Ein Grieche auf dem Olymp
Bürgermeister Oliver Götsch, Vorsitzender des Kulturkreises der VG Selters, begrüßte die Gäste und den Kabarettisten Nektarios Vlachopoulos zum 19. Kabarettabend im Dorfgemeinschaftshaus Ewighausen.
Nektarios, der als „wahrscheinlich beste Mensch der Welt“ angekündigte Kabarettist war mit seinem Programm „Das Problem sind die Leute“ zu Gast - sich selbst nicht ausgeschlossen. So versprach er gleich zu Beginn, eines Tages ein Schloss zu bauen - aus Klopapier und Nudeln.
Der in Bretten geborene Grieche hat Konsequenzen aus seiner intensiv-griechischen Erziehung gezogen, indem er Germanistik studierte. Fürs Lehramt. Des schnöden Beamtentums schnell überdrüssig geworden, ist er dann „raus in die Welt gezogen, um mit Poetry-Slam die ganz fette Kohle zu machen“. Das war nix. Danach wechselte er ins Kleinkunst-Fach. Da durfte er die kleinen Bühnen bespielen. Für sehr kleines Geld. „Ich habe mich in meinen literarischen Ansprüchen immer weiter runtergearbeitet“, kokettiert er, denn sein Programm ist nichts für Halb-Intellektuelle.
In einer Mischung aus vorgelesener Slam-Poesie, Kabarett und Comedy gibt es diesen Moment der Stille, in der Nektarios Vlachopoulos vorlesend darüber nachdenkt, ob sein Talent reicht, um ein Leben zu führen, das weiter reicht. In fast jedem seiner Sätze steckt mehr, als zuerst hörbar wird. Die Substanz steht zwischen den Zeilen. Er verlangt seinem Publikum eine Menge ab, wenn es den anspruchsvoll formulierten Gedankengängen folgen will. Er zeigte sich auch als Rapper, wobei die kritischen Texte im Vordergrund standen und das Publikum zuweilen als Soundgeber agierte und interaktiv ins Geschehen eingebunden war.
Und er gibt dem Publikum noch eine Weisheit mit auf den Weg: „Was ist dieses eitle Leben denn schon wert, wenn wir es nicht mit Lust zu leben wissen?“
Das Publikum in Ewighausen dankte dem Künstler mit langanhaltendem Applaus und nach zwei Zugaben durfte Nektarios Vlachopoulos die Bühne verlassen.