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Wäller Wochenspiegel - Anzeiger für die Verbandsgemeinde Westerburg
Ausgabe 42/2018
Hauptthemen - Seite 6
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„Handspinngilde“ besuchte das Heimat- und Trachtenmuseum

Gemeinsames Hobby verbindet - schöne Handarbeiten bewundert

Dieser Tage besichtigten Mitglieder der „Handspinngilde“ das Heimat- und Trachtenmuseum in Westerburg. Die Mitglieder dieser Gilde bemühen sich, altes Handwerk und Techniken wieder zu beleben und zu erhalten. Dazu gehören beispielsweise das Sticken mit Holznadeln, bekannt auch als das Nadelbinden über den Daumen. Wie im Gespräch deutlich wurde, sehen die Vereinsmitglieder das Spinnen als Ausgleich zum Alltag: „Weil es der Seele gut tut“, so die einhellige Meinung.

Im Rahmen ihres jährlichen Treffens hatten sie diesmal auch einen Besuch im Heimat- und Trachtenmuseum eingeplant. Besonderes Interesse fanden die Original Alltagshemden aus handgewebtem Leinen. Bei diesem Kleidungsstück fiel ihnen besonders das „Flohfenster“ am Halsausschnitt ins Auge. „Weil früher diese Hemden „über den Kopf“ angelegt wurden, bestand die Gefahr, dass der Schlitz einreißen konnte“, erklärte ihnen Christine Klein, die Vorsitzende des Museumsvereins „anno dazumal“ Westerburg, die die Besucher herzlich willkommen hieß. Wie sie weiter berichtete, wurde damals kurzerhand eine Verstärkung gehäkelt oder knopflochartig genäht. Diese sinnvolle Verzierung bekam den Namen „Flohfenster“. So sei es auch in den Trachtenbüchern beschrieben. Christine Klein freute sich über das große Interesse der Besucher, die auch gerne eine Kopie mit den alten Schnittmustern von den Trachtenhemden mitnahmen.

Die farbenfrohen Europäischen Trachten gefielen allen sehr gut. Besonders die Perlenstickereien an den ungarischen und polnischen Trachten. Bewundert wurde nun auch die geschickt verdeckte Naht an den rumänischen Frauenhemden. Ein besonderer Augenschmaus waren das Brautpaar aus Siebenbürgen, die Kirchenpelze und die Federkielstickereien an Gürteln, die Ockkiarbeit - auch als Frivolierspitzen bekannt.

Eingehend begutachtet wurde die Faltenstickerei an den Frauenhemden aus Siebenbürgen. „Die Zeit verging wie im Flug und die Besucher mussten wieder zum Bus. Einige von ihnen nahmen sich vor, irgendwann einmal wieder zu kommen. Das wäre schön!“, freut sich Christine Klein über die positive Resonanz und das Interesse an einem Hobby, das sie mit den Besuchern verbindet und an diesem Tag für reichlich Gesprächsstoff sorgte.

Das Museum ist nach wie vor donnerstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Sondervereinbarungen (auch wegen Trachtenverleih) können mit der Vorsitzenden Christine Klein (Tel. 02663/8854) oder Hans-Joachim Baumgart (Tel. 02663/3643) abgesprochen werden.

(Text und Foto: Ulrike Preis)