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Wäller Wochenspiegel - Anzeiger für die Verbandsgemeinde Westerburg
Ausgabe 24/2020
Hauptthemen - Seite 3
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Keine explosionsfähigen Gaste ausgetreten

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Wie zu erfahren war, seien zu keiner Zeit explosionsfähige Gase ausgetreten, was für alle Beteiligten ein großer Vorteil war. Eine weitere Aufgabe der Brandschützer war es, den noch immer auslaufenden Treibstoff aus dem Tank der Cessna zu überwachen. Die Polizei und die Straßenmeisterei sperrten während der Bergung die durch Hintermühlen führende Westerburger Straße bis zur Auffahrt auf die L288/281. Bereits am Abend zuvor war um einen Teil des im Jahre 1907 erbauten Hauses ein Fassadengerüst durch eine hinzugezogene Dachdeckerfirma gestellt worden, letztlich auch deswegen, weil die Eintrittsstelle in das Dach besser erreicht werden konnte. Diese Vorarbeit sparte am Tag der Bergung wichtige Zeit und gewährleistete auch für notwendige Sicherungsmaßnahmen an Dach und dem Giebel die Sicherheit der Einsatzkräfte.

Genauen Unfallhergang ermitteln

Ebenso spielten die Wetterverhältnisse während der Bergung eine wichtige Rolle, denn der angekündigte Regen und Gewitter hätten die angefangenen Bergungsarbeiten verzögern, unter Umständen sogar unmöglich machen können.

Insoweit bestand ein wetterabhängiger Zeitdruck, die Bergung zügig abzuwickeln. Während der eigentlichen Bergungsphase drangen die Helfer nach und nach zum Wrack vor, beseitigten Trümmer und Baustoffe von den Flugzeugteilen. Durch die Verformungen der Tragflächen und des Rumpfes war es nicht möglich, das Wrack an einem Stück aus der Dachöffnung zu ziehen.

Teile des Flugzeugwracks wurden im Obergeschoss mit der hydraulischen Schere abgetrennt und nach und nach mit den Kränen aus dem Dach gehievt. Dabei war es immer wieder notwendig, die Statik des teilzerstörten Daches zu überprüfen. Dazu wurde der Baufachberater des THW Bendorf eingesetzt, dessen Aufgabe es war, die Bausubstanz im Auge zu behalten. Eine weitere Dachöffnung und ein Teilabbruch der Giebelwand war notwendig, um schließlich den Kabinenrumpf an einem Stück samt Motor mit den Kränen herauszuheben und die Flugzeugteile mit dem Kipper abzutransportieren.

Aufgabe der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung ist es nun, die eingelagerten Wrackteile zu analysieren. Schließlich gilt es nach wie vor, den genauen Unfallhergang zu ermitteln. Die Dachdeckerfirma errichtete mit Unterstützung des THW noch ein Notdach, um weitere Schäden vom Gebäude abzuwenden. Der Einsatz lief planmäßig ab. Das lag am äußerst besonnenen Vorgehen aller Rettungskräfte. Der Einsatz endete um 21 Uhr. (Text: Ulrike Preis)