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Wäller Wochenspiegel - Anzeiger für die Verbandsgemeinde Westerburg
Ausgabe 50/2019
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VG-Rat Westerburg beschloss Haushaltsplan für 2020

Es sollen mehr als 9 Millionen Euro investiert werden

Im Rahmen der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates Westerburg, die am Dienstag, den 3. Dezember im Ratssaal stattfand, legte VG-Bürgermeister Markus Hof den Haushaltsplan für das kommende Jahr vor. „Wir schlagen Ihnen seitens der Verwaltung ein großes Investitionsvolumen vor. In der Summe sind es über 9 Millionen Euro. Dazu benötigen wir einen Kredit in Höhe von etwa 3,5 Millionen Euro“, informierte der Bürgermeister die Ratsmitglieder.

Die Schulen

Auch im Jahr 2020 nehmen die Schulen, die in Trägerschaft der Verbandsgemeinde Westerburg stehen, einen großen Stellenwert ein. Allein für die Grundschule in Höhn sind für den zweiten Bauabschnitt der Generalsanierung mehr als zwei Millionen Euro kalkuliert.

600.000 Euro sind zur energetischen Sanierung und der Sanierung der Toilettenanlagen der Realschule plus am Schlossberg Westerburg eingeplant. Dies sei nur der erste von fünf Sanierungsschritten, an dessen Ende eine völlig sanierte Schule stehen werde, erläuterte Hof.

Der Abriss der ehemaligen Hauptschule schlage mit rund 1 Million Euro zu Buche. „Dies schafft im ersten Schritt zwar keine Verbesserung der schulischen Situation, so bekommen wir aber Platz zur Umsetzung der Machbarkeitsstudie für das Schulzentrum“, informierte er die Anwesenden, darunter auch einige Besucher. Ende Januar sollen dem Hauptausschuss und dem Schulausschuss die ersten Pläne für die Zeit „danach“ vorgelegt werden.

WW-Stadion und Feuerwehr

Nach Aussage von Markus Hof soll es im nächsten Jahr dann auch endlich im Westerwaldstadion losgehen. Dort sei die Verbandsgemeinde Westerburg mit netto 900.000 Euro beteiligt. Der Gesamtsumme für die Sanierung betrage wohl rund 1,6 Millionen Euro.

Ein weiterer großer Betrag sei für die Feuerwehren bestimmt. Als Vorhaben führte er den Anbau des Feuerwehrgerätehauses in Girkenroth (100.000 Euro), den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Langenhahn (1 Millionen Euro) sowie die Anschaffung des TLF Fahrzeugs für Höhn (270.000 Euro) auf.

Wiesensee und Radweg

Auch die Sanierung des Wiesensees stehe wieder auf der Agenda. „Wir hoffen hier, dass wir durch den anstehenden Termin mit dem Landtagspräsidenten Hendrik Hering gemeinsam weiterkommen. Es wird Zeit!“, hob Hof die Umsetzung der bereits lange geplanten Entschlammung hervor. Überdies soll der Rad- und Wanderweg zwischen Westerburg und Wallmerod ertüchtigt werden. Hier sei auch die Sanierung einer Brücke finanziell berücksichtigt.

Ärztliche Versorgung

„Es ist zwar nicht die ureigenste Aufgabe einer Verbandsgemeinde und doch werden wir uns dem Problem der ärztlichen Versorgung zuwenden“, sprach Hof den Ärztemangel in Westerburg und dem Westerburger Land an. Hierzu habe die VG-Verwaltung rund 30.000 Euro im Haushalt veranschlagt. Hinter diesem Wert würden sich verschiedene Maßnahmen verstecken.

„Dies ist zum einen ein Zuschuss in Höhe von 20.000 Euro, der als „on-Top-Zuschuss“ für einen Arzt gewährt wird, wenn er sich für fünf Jahre hier niederlässt. Wir hängen uns damit an den Zuschuss der Kreisverwaltung an“, so der Bürgermeister.

Weiterhin möchte die VG Westerburg Medizinstudenten unterstützen, die sich bereiterklären, nach ihrer Ausbildung zehn Jahre in der VG zu praktizieren. Ein solcher Student/Studentin soll 500 Euro pro Monat bekommen.

Überdies soll zusammen mit der Kreisverwaltung Montabaur ein „Medizinercamp“ veranstaltet werden. Diese Veranstaltung soll ‚fertigen‘ Medizinern zeigen, wie gut man im Westerburger Land (bzw. ländlichen Raum) arbeiten und leben kann.

Zur Sprache kam in diesem Zusammenhang auch die Diskussion um die Planungen eines neuen Krankenhauses in Hattert. „Es sei hier auch nur mal angemerkt, dass das Krankenhaus in der jetzigen Lage des Gutachtens zwar ein paar Meter weiter weg liegt als im Vergleich zum ersten Gutachten, aber für uns immer noch gut zu erreichen ist. Eine Verortung in Altenkirchen ist aus unserer Sicht nicht günstig, um nicht zu sagen, schwer zu ertragen“, gab Hof zu bedenken.

VG-Werke

Der Forderung aus der letzten Ratssitzung zur Einstellung von Ingenieuren bei den Verbandsgemeindewerken werde man von Seiten der Verwaltung auch gerne nachkommen.

„Allerdings erst für das Haushaltsjahr 2021, da wir dem Werkausschuss zunächst fundierte Zahlen vorlegen wollen“, informierte der Bürgermeister.

Die Pro-Kopf-Verschuldung bei den Werken betrage 2.861,38 Euro. Es gebe aber auch ein Pro-Kopf-Vermögen von 7.514,15 Euro bei Neuanschaffung bzw. 4.104,44 Euro, wenn man den Restbuchwert betrachte. „Also gar nicht mal so schlecht in der Gesamtbetrachtung“, äußerte sich der Bürgermeister.

Die Wassergebühren betragen in Westerburg 2,00 Euro pro Kubikmeter (in Hachenburg im Vergleich 1,67 Euro). Die Abwassergebühren pro Kubikmeter 2,45 Euro (in Hachenburg 2,49 Euro).

„Wir haben aber nicht nur eine Belastung durch Gebühren, sondern auch eine Versorgungssicherheit, die ihresgleichen suchen kann“, hob Hof hervor. „Wer aufmerksam die Zeitung verfolgt, der weiß, dass es in einigen Gebieten schon zu massiven Einschränkungen kam. Hier bei uns nicht! Das sollte uns auch etwas wert sein“, hob Hof die gute Wasserversorgung hervor. Auch während der Hitzeperiode gab es keine Probleme. Vielmehr half die VG-Westerburg sogar benachbarten Verbandgemeinden mit Wasser aus.

Auch im nächsten Jahr werde in die Versorgungssicherheit investiert. Als Beispiel führte er die Deckensanierung im Hochbehälter Neuhochstein auf.

Bedingt durch die gute Planung der Investitionen könne die Verwaltung in diesem Jahr zum ersten Mal ihre Gebühren senken. „Dies ist schon vorausgeplant worden, allerdings hat keiner so recht daran geglaubt““, berichtete der Bürgermeister stolz.

Die solare Trocknung an der Gruppenkläranlage Westerburg/Gemünden spare pro Jahr 32,5 Tonnen CO2 ein, äußerte er sich im Hinblick auf das derzeit vieldiskutierte Thema Klimaschutz. Zusammen mit den Ortsgemeinden soll die Nutzbarkeit der kommunalen Gebäude für Solaranlagen geprüft werden. Eine Partnerschaft mit der Umwelt-AG des Konrad-Adenauer-Gymnasiums Westerburg sei in Vorbereitung. Gemeinsam sollen Wiesen und Rabatte geschaffen werden, in denen sich Insekten wohl fühlen können.

Seinen Mitarbeitern von der Verwaltung sprach Hof für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen zwei Monaten seinen besonderen Dank aus.

Für die vorgelegten Haushaltspläne, “die ihrem Titel gerecht werden, das Leben entfalten, die Gegenwart meistern, die Zukunft gestalten“, bat er um Zustimmung, die ihm von den Ratsmitgliedern dann auch einstimmig erteilt wurde. (Text und Foto: Ulrike Preis)

Bildunterzeile:

Auch im Jahr 2020 nehmen die Schulen, die in Trägerschaft der Verbandsgemeinde Westerburg stehen, einen großen Stellenwert ein. Allein für die Grundschule in Höhn sind für den zweiten Bauabschnitt der Generalsanierung mehr als zwei Millionen Euro kalkuliert.