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Hoher Westerwald - Wochenkurier für die Verbandsgemeinde Rennerod
Ausgabe 31/2018
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Renneroder Oldtimer IG beim Gasolin Fritz in Bad Homburg

An einem schönen Sonntag im Juli trafen sich 8 Oldtimer Freunde aus der Verbandsgemeinde Rennerod in Zehnhausen in der alten Werkstatt von Norbert Bernhard. Allerdings wollten sie in den schönen Räumlichkeiten – in denen sich sogar ein alter Backofen befindet – nicht feiern, sondern sie fanden sich zu einer kleinen Bewegungsfahrt durch den benachbarten Taunus ein; und das kam auch der Auffrischung der Heimatkunde zu Gute.

Ziel war das Museum Central-Garage mit alter Gasolin Tankstelle in Bad Homburg. In mühevoller Kleinarbeit hat Oldtimer-Bastler Fritz Schmidt junior einen originalgetreuen Tankstellennachbau errichtet. Das Ergebnis, die „Tanke wie zu Opas Zeiten“ kann sich wirklich sehen lassen und gleicht einer Zeitreise in die Gründerzeit der Bundesrepublik Deutschland in den 1950er Jahren.

Egal wohin man schaut: Auf den Zapfsäulen, Quittungsblöcken und sogar auf den Aschenbechern leuchtet das rote Logo der Tankstellenkette Gasolin. Das Unternehmen verschwand 1971 vom Markt, als es mit dem Aral-Konzern fusionierte. Die historische Gasolin Tankstelle wurde im Mai 2015 eröffnet. Im Herbst 2013 hatte Fritz Schmidt junior das Tankstellenhäuschen im Garten eines Privatmannes im Westerwald entdeckt. Das Tankwarthäuschen aus ca. 1940/50 soll in einem ziemlich verwahrlosten Zustand gewesen sein und musste komplett restauriert werden. Es wurde mit originalen und authentischen Exponaten ausgestattet. Zudem entstand im Hintergrund des rundum verglasten Objektes ein Neubau, der als ergänzende historische Werkstatt ausgeführt wurde. Im Inneren der Werkstatt geht dann die Reise in die Vergangenheit weiter. Im Jahre 2016 wurde die Tankstelle von den Lesern der Zeitschrift AUTO BILD KLASSIK zur besten Restaurierung des Jahres 2016 gewählt und mit dem Goldenen Klassik-Lenkrad ausgezeichnet.Quelle ADAC.

Die Teilnehmer der Ausfahrt mit den Fahrzeugen, die aus den Jahren 1953-1980 stammen, wurden auf jeden Fall wieder in die gute alte Zeit zurück versetzt. Die Mittagsrast fand dann am Sandplacken Richtung „Großer Feldberg“ statt, wo die „Oldtimer-Fans“ standesgemäß von einer allen bekannten Musikkapelle empfangen wurde. „Natürlich kann man nicht einfach nur fahren um zu fahren“, erklärt Herbert Reuscher, „deshalb gab auch ein kleines Bordbuch die Aufgaben für die Beifahrerinnen vor“. Die Damen mussten beispielsweise herausbekommen, wie viele Kreisverkehre es von Zehnhausen bis Bad Homburg sind, oder wie hoch die Anzahl der Kreuzungen mit Ampelregelung zurück über den Feldberg und das Weiltal bis nach Zehnhausen ist. “Da auch nach den Steilstrecken am Feldberg niemand am Abend gemeckert hat, gehe ich davon aus, dass jeder zufrieden gewesen ist - wenn nicht, ist es mir auch egal“ sagt Reuscher augenzwinkert und denkt schon über die nächste Ausfahrt nach. Elke Hufnagl