Am Dienstag, dem 24.02.2026 fiel der Musikraum zur 5. und 6. Stunde in Stille, voller Aufmerksamkeit und Neugier. Wir hatten die Ehre, dass Herr Ernst Krakenberger uns besuchte, als eine von knapp 50 Schulen, die er bisher besucht hatte.
Herr Krakenberger erzählte uns von seiner Kindheit während der NS-Zeit. Zum Anfang erzählte er von seiner Biografie sowie der seiner Eltern und gab eine kleine Zusammenfassung, wie die NS-Zeit angefangen hatte. Daraufhin erzählte er uns, wie seine Eltern noch vor dem Holocaust aus Deutschland auswanderten. Zusammen lebten sie mit der befreundeten Familie Stockmann, an welche Herr Krakenbergers Mutter ihn abgab, bevor sie in das erste Konzentrationslager deportiert wurde. Herr Krakenberger ging darauf ein, wie er mit Familie Stockmann lebte und als Familienmitglied aufgenommen wurde.
Während seiner Erzählung zeigte Ernst Krakenberger uns zudem Bilder aus dieser Zeit. Zu seinem 50. Geburtstag hatte er einen Brief von seiner Schwester aus der Pflegefamilie, Maja Stockmann, erhalten. In diesem erzählte sie, wie er in die Familie hinzugekommen ist. Sie ging auch auf lustige Kindheitsgeschichten ein. Diesen Brief las Ernst Krakenberger vor. Zuletzt konnten wir noch Fragen an Herrn Krakenberger stellen, die er informativ und kurzweilig beantwortete.
Zur Vorbereitung der Zeitzeugenbegegnung hatte die Klasse 10b zudem am vorherigen Tag einen Rundgang durch Selters gemacht und die Standorte der ehemaligen Synagoge, der Mikwe und der ehemaligen Wohnorte jüdischer Familien besucht. Dazu haben wir uns elf Stolpersteine angeguckt, von verschiedenen Familien, die wir zusammen gesäubert haben.