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Hoher Westerwald - Wochenkurier für die Verbandsgemeinde Rennerod
Ausgabe 23/2019
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Bunter Melodienreigen läutet Frühling ein

Stadtkapelle Rennerod begeisterte mit musikalischen Frühjahrsträumereien

Einen besonderen Abend erlebten die Gäste der Westerwaldhalle in Rennerod. Die Musikerinnen und Musiker der Stadtkapelle boten musikalische Leckerbissen und konnten sich somit über viel verdienten Applaus bei ihrem Frühjahrskonzert freuen. Wieder einmal war es den drei beliebten Orchestern gelungen, die Zuhörer jeder Altersgruppe voll in den Bann zu ziehen. Die grandiose Stadtkapelle Rennerod e.V. mit Ausbildungs- und Jugendorchester, verwöhnte ihr Publikum mit Werken für symphonisches Blasorchester, traditionellen Märschen und Polkas.

Eröffnet wurde das Konzert durch das Ausbildungsorchester der Stadtkapelle unter der Leitung von Annika Giehl. Die Mädchen und Jungen im Alter von 8 bis 14 Jahren präsentierten als erstes das Stück „Sounds of Sousa“, gefolgt vom „Supercalifragilisticexplalidocious“, und dem Beetle Boogie. Mit Applaus begleitet räumten sie dann die Bühne für das Jugendorchester, das unter der Leitung von Niklas Schüßler ebenfalls die Musikfreunde im Saal begeisterte. Das Jugendorchester eröffnete seinen Teil des Frühjahrskonzertes mit dem Chart Hit „No Roots“ (= keine Wurzeln) von Alice Merton.

„Das nun folgende Musikstück brauche ich Ihnen sicher nicht näher vorzustellen. Ich denke, fast alle von Ihnen sind schon einmal der Freizeit Polka v. Ernst Mosch in einem Arrangement von Franz Bummerl begegnet“, informierte Sarah Luxenburger, die charmant durch das Programm führte. Mit dem Musikstück „Can you English please?“ der schweizerischen Band der Neuen Volksmusik „Die Fäaschtbänkler“ verabschiedete sich das Jugendorchester. Die 15 jungen Leute im Alter zwischen 14 und 19 Jahren stellten unter Beweis, dass sie im Laufe der Zeit viel gelernt haben und ihre Instrumente bestens beherrschen. Sie ernteten viel Beifall.

Nach der kurzen Pause eröffnete die Stadtkapelle Rennerod (die unter dem Vorsitz von Stephan Reuscher steht) unter ihrem Dirigenten Norbert Güth das Frühjahrskonzert 2019.

Mit schöner Dynamik schlugen die erfahrenen Künstler mal ruhige, mal fetzige Töne an und boten den Zuhörern einen repräsentativen Querschnitt aus ihrem reichhaltigen musikalischen Repertoire.

Sie eröffneten mit dem Musikstück „Mir sein die Kaiserjager“ von Karl Mühlenberger in einem Arrangement von Sepp Tanzer. „Mir sein die Kaiserjager“ ist der Traditionsmarsch der Tiroler Kaiserjäger und der österreichischen und deutschen Gebirgsjäger. Seiner größten Bekanntheit und Popularität erfreut sich dieser Marsch weiterhin in Tirol, wo er in nahezu jedem Marschbuch der Musikkapellen zu finden ist. „Wir sind stolz drei junge Tubisten unter uns zu haben. Das ist inzwischen selten. Und heute hören Sie etwas anderes als den üblichen Nachschlag der Tuba. Als Solisten hören Sie an der Tuba: Thomas Kämpf, Matthias Helsper und Stephan Reuscher“, kündigte Luxenburger an.

Aus den 1920er-Jahren stammt das zweite Musikstück, das die Stadtkapelle Rennerod wunderbar intonierte, um dann im Anschluss musikalisch an das Kap Hoorn zu reisen. Das Kap Hoorn befindet sich an der Südspitze Südamerikas, auf der chilenischen Insel „Isla Hornos“. Jahrhunderte lang galt die Umrundung dieses Felsens als eine der gefährlichsten Schiffsrouten, wollte man vom Atlantik westwärts in den Pazifik gelangen. Nach Überlieferungen soll Sir Francis Drake 1578 Kap Hoorn entdeckt und der holländische Seefahrer Willem Cornelius Schouten 1616 es erstmals umsegelt haben. Dieser gab dem Massiv auch den Namen seiner holländischen Heimatstadt Hoorn. Nach Schätzungen sollen über 800 Schiffe mit 10.000 Mann Besatzung bei Umsegelung in den eisigen Fluten untergegangen sein. Das Stück Cape Horn - ein Solo für Horn und Blasorchester - von Otto M. Schwarz, soll die Schönheit, aber auch die Gefährlichkeit dieser Gegend darstellen. Als Solist am F-Horn begeisterte Christoph Spornhauer, der sich Cape Horn seit über einem Jahr intensiv widmet.

Auf der „Vogelwiese“ angekommen, ließ sich das Publikum gerne dazu hinreißen, den Takt zu klatschen und den Refrain mitzusingen. Danach entführte die Stadtkapelle ihr Publikum in die spannende Welt des Films und der Filmmusik. Das Werk „La Storia“ ist vor allem für kreative Musiker und Zuhörer bestimmt. Für einmal durften die Zuhörer ohne Beeinflussung durch den Kommentar des Komponisten ihre eigene Geschichte zu der Musik denken. Nach „Für immer du“ hieß es „Die Sonne geht auf“ und mit der 80er Kult(tour) verabschiedete sich die Stadtkapelle Rennerod. Hierbei handelte es sich um ein Medley aus 5 bekannten Musikstücken der 80er Jahre: „Skandal im Sperrbezirk“ von der Spider Murphy Gang, „Ohne dich schlaf ich heut Nacht nicht ein“ von der Münchener Freiheit, „1000 und 1 Nacht“ von der Klaus Lage Band, „Sternenhimmel“ von Hubert Kah, sowie „Rock me Amadeus“ von Falco. Der kurzweilige und unterhaltsame Konzertabend schloss mit dem Zusammenspiel von Jugend und Stadtkapelle. Mit dem traditionellen „Steigermarsch“ verabschiedeten sich die Akteure. Das Publikum dankte nochmals mit frenetischem Beifall. Elke Hufnagl