Die Verbandsgemeinde Selters hat gemeinsam mit den Ortsbürgermeistern, Vertretern der Verwaltung sowie den zuständigen Förstern eine fachliche Exkursion zum Thema „Wasserrückhalt im Wald“ durchgeführt. Im Naturwaldreservat „Nauberg“ erhielten die Teilnehmenden durch die Leiterin des Forstamtes Hachenburg, Monika Runkel, Förster Andreas Schäfer und das Team des Forstamtes praxisnahe Einblicke in ein Thema, das für Waldentwicklung, Klimaanpassung und kommunale Hochwasservorsorge zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Vor Ort wurde anschaulich erläutert, wie stark der Wasserhaushalt der Wälder inzwischen unter Druck steht. Längere Trockenphasen und Dürrejahre schwächen die Wälder, während Starkregenereignisse dazu führen, dass Wasser zu schnell oberflächlich abfließt, statt im Waldboden gespeichert zu werden. Damit wird der Wasserrückhalt im Wald zu einer zentralen Aufgabe, wenn Wälder auch künftig ihre Funktionen für Klima, Boden, Grundwasser, Artenvielfalt und Daseinsvorsorge erfüllen sollen.
Anhand konkreter Beispiele wurde gezeigt, wie Wasser im Wald länger gehalten, Abflussgeschwindigkeiten reduziert und Abflussspitzen bei Starkregen zumindest abgeschwächt werden können. Dazu zählen unter anderem die Entsiegelung oder der Rückbau nicht mehr benötigter Wegeflächen, die Unterbrechung von Wegseitengräben, Erdverplombungen, kleinräumige Rückhaltestrukturen sowie eine insgesamt wassersensible Waldbewirtschaftung.
Dabei wurde auch deutlich, dass Wasserrückhalt im Wald Hochwasserereignisse nicht verhindern kann. Er kann aber einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Wasser nicht möglichst schnell aus der Fläche abzuleiten, sondern es dort zu halten, wo es gebraucht wird, im Boden, im Wald und in der Landschaft. Gerade vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit Starkregen und Trockenheit gewinnt dieses Thema auch für die Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Selters weiter an Bedeutung.
Bürgermeister Oliver Götsch hob im Anschluss die Bedeutung der Exkursion hervor:
„Wasserrückhalt im Wald ist kein theoretisches Fachthema, sondern unmittelbare Daseinsvorsorge. Unsere Wälder stehen durch Trockenheit und Starkregen gleichermaßen unter Druck. Wenn wir Wasser länger in der Fläche halten, schützen wir den Wald, stärken den Boden und leisten zugleich einen Beitrag zur Hochwasservorsorge. Die Exkursion hat sehr deutlich gemacht, dass viele kleine, fachlich gut geplante Maßnahmen zusammen eine große Wirkung entfalten können.“
Ein besonderer Dank galt dem Forstamt Hachenburg, Monika Runkel, Andreas Schäfer und dem gesamten Team für die fachkundige Begleitung und die praxisnahen Erläuterungen. Die Veranstaltung endete mit einem gemeinsamen Austausch der Teilnehmenden. Für die Verbandsgemeinde Selters war die Exkursion ein wichtiger Impuls, das Thema Wasserrückhalt im Wald gemeinsam mit den Ortsgemeinden, dem Forst und den zuständigen Fachstellen weiter im Blick zu behalten. Gerade weil viele Waldflächen im Eigentum der Ortsgemeinden stehen, ist der enge Austausch zwischen kommunaler Ebene und Forst besonders wichtig.