Der erste Weltkrieg war vorbei, Hunger und Elend im ganzen Land. Mitten in der Inflation wurde auch ich geboren. Es wurde auch wieder gefeiert, wie der Junggesellenverein wieder seine Kirmes beging. Obwohl der Krieg vorbei war, wurde in Dattenberg wieder geschossen. So besaß die Gemeinde drei "Katzeköpp", die im Spritzenhaus lagerten. Diese "Katzeköp" (Böller) wurden zu jeder Kirmes auf dem Neuen Weg in Stellung gebracht. Es gab einen Schützen, der für die Katzeköpp und das dazugehörige Pulver verantwortlich war. Er wohnte mit seinen Geschwistern in der Burgstraße als Junggeselle. lm Dorf nannte man ihn "Schess Hännesje" (Johann Becker). Wenn im Kirmesgottesdienst die Wandlung durch Glockengeläut angekündigt wurde, zündete er zum ersten Mal seine Böller. Ging der Kirmeszug durch den Ort, lud er seine Katzeköpp erneut, was man schon von weitem hörte. Er füllte die Böller mit Schießpulver, nahm einen Stock und schlug das Pulver mit Stock und Hammer ganz fest. Die Mündung verstopfte er mit Papier. Die Anwohner sagten dann: "Et Hännesje es at widde am kloppe." Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wollte man wieder böllern, aber die Katzeköpp waren verschwunden. Es wird wohl einen Liebhaber gegeben haben, der sie einfach geklaut hat. Dies kann nicht einfach gewesen sein, waren sie doch recht schwer. Wäre ich gehässig, würde ich heute noch bedauern, dass eines dieser schweren Dinger dem Dieb nicht auf die Füße gefallen ist. Et Schess Hännesje starb, aber seine Böller blieben verschwunden. So ging leider auch dieser alte Brauch zu Ende.