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Hoher Westerwald - Wochenkurier für die Verbandsgemeinde Rennerod
Ausgabe 31/2018
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Senioren sahen sich in Thüringen um

Seit vielen Jahren machen sich Senioren aus Rennerod auf den Weg, um die Welt zu erforschen. Die Stadt Rennerod organisiert regelmäßig die Ausflüge In diesem Jahr führte der Tagesausflug die reisefreudigen „Ü-70-Senioren“ nach Thüringen in die Partnergemeinde Niederdorla. In den 70´er Jahren stellte das Hessische Landesvermessungsamt in Wiesbaden fest, dass Rennerod nach dem Koordinatensystem der geografische Mittelpunkt der Bundesrepublik Deutschland ist. Nach der Wiedervereinigung am 03. Oktober 1990 ergab sich, dass nunmehr die Gemeinde Niederdorla im Unstruth-Hainich-Kreis in Thüringen der geografische Mittelpunkt Deutschlands ist. Die Stadt Rennerod nahm dies zum Anlass, eine Partnerschaft mit Niederdorla einzugehen. Die Unterzeichnung erfolgte im Rahmen der 25-Jahr-Feier der Stadtrechtverleihung am 16. März 1996 in der Westerwaldhalle. Die Gegenunterzeichnung fand am 3. Oktober 1996, dem “Tag der Deutschen Einheit”, in Niederdorla statt.

Für die Reisegruppe begann die Fahrt in Emmerichenhain um 7 Uhr 10 am frühen Morgen. Unterwegs wurde bereits im Bus ein kleiner Imbiss gereicht.

Begleitet wurden die Seniorinnen und Senioren hierbei u.a. von Resi Gros, der guten Seele der Stadt und Stadtbürgermeister Raimund Scharwat. In Thüringen angekommen begann der interessante Ausflug mit einer 45 Minuten dauernden Stadtführung in Mühlhausen, aufgeteilt in 4 Gruppen.

Mühlhausen ist die neuntgrößte Stadt in Thüringen und Kreisstadt des Unstrut-Hainich-Kreises. Die große kreisangehörige Stadt liegt im Nordwesten des Bundeslandes an der Unstrut, einem Nebenfluss der Saale. Sie ist rund 55 km von der Landeshauptstadt Erfurt entfernt und nimmt in der Raumordnung des Freistaates Thüringen den Rang eines Mittelzentrums mit Teilfunktionen eines Oberzentrums ein. Mühlhausen war im Mittelalter - nach Erfurt - die zweitmächtigste Stadt im Raum Thüringen. Die Mühlhäuser Kirmes, die jährlich mit 27 Kirmesgemeinden für eine Woche begangen wird, fand 1877 zum ersten Mal statt und ist die größte Stadtkirmes Deutschlands.

Bekannt ist Mühlhausen auch für sein reichhaltiges historisches Erbe, es war Wirkungsstätte von Johann Sebastian Bach und Thomas Müntzer sowie bis 1803 Freie Reichsstadt. Von der einstigen Bedeutung zeugen heute noch zahlreiche historische Bauwerke wie die Stadtmauer oder die Marienkirche. Johann August Röbling, der Konstrukteur der Brooklyn Bridge in New York City, stammte aus Mühlhausen. 2016 wurde Mühlhausen der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen. (Wikipedia)

Dann ging es weiter nach Niederdorla, das im Jahr 1223 zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurde. Das Mittagessen wurde im „Landhotel am Mittelpunkt“ in Niederdorla eingenommen.

Aufgeteilt in 2 Gruppen ging es dann mit Bus und Tschutschu-Bahn durch Niederdorla zum Stausee und Opfermoor.

Das Opfermoor ist eine vorgeschichtliche Kultstätte in einem flachen See nördlich von Niederdorla. Es liegt in der Vogtei südwestlich von Mühlhausen in der Gemarkung von Oberdorlla, etwa 200 m entfernt vom nördlichen Ortsrand von Niederdorla. Die vor- und frühgeschichtlichen Kultanlagen des Opfermoors wurden zwischen 1957 und 1964 archäologisch untersucht. Funde und Erkenntnisse werden durch das Opfermoormuseum in Niederdorla und das Freilichtmuseum am Opfermoor einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Kulthandlungen begannen im 6. Jh. v. Chr. Heute steht an dieser Stelle ein Freilichtmuseum, das anschaulich die Geschichte des Kultplatzes von der Eisenzeit bis zur Völkerwanderungszeit dokumentiert. Die Anlage umfasst zehn originalgetreu rekonstruierte Heiligtümer, eine Siedlung aus der Zeit der Germanen sowie ein Museum in Holzbauweise, in dem zahlreiche Funde wie Keramiken und Kultgegengestände ausgestellt sind. Bei der Senke handelt es sich um eine Auslaugungssenke des Mittleren Muschelkalks, in der sich Grundwasser sammelte und sich ein Sumpf und offene Wasserflächen von etwa 700 m x 200 m bildeten. Der Flachsee verlandete und vermoorte. Aus den abgelagerten Sedimenten und Torfen konnte der Beginn der Verlandung mit 100 v. Chr. erschlossen werden. Die Torfe wurden ab 1947 abgebaut und der See so auf die heutige Größe und Form vergrößert. Im Zuge des Torfabbaus stieß man auch auf die vorgeschichtlichen Hinterlassenschaften. (Quelle Wikipedia).

Nach dem gemütlichen Kaffeetrinken, eine Einladung durch die Partnergemende Niederdorla, machte sich de Reisegruppe wieder auf den Heimweg. Elke Hufnagl