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Hoher Westerwald - Wochenkurier für die Verbandsgemeinde Rennerod
Ausgabe 15/2018
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Kreisel an B 54 im Norden von Rennerod gefordert

Schon seit vielen Jahren wird an dieser Kreuzung im Norden Rennerods ein Kreisel an der B 54 / Alsberg-Kaserne / Pfaffenberg gefordert.

Bürgermeister Gerrit Müller bittet Verkehrsminister um Unterstützung bei Verkehrsprojekt im Bereich der B 54 / Alsberg-Kaserne / Pfaffenberg sowie der Umgehung

Bereits seit vielen Jahren sind die politischen Verantwortungsträger in Verbandsgemeinde Rennerod und Stadt Rennerod wiederholt mit dem Anliegen an den zuständigen Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Diez herangetreten, dass ein Kreisel an der B 54 zwischen Rennerod und dem Stadtteil Emmerichenhain (Höhe Kreuzung B 54 mit Bahnhofstraße / Industriegebiet Alsberg) errichtet wird. Leider wurde dem mehrfach bei Gesprächen gegenüber dem LBM vorgetragenen Anliegen bisher nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet. Auch die Stadt hat kürzlich eine erneute Absage bezüglich dieser Anregung erhalten. Vor diesem Hintergrund hat sich Bürgermeister Gerrit Müller nun an Verkehrsminister Dr. Volker Wissing mit der Bitte um Unterstützung gewandt.

Es besteht folgende Problematik: Im Norden von Rennerod kreuzt die B 54 in westlicher Richtung mit der Bahnhofstraße sowie östlich mit der Zufahrtsstraße „Industriegebiet Alsberg“. Die Bahnhofstraße ist Zubringer zum Industriegebiet Pfaffenberg (mit zahlreichen, stark frequentierten Betrieben) sowie den nördlichen Wohngebieten der Stadt. Über die Zufahrt „Industriegebiet Alsberg“ werden dort ansässige Logistikunternehmen, die Alsberg-Kaserne sowie das Feuerwehrgerätehaus der Verbandsgemeinde-Stützpunktfeuerwehr an die B 54 angeschlossen. Durch die hohe Frequenz an Pkw- und Lkw-Verkehr auf der B 54 sowie im Zufahrts-/Abfahrtsverkehr in die Bahnhofstraße und die Straße „Industriegebiet Alsberg“ ist diese Kreuzung besonders belastet und es entsteht ein aus Sicht der Kommunen erhöhtes Gefährdungspotential. Hinzu kommt, dass die Fahrbahn B 54 und der Kreuzungsbereich an der Stelle besonders weitläufig sind, was insbesondere beim Überqueren der B 54 aus einer der beiden Gemeindestraßen in die jeweils gegenüberliegende Straße eine besondere Herausforderung für die Verkehrsteilnehmer ist.

Die Einsehbarkeit in die B 54 ist von den beiden seitlichen Gemeindestraßen aufgrund eines kurvigen Fahrbahnverlaufs in nördlicher und südlicher Richtung sowie einer ehemaligen Eisenbahnbrücke mit Erdwall im Süden deutlich eingeschränkt. Trotz der Geschwindigkeitsbeschränkung der B 54 auf 70 km/h, die leider oft missachtet wird, stellen die von den Gemeindestraßen auf die Bundestraße langsam einfahrenden schweren Lkw mit Anhängern / Container-Aufliegern eine weitere Gefährdung für den fließenden Verkehr auf der B 54 dar. Bei einer solchen Konstellation sind bereits zwei junge Menschen auf dieser Kreuzung durch Kollision mit einem auf die B 54 auffahrenden Container-Lkw zu Tode gekommen. Von Unternehmern, Vertretern der Bundeswehr und der Feuerwehr sowie Bürgern wurde Bürgermeister Müller oft schon die Notwendigkeit für die Errichtung eines Kreisels in Gesprächen mitgeteilt.

Aus diesem Grund hat sich der Bürgermeister bereits nach seinem Amtsantritt im Oktober 2014 in einem Gespräch mit dem damaligen Leiter des LBM Diez, Herrn Neuroth, und seinem damaligen Stellvertreter und jetzigen Amtsnachfolger, Herrn Nink, den dringenden Wunsch von Verbandsgemeinde und Stadt auf Errichtung eines Kreisels durch den LBM im gegenständlichen B 54-Kreuzungsbereich vorgetragen. Dies geschah auch mit dem Gedanken, dass eine Fahrbahnerneuerung der B 54 zwischen Rennerod und Emmerichenhain bevorstand und der LBM im Rahmen dessen ggf. Synergieeffekte hätte nutzen können. Zumindest die Weite des Kreuzungsbereichs lässt einen Kreiselbau ohne zusätzlichen Grunderwerb zu. Diese Anregung wurde damals von Herrn Neuroth abgewiesen. Herr Nink wurde danach nicht müde zu betonen, dass er einen Kreisel an dieser Stelle für rechtswidrig halte. Über die Ergebnisse einer auf Nachbohren sodann bei diesem Gespräch im Oktober 2014 zugesagten Verkehrsanalyse im B 54-Kreuzungsbereich ist die Verbandsgemeinde zum heutigen Tag nicht informiert worden. „Anstatt diese Anregung für mehr Verkehrssicherheit aufzugreifen und gemeinsam eine Lösung zu suchen, wird der Kreisel mit dem pauschalen Verweis auf entgegenstehende Rechtsnormen oder Richtlinien ohne weitere Begründung vom LBM abgelehnt“, zeigt sich Bürgermeister Müller verärgert.

Der vom LBM geäußerten Ansicht, der Kreisel sei rechtswidrig, lässt sich entgegenhalten, dass auch im südlichen Bereich der Stadt Rennerod (Kreuzung B 54 mit Gewerbegebiet Süd, Konnwiese / Gewerbestraße) ein außerörtlich gelegener Kreisel auf der B 54 (errichtet 2002 / 2003) hervorragend zur Verkehrssteuerung und Verkehrssicherheit beiträgt. Nur wenige Kilometer nördlich von Rennerod im angrenzenden Nordrhein-Westfalen befinden sich im Verlauf der B 54 weitere zwei Kreisel auf dieser Bundesstraße, die beide erst in jüngerer Vergangenheit - zum Teil mit einfachen und trotzdem wirksamen Mitteln - errichtet wurden:

  • Gemarkung Burbach: Kreisel B 54 / gemeindliche Zufahrt zum Siegerland-Flughafen und dem dortigen interkommunalen Gewerbegebiet sowie der L 911 Richtung Lippe / Daaden,
  • Gemarkung Burbach: Kreisel B 54 / L 911, Zufahrt Gewerbegebiet „Rübgarten“.

„Die drei vorgenannten Kreisel in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen regeln identische Verkehrssituationen wie an der B 54 nördlich von Rennerod, Kreuzung Bahnhofstraße / Industriegebiet Alsberg, wo ein Kreiselbau aus seitens des LBM Diez verwehrt wird. Im Gegenteil: Die Verkehrslage im gegenständlichen Bereich in Rennerod ist weitaus unübersichtlicher und die Verkehrsbelastung weitaus höher als an allen drei anderen Kreiselstandorten. Würde man die eigene Rechtsauslegung des LBM Diez hier übertragen, dürfte es - rein objektiv - diese drei Kreisel auch nicht geben. Allerdings funktionieren alle drei und es muss im Umkehrschluss für alle drei auch Wege gegeben haben bzw. geben, dass sie rechtmäßig errichtet und betrieben werden können“, führt der Bürgermeister in seinem Schreiben an Verkehrsminister Wissing aus.

Weiter heißt es: „Nicht zuletzt verkennt der Verweis des LBM, der Kreisel erübrige sich auch wegen des bevorstehenden Baus der B 54 Ortsumgehung, die tatsächliche Sachlage. Denn bis zu deren Fertigstellung werden mit Sicherheit noch viele Jahre vergehen, ohne dass der Kreuzungsbereich in Rennerod durch einen Kreiselbau entschärft und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer auf der B 54 im gegenständlichen Bereich verbessert wurde. Seit vielen Jahren schon wird der Kreisel von kommunaler Seite gefordert und hätte mit geringem Aufwand schon längst verwirklicht werden können. Demgegenüber besteht nach mittlerweile 25 Jahren der Planung bis heute immer noch kein Baurecht für die B 54 - Ortsumgehung Rennerod. Wann ein Planfeststellungsbeschluss hierfür ergeht, Rechtskraft erlangt und dann endlich der Umgehungsbau durchgeführt bzw. erfolgreich abgeschlossen wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht definitiv sagen.“

Müllers an Appell an den Verkehrsminister lautet: „Lassen Sie die Kommunen vor Ort nicht im Regen stehen und unterstützen Sie uns - Verbandsgemeinde und Stadt - mit Ihrer Fachbehörde LBM dabei, Wege möglich zu machen, dass zeitnah und mit den ausreichend zur Verfügung stehenden Bundesmitteln ein Kreisel im nördlichen Bereich der B 54 in Rennerod errichtet wird. Ebenso nachdrücklich bitte ich Sie als zuständigen Fachminister, Ihre Fachbehörde LBM anzuweisen, dass Planfeststellungsverfahren B 54-Ortsumgehung Rennerod zügig und nach 25 Jahren der Planung nun endlich zeitnah zum Abschluss zu bringen. Im Bundesverkehrswegeplan ist es schon sehr lange im vorrangigen Bedarf gelistet, allein an der Schaffung von Baurecht durch das Land hängt es nun schon seit einer unverhältnismäßig langen Zeit. Daher lade ich Sie sowie Vertreter des LBM herzlich zu einem persönlichen Gespräch bzw. Ortstermin nach Rennerod ein, damit die beiden notwendigen Verkehrsprojekte hier vor Ort endlich Realität werden können.“