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Hoher Westerwald - Wochenkurier für die Verbandsgemeinde Rennerod
Ausgabe 29/2018
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Großes Traktoren-Treffen begeisterte die Besucher

Ungezählte Traktoren und ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm für die ganze Familie lockten am Wochenende etliche Besucher nach Rennerod zur Westerwaldhalle.

Der Traktoren-Veteranen-Verein Rennerod lud wieder zu seinem traditionellen „Großen Traktortreffen“. Weit über hundert alte und neuere Traktoren und landwirtschaftliche Maschinen, die meisten davon geputzt und auf Hochglanz poliert, tuckerten aus Nah und Fern an und versammelten sich vor der Westerwaldhalle in Rennerod. Der Traktoren-Veteranen-Verein unter dem Vorsitz von Klaus Hering, lädt bereits seit zwölf Jahren zu netten Treffen, um die alten Schätze auszustellen. Die befreundeten Vereine und private Personen mit gleichen Interessen folgten auch in diesem Jahr dem Ruf in großer Zahl. Sogar aus dem Hintertaunus war ein Aussteller angereist.

Die Ausstellung startete am Samstag unter dem Motto „Wir lassen nicht nur Späne fliegen“. Zwei Tage lang konnten neben historischen Traktoren auch verschiedene andere Maschinen bestaunt werden. Die alten Arbeitsgeräte zogen dort nicht nur gestandene Männer in den Bann. Von Jung bis Alt machten sich Menschen jeglicher Altersklassen bei strahlendem Sommerwetter auf den Weg, um beispielsweise den „Lanz Bulldog“ aus dem Jahr 1938 zu besichtigen. Er trieb eine alte Säge an und man konnte erahnen, wie viel Arbeitsaufwand früher nötig war um Holz zu schneiden.

Lanz Bulldog war die Verkaufsbezeichnung für Ackerschlepper, die ab 1921 bis 1957 von der Heinrich Lanz AG in Mannheim hergestellt wurden. Durch diese Traktoren prägte sich der Name Bulldog in Teilen Deutschlands als umgangssprachlicher Gattungsname für einen Ackerschlepper. Ausgestellt waren beispielsweise auch ein „Fahr D 160 H, Baujahr 1955, sowie ein „Fahr D 90, der 33 Jahre lang in einer Scheune lagerte. Er wurde technisch wieder auf Vordermann gebracht, aber optisch im Urzustand belassen. Die Besucher, viele Familien mit Kindern, wurden von den Maschinen wie magisch angezogen. Insbesondere kleine Buben bekamen rote Wangen und leuchtende Augen, wenn sie auf den Maschinen Platz nehmen durften.

Manch älterer Herr schwelgte in Erinnerungen an frühere Zeiten beim Anblick der Arbeitsmaschinen; aber auch die Jugend hatte ihren Spaß. Sie liebte es, in der Personengondel des Sponsors Fa. Dornseiff in 70 Metern Höhe über Rennerod zu schweben oder eine kleine Rundfahrt mit der Dampfmaschine zu unternehmen. Reichlich Späne flogen nicht nur beim mobilen Sägewerk, sondern auch bei einem Motorsägenschnitzer. Der Künstler brachte es fertig, filigrane Schnitzereien mit der Motorsäge zu erschaffen. Der Schmiedeclub Weltersburg führte „Schmieden mit Feldesse und Amboss“ vor und ein Bogenschütze zeigte auf, wie treffsicher er ist. Die Mitglieder des Traktor-Veteranen-Verein Rennerod ernteten viel Lob für die Veranstaltung. Sie sind selbst aber auch mit Freude bei der Sache und Liebhaber der Traktoren. So ist Vereinsmitglied Timo Hering stolzer Besitzer von 3 „Lanz“ aus den Baujahren 1954 bis 1958 und Simon Theis kann einen Porsche Ackerschlepper von 1962 sein eigen nennen.

Der Traktoren-Veteranen-Verein Rennerod möchte dem kulturellen Erbe der agrartechnischen Entwicklung durch die Erhaltung, Instandsetzung, Wartung und Bedienung von landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen gerecht werden. Zudem wird die Jugend an die alten sowie neuen Maschinen herangeführt und mit deren Funktionen und Arbeitsweisen vertraut gemacht. Der Verein will das Alte bewahren und das Neue kennen lernen. Die Rechnung geht auf. Der Verein hat viele junge Mitglieder, die sich nicht nur für alte und neue Technik und Traktoren interessieren, sondern auch in die Vereinsarbeit einbringen. Elke Hufnagl