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Hoher Westerwald - Wochenkurier für die Verbandsgemeinde Rennerod
Ausgabe 45/2019
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Thomas Magnete übernimmt ehemaliges Rittal-Werk

Bürgermeister Gerrit Müller überreichte zur Eröffnung der neuen Produktionsstätte als Willkommensgeschenk ein Glasbild des heimischen Künstlers Hans Jürgen König an die Inhaberfamilie sowie die Geschäftsführung der Fa. Thomas Magnete verbunden mit den besten Wünschen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit am Standort Rennerod. Foto: Röder-Moldenhauer

60 Arbeitsplätze entstehen am Standort Rennerod

Das in Herdorf ansässige Unternehmen Thomas Magnete GmbH hat in Rennerod das ehemalige Rittal-Werk übernommen. 9.647 qm Lager- und Produktionsfläche stehen dem Fahrzeugzulieferer jetzt zusätzlich zur Verfügung. Im Februar 2018 hatte die Firma das freigewordene Gebäude übernommen und danach von Grund auf saniert. Gemeinsam mit den Mitarbeitern, deren Angehörigen sowie Prominenz aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung wurde das Zweigwerk jetzt offiziell in Betrieb genommen. Dazu war auch Wirtschafts-Staatssekretärin Daniela Schmitt (FDP) in den Hohen Westerwald gereist.

Geschäftsführer Jürgen Heck begrüßte neben Schmitt weitere Gäste in den Produktionshallen. Neben den kommunalpolitischen Vertretern aus Daaden, Herdorf und Rennerod, der IHK-Präsidentin, ganz besonders die Angehörigen aus drei Thomas-Generationen. Einblicke in Firmengeschichte und Firmenphilosophie gab Geschäftsführer Markus Krauss. Seit sechs Jahrzehnten stehe das Unternehmen für Innovation, Qualität und Zuverlässigkeit und ist seither Partner für den Maschinen- und Fahrzeugbau. Als neues Standbein wird in die Medizintechnik investiert. 900 Mitarbeiter arbeiten zwar für den Markt, aber vor allem für die Menschen. Damit deren Leben gesunder, sicherer und komfortabler wird. 60 Arbeitsplätze entstehen in Rennerod; zwei Fertigungsstraßen sind schon in Betrieb. Mit dem Ankauf in Rennerod hat die Thomas GmbH auf ein überdurchschnittliches Wachstum in den letzten Jahren reagiert. Die Unternehmensphilosophie basiert, so Krauss wörtlich, auf christlichen Werten: Fairness, Ehrlichkeit und Mut prägen den Firmenalltag. Dem Gründer Hermann Thomas sei ab den 80er-Jahren Dietrich Thomas gefolgt und nun ist mit Christoph Thomas schon die dritte Generation in der Geschäftsführung aktiv.

Staatssekretärin Daniela Schmitt lobte Thomas Magnete als einen „Champion im Land“. Kompetenz und Qualität bei innovativen Antriebskonzepten haben die Neu-Renneroder international wettbewerbsfähig gemacht. Schmitt wörtlich: "An dieser Firma kommt weltweit kein Automobilhersteller vorbei". Dazu ist man in der Heimat verwurzelt und schlägt nun in Rennerod ein neues Kapitel auf. Sie dankte für das bisher gute Miteinander und sagte die ministerielle Unterstützung in Zukunft zu. Auch die IHK-Präsidentin Susanne Sczcesny-Oßing lobte die Firma Thomas als Vorzeigebetrieb. Das Familienunternehmen verfüge über einen guten Mitarbeiterstab und weise eine sehr geringe personelle Fluktuation auf. Sczcesny-Oßing bot die helfende Hand der IHK an, wie für alle 800 mittelständischen Industrie- und 2.400 Handwerksbetriebe im Westerwald. Nach ihren Worten wundern sich internationale Gäste immer wieder, was "hier im grünen Wald alles entwickelt und produziert wird". In angespannter Wirtschaftslage forderte sie ein beherztes Eingreifen der Politik, von der sie sich einen stärkeren digitalen Ausbau wünsche.

Gerrit Müller, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Rennerod, zeigte sich stolz und froh über die Ansiedlung. Das Rittal-Ende sei zwar ein Schock gewesen; doch jedem Ende liege auch ein Anfang inne. Er hatte drei Geschenke mitgebracht: Erstens die gute Zusammenarbeit mit Stadt, VG und Kreis; zweitens ein lokales Nachwuchspotential durch Jobfux und Ausbildungsmesse und drittes eine Bleiverglasung aus der heimischen Werkstatt König. Zum Ende des offiziellen Teils schnitten die Ehrengäste gemeinsam eine Riesentorte an. Danach standen Führungen durch die neue Produktionsstätte an. Für die kleinen Gäste war an verschiedene Stationen für Spiel und Spaß gesorgt. Das leibliche Wohl lag in den Händen des DRK Herdorf.

Wer die Zukunft gestalten will muss die Gegenwart verändert

Unter diesem Motto hat Thomas Magnete seit der Gründung 1962 eine steile Aufwärtsentwicklung genommen. Hervorgegangen aus den Robert Thomas Metall- und Elektrowerken in Neunkirchen/Siegerland hat man nach 1990 dem gestiegenen Bedarf an elektromagnetisch gesteuerten Ventilen Rechnung getragen und sich darauf spezialisiert. Heute liefert man vornehmlich elektromagnetische Aktoriksysteme für die Automotive- und Mobilhydraulik-Industrie. Markus Krauss hat den Vorsitz der Geschäftsführung inne, Dietrich Thomas fungiert als Vorsitzender des Beirats. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Herdorf; in Dresden ist das Technologie Labor angesiedelt. Mit Tochterfirmen ist man in den USA, Italien und China vertreten. (Text: Wolfgang Gerz)