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Wäller Wochenspiegel - Anzeiger für die Verbandsgemeinde Westerburg
Ausgabe 3/2021
Hauptthemen - Seite 8
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Wichtige Entscheidung

„Ich liebe meine Praxis und meine Patienten“, berichtet Paris und ergänzt: „Ich bin sehr froh, diese an so freundliche und kompetente Menschen übergeben zu können“. Doch ganz aufhören möchte die 69-Jährige nicht.

Ihr Medizinstudium absolvierte sie in Frankfurt und Gießen. 1986 entschloss sie sich, selbst eine Praxis für Allgemeinmedizin zu eröffnen. Zunächst im Obergeschoss der damaligen Apotheke Lachmann, fünf Jahre später zog sie in die Neustraße 23, wo sie auch heute noch praktiziert. Neben der Allgemeinmedizin gehört ihre Leidenschaft den Naturheilverfahren und der Akupunktur. „Ein Mal in der Woche werde ich noch regelmäßig in der Praxis sein und auch die Kindervorsorge-Untersuchungen weiterhin durchführen“, freut sie sich auf ihre kleinen und großen Patienten, die sie aber nun in gute Hände weitergeben möchte.

Nachfolger investierten in neue Geräte

Massoud Razavi studierte Humanmedizin an der Staatlichen Medizinischen Universität Moskau. „Dort lernte ich auch meine Frau Anna kennen“, berichtet der 50-Jährige. Sie heirateten, bekamen drei Kinder und gingen nach dem Studium in den Iran. Aufgrund der politischen Aktivitäten zog es sie nach Deutschland. Von ihrem Medizinstudium bekamen sie allerdings nur fünf Jahre anerkannt. Ein einjähriges Studium an der Uni Bonn folgte. „Somit haben wir zwei medizinische Diplome“, erzählt Razavi. Zunächst war er im Bereich der Anästhesie tätig, im Jahr 2014 wechselte er zur Inneren Medizin. Seine Facharztprüfung für Allgemeinmedizin legte er im Dezember 2020 ab.

Seine Frau Anna (45) hat sich auf die Innere Medizin spezialisiert. Ihre Facharztprüfung legte sie im Sommer 2020 ab. „Ich hoffe, dass wir in Westerburg was Gutes leisten können“, sieht sie optimistisch ihrer neuen Aufgabe entgegen. „Wir genießen die Arbeit in der eigenen Praxis jeden Tag“, führt sie weiter aus.

Eine Bereicherung für die Praxis ist das Ehepaar auch im Hinblick auf die medizinische Ausstattung. „Das Fördergeld haben wir in neue Geräte investiert“, berichten sie stolz. Neben einem neuen Ultraschallgerät konnten auch neue Geräte für kardiologische Untersuchungen wie Langzeit-EKG und Langzeit-Blutdruck angeschafft werden. Das erspare den Patienten einen weiteren Termin in der Klinik. Wie im Gespräch weiter zu erfahren war, möchten sie auch die EDV-Ausstattung der Praxis modernisieren.

Hintergrund zum Förderprojekt

Die Verbandsgemeinde Westerburg ist unter dem Motto „Lass dich fördern - und dann lass dich nieder! Wir fördern dein Medizinstudium!“ auf der Suche nach Studierenden mit dem Ziel „Facharzt für Allgemeinmedizin“. Wer sich frühzeitig dazu entscheidet, nach dem Studium zehn Jahre als Hausärztin oder Hausarzt im Westerburger Land zu arbeiten, der wird bis zum Abschluss seiner Facharztausbildung mit monatlich 500 Euro gefördert. „So können sich die Studenten ohne große Geldsorgen intensiv auf ihr Studium konzentrieren“, so die Bürgermeister Hof und Pape. Darüber hinaus möchten sie die künftigen Hausärzte schon zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn unterstützen. So stellen sie Kontakte zu bestehenden Arztpraxen her und helfen bei allen Fragen rund um das Thema „Niederlassung“.

Alle Details zur Vergabe von Stipendien und weitere Informationen gibt auf der Homepage www.lass-dich-nieder-westerburg.de. Interessenten können sich telefonisch melden unter 02663 291-700 oder per Mail an kontakt@lass-dich-nieder-westerburg.de. (Text und Foto: Ulrike Preis)