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Wäller Wochenspiegel - Anzeiger für die Verbandsgemeinde Westerburg
Ausgabe 7/2018
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Hubert Ickenroth ist neuer Direktor am Amtsgericht in Westerburg

Hubert Ickenroth (links) trat jetzt offiziell die Nachfolge von Helmut Seelbach (rechts) an. Den Gattinnen überreichte Justizminister Herbert Mertin (Mitte) Blumen. Mertin fungierte als Hauptredner bei der Festveranstaltung, die in den Räumen der Justizbehörde in Westerburg stattfand.

Vorgänger Helmut Seelbach feierlich in den Ruhestand verabschiedet

Westerburg. Seit Montag, den 5. Februar 2018 ist Hubert Ickenroth aus Obersayn offiziell neuer Direktor am Amtsgericht Westerburg. Der 60-jährige Jurist trat damit die Nachfolge von Helmut Seelbach an, der das Amt seit 2011 innehatte. Zum Festakt, der in den Räumen der Justizbehörde stattfand, kamen viele Ehrengäste, darunter auch der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin.

Zunächst hieß der Präsident des Landgerichts Koblenz, Stephan Rüll, alle Anwesenden, darunter viele Vertreter der dritten Staatsgewalt, herzlich willkommen. Mit seinen 51 Jahren sei das Amtsgericht Westerburg noch ein recht junges Gericht, so Rüll.

Justizminister Herbert Mertin ging in seiner Ansprache zunächst auf den Werdegang von Helmut Seelbach ein, der über mehr als 30 Jahre hinweg, bis auf kleine Abordnungen, fest mit dem Amtsgericht in Westerburg verwurzelt gewesen sei. Er habe zahlreiche Initiativen mit dem Personalrat auf den Weg gebracht und Traditionen wie das Hoffest wiederbelebt. Aber auch in der Modernisierung habe er sich verdient gemacht, wozu unter anderem die neue, so gut wie betriebsbereite Aufzugsanlage gehört. „Helmut Seelbach war ein beispielhafter Behördenleiter und ein Aushängeschild für die Justiz“, hob Mertin hervor und wünschte ihm für den Ruhestand alles Gute.

Große Fußstapfen

In seinem Grußwort überbrachte der Erste Kreisbeigeordneten Kurt Schüler die besten Wünsche von Landrat Achim Weinert und der gesamten kommunale Familie. Ihm folgten Rechtsanwalt Thomas Dingendorf vom Anwaltsverein Westerwald und Sabine Heinz, die im Namen des Personalrats des Amtsgerichts Westerburg sprach.

Die Fußstapfen, in die Hubert Ickenroth nun treten wird, sind groß. Und doch waren sich alle Redner einig, dass er die Erwartungen voll und ganz erfüllen wird. „Es war eine gute Entscheidung, Sie zum Direktor zu ernennen“, äußerte sich der Justizminister.

Neben Hubert Ickenroth und Helmut Seelbach war auch dessen Vorgänger Richard Zilles gekommen, so dass drei der bislang vier Direktoren in einem Raum versammelt waren. Ein humorvoller Akt war die Übergabe des „Sauhaufens“ an den neuen Behördenchef. Hierbei handelt es sich weniger um ein Maskottchen, sondern ist die seinerzeit von Gerhard Krempel gespendete Keramik-Figur vielmehr ein Symbol für etwas, das nicht eintreten darf.

Helmut Seelbach zeigte sich tief beeindruckt von den freundlichen Abschiedsworten. Er dankte der Belegschaft, die ihm eng ans Herz gewachsen sei. Seinem Nachfolger Hubert Ickenroth wünschte er viel Erfolg und eine glückliche Hand. „An Herausforderungen mangelt es nicht“, stellte Ickenroth fest. Er freue sich, ein gut organisiertes Gericht mit motivierten und fleißigen Mitarbeitern übernehmen zu können. Für einen schönen musikalischen Rahmen sorgten die Blechbläsergruppe Komilites und die Sängerin Brenda Lee Liesen.

Zur Person

Hubert Ickenroth ist Jahrgang 1957 und wurde in Obersayn geboren. Er studierte Jura an der Johannes-Gutenberg-Universität in in Mainz. Seine Referendarausbildung machte er unter anderem auch beim Amtsgericht Westerburg. In den Jahren von 1986 bis 1990 wurde Ickenroth als Richter auf Probe bei den Amtsgerichten Bingen und Altenkirchen, dem Landgericht Bad Kreuznach und bei der Staatsanwaltschaft Koblenz eingesetzt. Am 27. Dezember 1990 erfolgte schließlich die Ernennung zum Richter am Amtsgericht am Amtsgericht Betzdorf. Ickenroths Tätigkeitsschwerpunkte waren Zivilsachen, und er hatte den Vorsitz des Schöffengerichts inne.

Nachdem der Obersayner Jurist am 3. August 2009 zum ständigen Vertreter des Direktors des Amtsgerichts Betzdorf berufen wurde, erfolgte fünf Jahre später, am 1. November 2014, seine Abordnung ans Amtsgericht Westerburg, wo er ebenfalls den Stellvertreterposten übernahm. Seine Tätigkeitsschwerpunkte hier: Zivil-, Bußgeld- und Betreuungssachen. Am 29. August 2017 wurde er intern zum Direktor des Amtsgerichts ernannt.

Hubert Ickenroth richtet zudem ein Augenmerk auf den juristischen Nachwuchs, denn seit 1996 fungiert er als Prüfer im ersten Staatsexamen, und seit 2002 prüft er die Referendare auch im zweiten Staatsexamen. Von 2005 bis 2017 war der Westerwälder zudem Vorsitzender des Koblenzer Vereins der Richter und Staatsanwälte. Seit dem Jahr 2010 ist er Mitglied des Präsidialrates der ordentlichen Gerichtsbarkeit. In seiner Freizeit sucht der neue Direktor gerne die Nähe zur Natur: Er hat ein ausgesprochenes Faible fürs Fliegenfischen und die Imkerei. (Text und Foto: Ulrike Preis)