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Hoher Westerwald - Wochenkurier für die Verbandsgemeinde Rennerod
Ausgabe 37/2020
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Hubertusmesse in Elsoff

Einmal im Jahr, oftmals am 3. November, dem Tag des Hl. Hubertus, Schutzpatron der Jäger und der Jagdhunde, wird die Jagd ins Zentrum eines feierlichen Gottesdienstes gerückt. Dieser Brauch hat sich bereits im Mittelalter herausgebildet. Als Patron der Jäger ist Hubertus einer der Heiligen, deren Brauchtum heute am präsentesten ist. Im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen, wie beispielsweise Journalisten und Rechtsanwälten, deren Angehörige ihren jeweiligen Patron - Franz von Sales und Nikolaus von Myra - in der Regel kaum kennen, halten die Jäger ihren Heiligen Hubertus auch heute noch in Ehren. In zahlreichen Kirchen werden Hubertusmessen gefeiert. Bekannt sind sie vor allem wegen der Parforcehörner, die diese Gottesdienste musikalisch gestalten.

Die Legende des Hl. Hubertus existiert in unterschiedlichsten Versionen und Interpretationen.

Sie ist eng verknüpft mit anderen Legenden, die allesamt das gleiche Motiv erzählen: Der wilde Jäger, dem Gott sich auf der Jagd als Vision offenbart und der ab dann geläutert und mit einem neuen Verständnis zum Mitgeschöpf Tier sein Leben und Handeln ändert.

Die Legende ist nicht an den christlichen Kulturkreis gebunden. Auch im asiatischen Raum und im Orient sind ähnliche Überlieferungen bekannt. Sie alle zeugen vom kulturübergreifenden und verbindenden Element der Jagd.

In ihrer heutigen Form stammt die Hubertusmesse aus Frankreich und Belgien, wo sie im 19. Jahrhundert entstand.

Der Kult des Heiligen Hubertus ist jedoch nicht von Anfang an mit der Jagd verbunden. Die Legende vom Hirsch mit dem Kreuz wird erst rund 700 Jahre nach dem Tod des historischen Hubertus allgemein mit ihm verbunden.

Als historische Person verbirgt sich hinter dem heiligen Hubertus ein Bischof von Maastricht und Lüttich aus dem 8. Jahrhundert. Dessen gesicherter Lebensweg klingt zunächst wenig spektakulär: Hubertus von Lüttich, der möglicherweise 655 in Toulouse geboren wurde, lebte zunächst als Pfalzgraf am Hof von Theoderich III. in Paris, später am Hof des fränkischen Herrschers Pippin des Mittleren in Metz, mit dem er wahrscheinlich verwandt war. Nach dem Tod seiner Frau ging Hubertus zunächst als Einsiedler in die Ardennen. Im Jahr 705 wurde er Bischof von Tongern-Maastricht, elf Jahre später verlegte er seinen Bischofssitz nach Lüttich; 727 starb er (Quelle Katholisch.de und LjV).

Auch in der Verbandsgemeinde Rennerod findet seit vielen Jahren, in der Regel im Herbst, eine Hubertusmesse statt. In diesem Jahr hatten die Veranstalter Verbandsgemeinde Rennerod und die Katholische Kirchengemeinde St. Franziskus im Hohen Westerwald in die freie Natur nach Elsoff eingeladen.

Der Gottesdienst zu Ehren des Heiligen Hubertus fand in der wundervollen Umgebung des Kulturdenkmals Am Heispel / Kreuzweg, unter Maßgabe der aktuellen Corona-Regelungen, statt. Zelebriert wurde er von Pfarrer Achim Sahl, unterstützt von den herrlichen Klängen der Jagdhörner der hoch prämierten Jagdhornbläsergruppe Hoher Westerwald.

Viele Gläubige, unter ihnen auch Bürgermeister Gerrit Müller, waren den schön angelegten Kreuzweg gelaufen, um unter freiem Himmel zu beten und die Messe zu genießen.

Angelegt als Serpentinenweg und eingebettet in die Natur der mittlerweile bewaldeten Anhöhe am Heispel ist die Anlage auch - und gerade heute - ein Ort der Ruhe und der Besinnung, der Einkehr und des Gebetes. Die Anlage wurde am 8.12.2008 zum Kulturdenkmal erklärt. Dazu gehört auch die Marienkapelle am Oberoder Weg.

Erhalten wird die Anlage vom Katholischen Arbeiterverein St. Josef Elsoff e.V.

Im Herbst 1890 wurde der Verein von Männern aus Elsoff gegründet.

Die Vereinsgründer beschlossen im Jahr 1896, in Eigenregie eine Kreuzweganlage am Heispel zu bauen. Bereits 1897 wurde sie fertiggestellt und feierlich eingeweiht. Das Heilige Grab wurde während der Wintermonate von den Männern per Hand mit Hammer und Meißel in den Basaltfelsen geschlagen und die einzelnen Stationen aus Basalt gemauert und errichtet. Ein eindrucksvolles Beispiel für uneigennütziges Engagement, Solidarität und Zuversicht in schwierigen Zeiten.

Der Schwerpunkt der Vereinstätigkeit des Arbeitervereins liegt in der Erhaltung und Pflege dieses Kulturdenkmals. Die Finanzierung und Durchführung laufender Renovierungs-, Verschönerungs- und Instandhaltungsarbeiten erfolgt ausschließlich durch die Mitglieder des Vereins. Wer hier mitmachen möchte, ist herzlich willkommen (weitere Info bei Egon Meuser). Elke Hufnagl