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Hoher Westerwald - Wochenkurier für die Verbandsgemeinde Rennerod
Ausgabe 48/2019
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Unterstützung für Krankenhaus-Neubau in Hachenburg

Versorgungslücken befürchtet - Bürgermeister weist Ministerin auf Situation für Verbandsgemeinde Rennerod hin

In einem Brief an die Gesundheitsministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, hat sich Bürgermeister Gerrit Müller für einen Krankenhausneubau am Standort Hachenburg ausgesprochen. Die DRK-Trägergesellschaft Süd-West plant, die beiden bisherigen Krankenhäuser in Altenkirchen und Hachenburg zu einem neuen Krankenhaus zusammenzuführen. Über den Standort gibt es seit Längerem Diskussionen, ein externes Gutachten des DRK hatte Flächen in Hachenburg empfohlen. Doch dagegen gibt es heftigen Widerstand aus dem Landkreis Altenkirchen. Dort wie ein Standort an der Kreisgrenze am Bahnhof Ingelbach favorisiert. Die Ministerin Bätzing-Lichtenthäler hatte kürzlich angekündigt, das vorliegende Standort-Gutachten nochmal durch ein weiteres Gutachten überprüfen zu lassen.

Als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rennerod, so Gerrit Müller, müsse er auf die besondere Situation für die Orte in diesem Bereich hinweisen, für die auch ein Krankenhaus am Standort Hachenburg unumgänglich sei. Die Klinik in Hachenburg sei für Bürger der Verbandsgemeinde Rennerod derzeit die nächstgelegene Klinik auf rheinland-pfälzischer Seite. Je nachdem, von welchem Ort man sich auf den Weg nach Hachenburg mache, sei bereits jetzt eine Wegstrecke von mehr als 30 Kilometern beziehungsweise eine Fahrzeit von mindestens 30 Minuten zu absolvieren. Dies sei für die Bevölkerung sowie auch den Rettungs-/Krankentransport eine Herausforderung. Jedes Verschieben des Standorts in Richtung Altenkirchen würde diese Situation noch verschlimmern. „Das könnte sogar auf Dauer dazu führen, dass der Rettungsdienst Patienten aus der Verbandsgemeinde Rennerod im Notfall aufgrund der längeren Anfahrt nicht mehr in ein neues DRK-Krankenhaus transportieren wird, sondern auf nahe gelegenere Krankenhäuser im hessischen Limburg oder Weilburg ausweichen wird.“

Zudem werde die Verbandsgemeinde Rennerod auch durch unmittelbar am Krankenhaus in Hachenburg ansässige Notärzte mit versorgt. Auch hier würde die Anfahrt von einem neuen Krankenhaus an einem Standort weiter Richtung Altenkirchen in die Verbandsgemeinde Rennerod weiter verlängert, was gerade im Notfall wertvolle, wenn nicht sogar entscheidende Minuten kosten könne. „Schlimmstenfalls könnte dann ein neues Krankenhaus mit Sitz für Einsätze in der Verbandsgemeinde Rennerod als Notarztstandort ausscheiden und hier vor Ort Versorgungslücken aufreißen.“ Müller bittet daher Bätzing-Lichtenthäler als Ministerin sowie als Abgeordnete im Wahlkreis 1, zu dem auch Rennerod gehört, die medizinischen Belange der Bürger in den 23 Orten der Verbandsgemeinde in eine rein objektive Entscheidung mit einfließen zu lassen.

Ebenso stellte sich Bürgermeister Müller hinter die Stellungnahmen von Landrat Achim Schwickert und des Hachenburger Bürgermeisters Peter Klöckner, die beide auch für die Errichtung des Krankenhauses in Hachenburg plädieren. „Wenn es um die Zukunft unserer Heimat und wichtiger Weichenstellungen dazu geht, sollte über kommunale Ebenen, Zuständigkeits- und Parteigrenzen hinweg an einem Strang gezogen werden, um gemeinsam die beste Lösung für unsere Region zu erzielen“, so Gerrit Müller.