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Wäller Wochenspiegel - Anzeiger für die Verbandsgemeinde Westerburg
Ausgabe 32/2020
Hauptthemen - Seite 6
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Ein heißes Boogie-Woogie-Konzert im Stöffel-Park

Eine Konzertbeschreibung aus Sicht des Musikers Jörg Hegemann

Am vergangenen Freitag, den 31. Juli, hatte ich das große Vergnügen wieder einmal in der historischen Werkstatt im Stöffel-Park ein Konzert spielen zu dürfen. Der stimmungsvoll beleuchtete Raum war mir noch vom letzten Gastspiel in bester Erinnerung, und ich habe mich gleich aus mehreren Gründen sehr auf diesen Abend gefreut.

Coronabedingt sind in meinem Kalender für den ganzen Sommer 2020 nur zwei Konzerte übriggeblieben. Alles andere wurde abgesagt. Umso größer war meine Freude, als ich einen Anruf von Herrn Rudolph bekam und relativ kurzfristig keine Konzertabsage, sondern zur Abwechslung mal eine Konzerteinladung eintragen konnte.

Für den folgenden Samstag, den 1. August, hatte meine liebe Freundin, die bekannte Künstlerin Marlen Seubert, ihre Ausstellungseröffnung in der Galerie des Stöffel-Parks geplant - und es entstand die Idee, dieses Ereignis mit einem Boogie-Konzert einzuleiten.

Wegen Corona hatte ich in den vergangenen Monaten viel Zeit zum Üben - und die Konzertbesucher große Lust auf ein Live-Erlebnis. Bei solchen Vorzeichen konnte der Abend ja nur ein voller Erfolg werden. Als Begleitmusiker hatte ich den Kontrabassisten Paul G. Ulrich mitgebracht. Paul ist einer der besten deutschen Jazz-Bassisten, seit Jahrzehnten aktiv und hat mit Legenden wie Hugo Strasser und Bill Ramsey auf der Bühne gestanden.

Zwölf Jahre lang trat er an der Seite von Paul Kuhn im Paul Kuhn Trio auf. Paul G. Ulrich ist durch seine gezupften und gestrichenen Soli, in denen er den Kontrabass wie ein Melodieinstrument spielt, in der Tat weit mehr als nur ein Begleitmusiker. Und auch im Stöffel-Park wurde er ein ums andere Mal für seine virtuosen Soli mit begeistertem Beifall belohnt.

Wir haben beide (wenn ich das über mich selbst schreiben darf) geradezu entfesselt aufgespielt. Gefühlt war es der heißeste Tag des Sommers und bei meiner sehr körperlichen Art diese Musik zu spielen, floss der Schweiß in Strömen. Es tat unheimlich gut, die Musik mal wieder einfach laufen zu lassen. Altbekannte und beliebte Titel wie „Swanee River“ oder „Hot House Boogie“, aber auch neue Techniken und Ideen, an denen ich in den letzten Monaten gearbeitet habe, kamen sehr gut beim Publikum an.

Der begeisterte Applaus und die stehenden Ovationen am Ende des Konzertes haben Paul und mir sehr gutgetan. Wir haben den Abend wahrlich genossen und die Zuschauer sicherlich ebenso. Mein besonderer Dank gilt den Verantwortlichen, die mit viel Energie und Sorgfalt das Konzert geplant und unter Corona-Bedingungen durchgeführt haben. Und natürlich auch den Besuchern, die sich durchweg sehr diszipliniert an die Regeln gehalten haben. Und so war es schließlich ein rundherum perfekter Konzertabend, an den ich noch lange denken werde.