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Wäller Wochenspiegel - Anzeiger für die Verbandsgemeinde Westerburg
Ausgabe 2/2020
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550 Menschen wandern zusammen ins neue Jahr

Ehepaar Schmidt aus Haigerseelbach (rechts auf dem Foto)sind treue RZ-Winterwanderer. Sie kamen zu fünft nach Enspel angefahren. Renate Driller (Düringen) gesellte sich spontan für das Foto zu den beiden. Sie wandert sehr viel, erzählte sie, und wollte dieses Mal die Rundstrecke um den Stöffel kennenlernen.

„Das Wetter ist eigentlich richtig gut“, sagt eine Mitwanderin aus Gershasen bei der 11-Kilometer-Tour rund um den Stöffel“. Die Daheimgebliebenen mögen es nicht glauben, aber, wer an trüben Tagen das Haus für einen zügigen Spaziergang verlässt, der weiß, dass plötzlich die trostlose „Grau-Samkeit“ an Bedeutung verliert und der Freude an der Bewegung Platz macht.

So geht es wahrscheinlich jedem der rund 550 Besucher des RZ-Winterwandertags 2020. Denn warum sonst sollte beispielsweise das Ehepaar Schmidt aus Haigerseelbach bereits zum fünften Mal hier dabei sein? Schließlich hat es im vergangenen Jahr die ganze Zeit geregnet. Kennengelernt haben sie den Stöffel durch die WWWWW, den Rotenhainer Westerwälderwurstwanderweg, ist zu erfahren.

Fünf verschiedene Strecken zwischen 11 und 17 Kilometern Länge, davon vier neue Routen, werden dieses Mal angeboten. Die Busse, die zum Teil mehrmals eine Strecke anfahren, sind alle restlos gefüllt - und einige Teilnehmer, die sich nicht angemeldet haben, nehmen daher an der Stöffel-Umrundung teil. Fast 130 Menschen laufen allein hier mit - sogar ein Kinderwagen ist dabei. Auch der neue VG-Chef Markus Hof läuft mit. Für zwei Frauen aus Winnen ist die Strecke auch ein Tipp für eine zukünftige private Wanderung oder eine Runde mit dem E-Bike. Bei 4 Grad war die gefühlte Temperatur erstaunlich mild, der Regen bleibt aus.

Die Wanderführer Tanja Geibert und Dieter Wisser geben an einigen Haltestellen Infos zur Gegend, Bauwerken und zum Stöffel-Park. Dieter Wisser (Vorsitzender des Stöffelvereins) erzählt, dass der Götzenberg in Stockum-Püschen als Zufluchtsort der freien Germanen diente, wenn die Römer ihnen zu sehr auf die Pelle rückten. Eine schöne Geschichte… Und ein Stöffel-Trunk-Schnaps wird auch spendiert.

Rainer Lemmer hat mit seinem Co-Wanderführer Dieter Klinz auf der Route 2 „Nisterau/Bacher Lay“ 60 Wanderfreunde in seiner Gruppe. „Wir haben viel erklärt und haben sehr gutes Feedback bekommen - und einige, die in der Nähe wohnen, meinten sogar, sie hätten doch einiges Neues erfahren bei unserer Wanderung“, berichtet er später. Einige hatten 130 Kilometer Anreise und kamen aus Rheinhessen, andere aus Bonn. „Da führt man gerne und erzählt auch und gibt Hintergrundwissen.“ Wer hätte schon gedacht, dass Basalt in der Tat härter als Granit ist. Und erstaunlich ist auch, dass die Bergleute auf der ehemaligen 1926 stillgelegten Wilhelmszeche im Braunkohlenabbau für die 8-Stunden-Schicht einen Lohn von 0,77 Euro - 0,90 Euro erhielten. Der Braunkohleabbau war über Jahrhunderte ein wichtiger Wirtschaftsfaktor - so arbeiteten in der Wilhelmszeche mehr als 600 (Bergleute), weiß Lemmer zu berichten.

Für so manchen Teilnehmer ist das Wandern hier am ersten Sonntag im Januar eine persönliche Tradition geworden. Das scheint auch für den Landrat Achim Schwickert zu gelten. Und das Essen - den beliebten Dippekuchen, Kartoffelsuppe sowie Kaffee und Kuchen, den die Stöffel-Mitarbeiter in der Nissenhalle austeilen - gehört dazu. Die Rhein-Zeitung ist mit einem Gewinnspiel dabei, der WTS (Westerwald Touristik-Service) und der Westerwald-Verein präsentieren sich vor Ort, Benjamin Junge (Gieleroth) bietet wärmende Getränke an.

Martin Rudolph (Geschäftsführer des Stöffel-Park) ist begeistert von den zahlreichen Gästen und voller Dankbarkeit angesichts der Leistung der Wanderführer und der anderen Helfer und Beteiligten.

Und dass Nachbarn oder andere ältere Wanderer nach einem selbst organisierten Spaziergang oder nach der Nutzung des IVV-Permanentwanderwegs zusätzlich in die Nissenhalle zum Essen kamen, gefällt ihm. „Ich freue mich total, dass wir so einen wunderbaren RZ-Winterwandertag hatten.“ Am 3. Januar 2021 ist es wieder soweit…

TIPP: WTS und Wegepaten bieten weitere geführte WW-Steig-Wanderungen an

Nächster Termin:

Samstag, 8. Februar, „Fackelwanderung/Vollmondnacht“. Zwischen Brandscheid und Hofgut Dapprich wird gewandert. Treffpunkt ist an dem Hofgut, von dort bringt ein Bus die Teilnehmer zum Ausgangsort. Gebühr 5 Euro, Streckenlänge 15 km, Dauer ca. 4.30 Stunden. Anmeldeschluss ist Mittwoch, 5. Februar. Die Anmeldungen erfolgen beim Westerwald Touristik-Service (WTS) per E-Mail mail@westerwald.info oder Telefon 02602/3001-0. (Bei Interesse frühzeitig anmelden. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.)

Weitere Termine: www.westerwald.info - und demnächst auch auf der Homepage von www.waellerland.de