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Wäller Wochenspiegel - Anzeiger für die Verbandsgemeinde Westerburg
Ausgabe 22/2018
Hauptthemen - Seite 6
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Erinnerungen an die guten alten Zeiten

Im Heimat-, Backes- und Ofenbauermuseum im Westerburger Stadtteil Gershasen luden Bärbel und Martin Rudolph die Besucher zu Kaffee und Kuchen ein. Im Gespräch wurden Erinnerungen an die „guten alten Zeiten“ wach.

Westerburger Museen öffneten ihre Türen

Der Internationale Museumstag fiel in diesem zufällig auf den Muttertag. Für einige Westerwälder Familien eine gute Gelegenheit, einmal gemeinsam auf Zeitreise zu gehen und sich das ein oder andere Museum in der Region anzuschauen.

In Westerburg öffneten an diesem Tag neben dem Heimat- und Trachtenmuseum in der Neustraße und dem Backes- und Ofenbauermuseum im Stadtteil Gershasen auch der Erlebnisbahnhof Westerburg und das Eisenbahn Plakat-Museum im alten Bahnhofsgebäude bei freiem Eintritt ihre Türen.

Christine Klein, Vorsitzende des Museumsvereins „anno dazumal“, freute sich an diesem Nachmittag über rund 50 Besucher, denen sie im Heimat- und Trachtenmuseum viel über die guten alten Zeiten berichten konnte. „“Diesmal kamen weniger Familien, die ältere Generation fühlte sich mehr angesprochen“, berichtete Klein. In mehreren Räumen beherbergt das Museum zahlreiche "alte Schätzchen" aus Westerburg und Umgebung. Zur Ausstellung gehören mehrere Originaltrachten aus verschiedenen europäischen Ländern und mehr als 150 Trachten in Kleinformat. Die Kleider wurden damals jahrelang getragen. Eine häufig gestellte Frage war deshalb: „Wie wurden sie gewaschen beziehungsweise gereinigt?“

„Da es damals noch keine chemische Reinigung gab“, so Klein, „wurden sie auf den ersten Schnee gelegt und mit dem Teppichklopfer ausgeklopft“.

In der guten alten Stube konnten die Besucher einen Blick in die Vergangenheit werfen. So wurden Webstuhl, Spinnrad, Wäscheschrank und Kinderkorb aus der Zeit um 1850 bis 1870 bewundert An Stehtischen gab es hier Kaffee und Kuchen. Ein Angebot, was gerne angenommen wurde.

Einladung zum Backesfest

Über tolle Gespräche freuten sich auch Bärbel und Martin Rudolph aus Gershasen. Sie hatten die Türen des Alten Backes geöffnet, in dem sich das Heimat-, Backes- und Ofenbauermuseum befindet.

Am Nachmittag hatten sie Besuch von Rita und Jürgen Büchel (76) aus Rückeroth. Wie im Gespräch zu erfahren war, hatte das Ehepaar zuvor auch den Erlebnisbahnhof und das Eisenbahn Plakat-Museum besichtigt. Vor einiger Zeit seien sie auch schon mal im Heimat- und Trachtenmuseum gewesen, berichtete die 68-Jährige. Im alten Backes hatte Bärbel Rudolph liebevoll den Tisch gedeckt und bot neben Kaffee auch selbst gebackenen Zitronenkuchen und Kräuterwind-Schokis an. Die Besucher zeigten sich begeistert von der Gastfreundschaft. Bei der Besichtigung der gemütlichen Dorfstube genossen die heimelige Atmosphäre und fanden bei der Begutachtung der alten Haushaltsgegenstände immer neuen Gesprächsstoff. Mehr als 200 Exponate führen hier den Betrachter in eine längst vergessene Zeit und geben Einblick in die damals mühselige Arbeit der Hausfrauen und Landwirte. „Gerne bieten wir kleineren Gruppen von fünf bis sechs Personen Führungen an“, informiert Rudolph, die auch auf das Backesfest (Samstag, 16. Juni) und die Backeswanderung (immer am 1. Wochenende im Januar) hinwies.

Einladung zum Lokschuppenfest

In eine ganz andere Welt führt der Erlebnisbahnhof Westerburg. Die umfangreiche Ausstellung gibt einen Einblick in die Geschichte der Eisenbahn. Bei der Vielzahl an historischen Eisenbahnfahrzeugen und Eisenbahntechnik zum Anfassen kamen wohl eher die Männer auf ihre Kosten. Gerne kamen der Vorsitzende Stephan Keßler und seine Vereinskameraden mit den Besuchern ins Gespräch. Interessant war der Rundgang über das Gelände der „Westerwälder Eisenbahnfreunde 44 508“. Wer Frage hatte, der konnte sich an die Vereinsmitglieder wenden, die gerne Auskunft gaben. So auch vom weiteren Aufbau der schweren Güterzugdampflokomotive 44 508, der in den letzten Monaten deutlich vorangeschritten ist und bei der aktuell die Bremsanlage wieder eingebaut wird.

Die nächste Veranstaltung dort ist das traditionelle Lokschuppenfest am Sonntag, den 1. Juli. Dann gibt es ab 10 Uhr wieder ein buntes Programm für die ganze Familie.

In direkter Nachbarschaft und zwar im alten Bahnhofsgebäude ist Deutschlands erstes Eisenbahn-Plakatmuseum beheimatet. Wilfried Rink befasst sich seit vielen Jahren mit Werbeplakaten der Bahn. Der fleißige Sammler erfüllte sich mit diesem Museum einen lang gehegten Traum und weiß entsprechend viel zu erzählen. Seine umfangreiche Sammlung umfasst mittlerweile weit mehr als 200, teils farbenfrohe, Plakate. Sie stammen von deutschen und auch internationalen Eisenbahnen aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts bis in die Gegenwart. An diesem Tag wird erstmals die neue Sonderausstellung „Nahverkehr auf der Schiene“ zu sehen. Auch dieses Museum ist während des Lokschuppenfestes geöffnet. (Text und Foto: Ulrike Preis)