Auf großes Interesse stieß der 1. Waldbildungstag des Waldbauvereins auf dem „Holzplatz“ am Asberg in Kretzhaus. Über 70 Interessenten konnte der Vorsitzende Uwe Werner begrüßen, darunter Forstamtleiter Uwe Hoffmann, den Förster für den Privatwald Justus Schmidt und auch den ehemaligen Privatwaldbetreuer Dieter Steinebach. Ferner war die mit dem Waldbauverein kooperierende Fa. Logosol GmbH mit dem Geschäftsführer Henrik Sigurdson vom Bodensee angereist, um unter anderem die neueste Sägetechnik zu präsentieren. Nach der Begrüßung gab der Geschäftsführer des Waldbauvereins Martin Werner eine kurze Einführung in den Ablauf der Veranstaltung und machte weitere Erklärungen.
Zunächst erläuterte Förster Justus Schmidt die Sortierung von Rohholz anhand der Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel in Deutschland (RVR); unter Rohholz versteht man gefällte und entastete Bäume oder Baumteile. Die Sortierung ergibt sich dann nach Holzart, Sortiment, Qualität und Dimension. Bei der Holzart wird nach Laub- und Nadelholz unterschieden und beim Sortiment nach Stamm-, Industrie-, Energieholz (Brennholz) sowie Sondersortimente. Stammholz ist entsprechend seiner Holzmerkmale nach Qualitätsklassen zu sortieren (A-D). Danach wurde anhand der vorhandenen Stämme erklärt, welche Holzmerkmale die Qualität beeinflussen und wie das Holz gemessen wird. Im Anschluss dann die Qualitätssortierung am Beispiel einer Eiche nach RVR; hierbei erfolgt dann die Einstufung in die Qualitätsklassen; ebenfalls der Hinweis auf die Stärkeklassen D 0 bis D 8 und die Erläuterung des Rindenabzugs bei den einzelnen Holzarten.
Die Qualitätsanforderungen für Energie- (Brenn-)holz: Es enthält gesundes beil- und nagelfestes Holz (mit oder ohne Rinde), auch unterhalb der „Derbholzgrenze“ von 7 cm Durchmesser. Geringe Faulflecken und Rotfäule beim Nadelholz und leichte Erstickungen/Verstockungen beim Laubholz werden toleriert. Einträge von Verschmutzungen und Fremdmaterial sind zu vermeiden; Energieholz mit erheblichen „Mängeln“ ist als Sondersortiment auszuweisen. Die gesetzlichen (amtlichen) Maßeinheiten Meter (m), Kubikmeter (cbm) und Tonne (t) sind sowohl internationaler als auch deutscher Standard. Umrechnungsfaktoren finden bei der internen Umrechnung forstlicher Maßeinheiten in fm o. R. Verwendung. Sie dienen in der Regel vorrangig statistischen Zwecken und spiegeln lediglich reine Durchschnittswerte wider.
Im Anschluss daran folgte dann die Vorführung eines mobilen „Bandsäge-“ und eines „Kettensägewerks“ durch Henrik Sigurdson. Das Kettensägewerk ist die einfachste und mobilste Form eines „Minisägewerks“ mit der (eigenen) Motorsäge; es sägt dabei so gut im Wald wie daheim im Hof. Bei der Schneideausrüstung sind besondere Schienen und Ketten erforderlich. Beim Bandsägewerk wurde das neueste Produkt vorgeführt; dabei wurden auch die häufigsten Ursachen für einen „Wellenschnitt“ (Sägebänder, Einstellung der Säge, das Holz und der „Säger“) erläutert sowie die „Sägebandpflege“ dargestellt. Natürlich steht und fällt die Leistung jeder Säge mit einem gut gepflegten Sägeband. Zum Schluss wurden noch die verschiedenen Schnitttechniken erklärt und auf die gängigsten Schnittarten für Bauholz eingegangen sowie eine sogenannte „Holzliste“ für (zum Beispiel) ein Bauvorhaben dargestellt. Hierzu noch ein Praxistipp: Wenn das Bauholz für einen Dachstuhl vollständig und scharfkantig aus dem Rundholz zugeschnitten wird, entstehen in der Regel ausreichend viele Bretter, um das gesamte Dach zu verschalen. Mit einem besonderen Dank an die Referenten und auch die Teilnehmer schloss der Vorsitzende die Veranstaltung.