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Unsere Verbandsgemeinde Selters Ww
Ausgabe 6/2026
Schul- und Kindergartennachrichten
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Volkshochschule der VG Selters

Theaterfahrt am Sonntag, 08.02. – Festung Ehrenbreitstein

Beginn: 18:00 Uhr

Ende: 20:30 Uhr

Abfahrtszeiten:

Herschbach, Haus Hergispach: 16:45 Uhr

Selters, Bushaltestelle Naspa: 17:00 Uhr

Vielbach, Bushaltestelle Metzger: 17:05 Uhr

Werther

Oper von Jules Massenet • Libretto von Édouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann nach Johann Wolfgang von Goethe • In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Werther liebt kompromisslos und zerstörerisch. Ein Opernabend wie ein offener Brief an alle Untröstlichen.

Im Zentrum von „Werther“ stehen zwei Menschen, die einander nah sind und sich doch nicht erreichen können. Werther erlebt Gefühle mit einer Intensität, die jede Grenze sprengt, während Charlotte versucht, ihre eigenen Regungen in einer Welt aus Verpflichtung, Verlässlichkeit und sozialer Ordnung zu kontrollieren. Zwischen beiden entsteht eine Nähe, die zugleich Hoffnung und Bedrohung ist: Für Werther wird sie zum Lebensinhalt, für Charlotte zum inneren Konflikt. Je stärker seine Sehnsucht wächst, desto entschlossener versucht sie, Haltung zu bewahren. „Werther“ beschreibt vielleicht mehr als eine private Liebesgeschichte das Scheitern zweier Menschen an der Unvereinbarkeit von emotionaler Wahrheit und sozialer sowie persönlicher Zumutbarkeit. Werthers Verzweiflung und Charlottes spätes Erkennen ihrer eigenen Gefühle sind zwei Seiten desselben zutiefst berührenden Dramas.

Jules Massenet war 1885 sofort ergriffen, als er Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ las. Aus dem 1774 erschienenen Briefroman formte er ein Musikdrama von außergewöhnlicher psychologischer Präzision. Die Partitur macht die Seelenzustände der Figuren und ihr unerfülltes Begehren mit feinsinniger Instrumentation und großen emotionalen Bögen hörbar. Im Zentrum steht dabei nicht das äußere Geschehen, sondern die musikalische Durchdringung intensiver Gefühlsregungen.

Die Koblenzer Inszenierung verortet Werther in den 1980er Jahren und interpretiert das Werk als Studie emotionaler Überforderung in einer scheinbar geordneten bürgerlichen Welt. Oper, Figurentheater und filmische Bilder verschränken sich zu einer hybriden Erzählweise, die eine besondere Nähe zu den Figuren schafft. Aus der genauen Arbeit an Massenets Musik entsteht ein dichtes Klang-, Raum- und Bilderlebnis, das Werthers seelische Topografie mit großer Klarheit freilegt.