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Wäller Wochenspiegel - Anzeiger für die Verbandsgemeinde Westerburg
Ausgabe 23/2020
Hauptthemen - Seite 2
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Unglücksursache wird untersucht

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Vermutlich hat sich der gesamte Treibstoff im Haus verteilt. „Den Geruch wird man sehr schlecht heraus bekommen“, gibt der Wehrführer von Langenhahn, Detlef Größchen, bezüglich des Schadens am Haus zu bedenken. Größchen ist auch Stellvertretender Wehrleiter. Ebenso wie Wehrleiter Peter Baumann lobte er die gute Zusammenarbeit aller Rettungsorganisationen, die Hand in Hand arbeiteten.

Mehrere Tage Einsatz

Die Bergung der völlig zerstörten Cessna gestaltete sich als schwierig. Nach dem Pfingstwochenende musste ein Kran-Unternehmen gefunden werden, das technisch in der Lage ist, das Kleinflugzeug aus dem Haus zu bergen. Warum es zu dem Unglück kam, wird untersucht. Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung untersuchten die Unfallstelle sowie die Lage und Situation des Wracks im Dachstuhl. Überdies befragten sie Zeugen und trugen technische Details zusammen, um sich so ein Bild zu machen.

Die Schnelleinsatzgruppe des DRK Betreuungsdienstes Langenhahn kam am späten Abend und versorgte die Helfer, die über Nacht die Unglücksstelle sicherten, mit einer deftigen Mahlzeit und Getränken.

50.000 Haushalte ohne Strom

Aufgrund des Flugzeugunglücks kam es zu einem großflächigem, mehrstündigen Stromausfall; und das im gesamten oberen Westerwaldkreis. Rund 50.000 Haushalte waren betroffen. Alle Feuerwehrgerätehäuser in den Gemeinden wurden für Notfälle besetzt. Die Aufgabe der Wehrleute war es dann auch, die Bewohner zu informieren und gegebenenfalls Hilfe zu leisten. Dazu gehören beispielsweise Menschen, die auf Beatmungsgeräte angewiesen sind. In einem solchen Fall werden Notstromaggregate in Betrieb genommen.

Bevor das Flugzeug in das Dach eines Hauses gestürzt war, berührte es die Hochspannungsfreileitung. Über dieses Netz wird das Mittelspannungsnetz versorgt, sodass in der Folge die Umspannanlagen Westerburg, Höhn und Höchstenbach betroffen waren. Mitarbeiter der evm-Gruppe konnten innerhalb kurzer Zeit durch entsprechende Umschaltungen den südlichen Bereich im Störungsgebiet teilweise wieder mit Strom versorgen. Die Anwohner in den übrigen Gebieten mussten etwas mehr Geduld aufbringen. Zunächst wurde die ausgefallene Hochspannungsleitung mit einem Hubschrauber abgeflogen, um weitere Schäden festzustellen. Gegen 23.40 Uhr waren die Haushalte wieder mit Strom versorgt, wenig später brannten auch wieder die Straßenlampen. (Text: Ulrike Preis)