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Unsere Verbandsgemeinde Selters Ww
Ausgabe 33/2026
Aus Stadt und Gemeinden
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Stellungnahme zu "Informationen zur geplanten Wiederaufnahme des Steinbruchbetriebes bei der ehemaligen Firma Bell"

Sehr geehrte Bürger, sehr geehrte Bürgerinnen,

seit etwa mindestens zwei Wochen ist das hier abgedruckte Flugblatt im Umlauf. Dazu nehme ich in der Sache wie folgt Stellung:

Richtig ist, dass zu einer öffentlichen Stadtratssitzung auf das Firmengelände des Steinbruchs - ehemals Steinbruch Bell - eingeladen wurde. Im Rahmen Informationsaustausches standen die beiden Vertreter der bisherigen Betreiberfirma, sowie der Grundstückseigentümer und Mitglieder des Stadtrates zur Verfügung und es wurden die gestellten Fragen beantwortet. Zu einer Begehung indes kam es nicht.

Vorhaben seitens des ehemaligen Betreibers ist, den zum Jahresende 2025 abgelaufenen Vertrag mit der Stadt Selters neu abzuschließen. Ein beabsichtigter Abbau in unbestimmter Menge ist so nichtzutreffend, vielmehr wird etwa das bisherige Kontingent angestrebt. Die ausgesprochene Idee des Betreibers zum Abbau sind Abbauarbeiten von maximal zwei Wochen pro Jahr, dies innerhalb der gesetzlichen Arbeitszeiten und mit vorheriger Ankündigung!

Zu den zu erwartenden Lärm- und Staubbelastungen: Die hier angestrebten Abbauzeiten werden nicht zu rechtlich zulässigen Grenzwertüberschreitungen und Emissionsbelastungen führen.

Verwaltungsseitig und betreiberseitig war der Vertragsablauf übersehen worden.

Zu “Die Arbeiten“ haben „bereits begonnen“ ist in der Sache nichtzutreffend. Die Abbauarbeiten sind eingestellt und ein neuer Vertrag ist in Vorbereitung.

Nach Angaben der Betreiber wird die abgebaute Menge für die nächsten zwei bis drei Jahre ausreichen.

Zu „dass sich die Natur in den vergangenen Jahren das Gelände weitgehend zurückerobert hat“. Diese offen formulierte Behauptung dient nicht einer sachlichen Auseinandersetzung!

Zu „Judenfriedhof... Es bestehen Befürchtungen, dass dieser durch die Arbeiten beeinträchtigt wird oder gar verloren geht“.

Wir betrachten hier einen „jüdischen Friedhof“!

Dieser steht seit 6. Februar 1991 unter Denkmalschutz und wird sicher nicht der Gefahr von Beeinträchtigungen ausgesetzt werden. Die Jüdische Kultusgemeinde ist allein zuständig für alle Belange!

Fazit:

Bislang hat der Stadtrat sich für das Wohl von allen Bürgerinnen und Bürger eingesetzt, und das wird auch so bleiben.

Nur Vernunft und Sachlichkeit wird zu einem guten Ergebnis führen. Von daher bitten wir, diese als Orientierung zu nutzen.

Da keine zeitliche Dringlichkeit erkennbar ist, werden sich demnächst die zuständigen Gremien damit auseinander setzen und entscheiden.

Rolf Jung

Stadtbürgermeister

Text Flugblatt:

Informationen zur geplanten Wiederaufnahme des Steinbruchbetriebes bei der ehemaligen Firma Bell

 

 

Liebe Anwohner des Alten Hofes, Hahnwegs, Gänsstücks und der Nachbargemeinde Nordhofen,

im Rahmen einer gemeinsamen Begehung mit Bürgermeister Rolf Jung am 22.06.2026 wurde über die Wiederaufnahme der Arbeiten im Steinbruch bei der ehemaligen Firma Bell informiert. Nach den Aussagen der Firma Kalenborn Naturstein GmbH aus Rieden/Eifel ist vorgesehen, dort erneut Trachyt in unbestimmter Menge abzubauen.

Aus Sicht vieler Anwohnerinnen und Anwohner wirft dieses Vorhaben zahlreiche Fragen und Bedenken auf.

Besonders kritisch werden die zu erwartenden Lärm- und Staubbelastungen für die Anwohner gesehen. Damit einhergehend ist nicht nur ein Verlust von Wohn- und Lebensqualität zu befürchten, es wird vermutlich auch einen deutlichen Wertverlust unserer Häuser und Grundstücke geben.

Es wurde dargelegt, dass der bisherige Vertrag zum Gesteinsabbau bereits im Dezember 2025 ausgelaufen und bisher nicht verlängert worden ist. Dennoch haben die Arbeiten bereits begonnen.

Hinzu kommt, dass sich die Natur in den vergangenen Jahren das Gelände des Steinbruchs weitgehend zurückerobert hat. Durch die Wiederaufnahme des Steinbruchbetriebs wird dieser Lebensraum dauerhaft beeinträchtigt oder sogar zerstört werden.

Sorge bereitet vielen Anwohnern außerdem der nahegelegene Judenfriedhof. Es bestehen Befürchtungen, dass dieser durch die Arbeiten beeinträchtigt wird oder ganz verloren geht.

Fazit der Teilnehmer der Begehung

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Alten Hof vertreten die Auffassung, dass sich Bürgermeister Rolf Jung in erster Linie für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Selters einsetzen sollte. Die Belange der Menschen vor Ort sollten bei allen Entscheidungen oberste Priorität haben.

Gemeinsam werden wir unsere Interessen vertreten und unser Anliegen gegenüber der Stadt deutlich zum Ausdruck bringen.

In den kommenden zwei Wochen werden wir das persönliche Gespräch mit Ihnen suchen und Sie bitten, unsere gemeinsamen Interessen mit Ihrer Unterschrift zu unterstützen.

Christina Cron, Karin Pfuhl, Pia Heubel, Ertan Caliskan, Michael Adams, Dr. Orlik Frank, Dr. Thomas Heubel 

V.i.S.d.P.:

Pia Heubel/Dr. Thomas Heubel, Alter Hof 28, 56242 Selters (Eigendruck)