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Wäller Wochenspiegel - Anzeiger für die Verbandsgemeinde Westerburg
Ausgabe 21/2020
Hauptthemen - Seite 3
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Naturerbefläche oberhalb des Wäller-Parks hat sich positiv für die Vogel- und Pflanzenwelt entwickelt

Am 4. September 2017 wurde der Standortübungsplatz der ehemaligen Wäller-Kaserne Westerburg an die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe übergeben. Seit Mitte des Jahres 2018 ist die NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe“ auch im Grundbuch als Eigentümerin eingetragen.

Die 153 Hektar große Naturerbefläche ist Teil des Vogelschutzgebietes „Westerwald“ und Teil des FFH-Gebietes „Westerwäler Kuppenland“. Sie gehört damit zum europäischen Schutzgebiet-Netzwerk „Natura 2000“. Das Gelände ist geprägt durch artenreiches Grünland, zahlreiche Tümpel und von naturschutzfachlich bedeutsamen Mischwaldkomplexen.

Betreuung durch die NABU-Gruppe Guckheim

Die NABU-Gruppe Guckheim hat die Betreuung des gesamten Areals des ehemaligen Standortübungsplatzes, welches sich oberhalb des Wäller-Parks in Richtung Ailertchen befindet, übernommen. „Wir möchten die Besucher sowie Hundehalter bitten, sich auf dem Gelände an die Naturschutzregeln zu halten“, wendet sich der Erste Vorsitzende der NABU-Gruppe Guckheim, Bruno Koch, an die Bevölkerung.

„Zurzeit befindet sich die Natur sozusagen in einer Kinderstube“, erläutert der engagierte Naturschützer. Leider müsse immer wieder festgestellt werden, dass Hundebesitzer mit ihren Hunden quer durch die Wiesenflächen laufen. „Auf diesen Magerwiesen finden zurzeit viele Bruten von Bodenbrütern wie Braunkelchen, Wiesenpieper und Feldlerchen statt“, ermahnt Koch.

Darüber hinaus möchte er die Hundebesitzer dazu anhalten, dass sie ihre Hunde nicht in den Wiesen ihre Hinterlassenschaften machen lassen. „Denn dieser Kot kommt bei der Heumahd ins Viehfutter und kann bei Mutterkühen zu Fehl- oder Missgeburten führen“, so Koch.

„Auch auf dem Wasserrückhaltebecken finden zurzeit viele Bruten statt. Durch Störungen mit Hunden, die bis in die Schilfzonen vordringen, werden Bruten von Wasservögeln wie Zwergtaucher, Reiherenten, Stockenten, Blesshühner und Teichhuhn so gestört, dass sie ihre Gelege verlassen. Dadurch können die Eier der Gelege so erkalten, dass die Brut zugrunde geht“, berichtet Koch weiter.

Steinhaufen, Pfähle und Grasstreifen

In den vergangenen Monaten hat er gemeinsam mit einigen Helfern verschiedene Naturschutzmaßnahmen durchgeführt. Wer in diesem Bereich öfters spazieren geht, dem sind sicher schon die großen Steinhaufen aufgefallen. In diesen fühlen sich die Steinschmätzer aus der Familie der Drosselvögel, wohl. Drei Reihen von Pfählen sind Sitzwarte für die Braunkehlchen. Koch weist beim Rundgang schließlich auch auf die Grasstreifen hin, die über den Winter hin stehen gelassen wurden. „Diese locken jetzt im Frühjahr die Wiesenbrüter an. Unsere Arbeiten haben sich gelohnt. Die Naturerbefläche hat sich sehr positiv für die Vogel- und Pflanzenwelt sowie auch für Schmetterlinge entwickelt“, freut sich Bruno Koch. Aber auch der Feldhase, den man wieder sehr zahlreich beobachten könne, profitiere von diesem Biotop.

„Die Bevölkerung soll von dieser Naturerbefläche als Naherholung nicht ausgeschlossen werden. Die NABU-Gruppe Guckheim appelliert mit der Bitte an alle Besucher, die Wege nicht zu verlassen. Hunde sind unbedingt an der Leine zu führen. Diese Regeln gelten auch für den gesamten Mischwaldkomplex. Wenn sich jeder Besucher an die Regeln hält, können wir uns alle in Zukunft an der Naturerbefläche erfreuen“, spricht Koch seine Hoffnung aus, die Bevölkerung für dieses schöne Fleckchen Erde und die dort lebenden Tiere zu sensibilisieren. (Text und Foto: Ulrike Preis)