nachmittag in Koblenz hat uns viele neue Impulse gegeben – und gleichzeitig bestätigt, dass wir mit unserer Schulentwicklung auf dem richtigen Weg sind.
Schule der Zukunft bedeutet für uns, nicht nur Unterricht neu zu denken. Es bedeutet auch, gemeinsam darüber nachzudenken, wie Schule aussehen muss, damit gutes Lernen möglich wird.
Diesen Weg möchten wir an der EKS Schritt für Schritt weitergehen.