Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus den fünf Dörfern der Ortsgemeinde lassen sich das Aufmaß eines Holzpolders erläutern.
Revierförsterin Cornelia Fronk erläutert den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Wiederaufforstung und den Aufbau eines klimaangepassten Mischwaldes.
Bei bestem Wanderwetter fand der diesjährige Gemeindewandertag der Ortsgemeinde Niederwambach am 12.September statt. Zu Beginn begrüßte der Ortsbürgermeister Lars Reidenbach die zahlreichen interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den fünf Dörfern der Ortsgemeinde und aus den umliegenden Gemeinden. Unter dem Motto „Rund um den Wald“ führte die etwa 7,5 Kilometer lange Strecke von Breibach über Niederwambach, vorbei an Seyen und wieder zurück nach Breibach. Fachkundig begleitet und mitgestaltet wurde die Wanderung von Revierförsterin Cornelia Fronk.
An mehreren Stationen vermittelte sie anschauliche Einblicke in die praktische Arbeit im Wald. Zum Auftakt erklärte sie, wie die Holzmenge eines Holzpolters durch ein forstliches Aufmaß ermittelt wird und auf welcher Grundlage anschließend die Abrechnung gegenüber dem Endkunden erfolgt.
An einer weiteren Station wurde eine in einem Hohlweg oberhalb von Niederwambach angelegte Wasserrückhaltemaßnahme vorgestellt. Nach einem Starkregenereignis im Jahr 2021 waren dort erhebliche Mengen Oberboden von den höher gelegenen Feldern abgeschwemmt und bis in die Ortslage Niederwambach gespült worden, sodass die Feuerwehr anrücken musste. Durch Quereinbauten entstanden drei Absetz- und Rückhaltebecken. Diese können größere Wassermengen zwischenspeichern und zugleich abgeschwemmten Boden zurückhalten. Damit ist die Ortslage heute deutlich besser geschützt.
Auch der Eichenprozessionsspinner war Thema der Wanderung. An einer befallenen Eiche oberhalb des Forsthauses Lichtenthal erläuterte Cornelia Fronk die Herkunft und Ausbreitung der Raupen sowie den richtigen Umgang mit einem Befall.
Besonders eindrucksvoll war der Besuch einer Wiederaufforstungsfläche in der Nähe von Seyen. Die Ortsgemeinde Niederwambach besitzt rund 240 Hektar Wald und musste infolge von Trockenstress und Borkenkäferbefall erhebliche Verluste insbesondere bei den Fichtenbeständen hinnehmen. Mit großem Einsatz werden die betroffenen Flächen nun zu klimaangepassten und vielfältigen Mischwäldern entwickelt. Viele Tausend junge Bäume aus insgesamt 23 verschiedenen Baumarten wurden dafür durch die Ortsgemeinde gepflanzt. Cornelia Fronk erläuterte verständlich, wie die Auswahl unterschiedlicher Baumarten dazu beitragen soll, den Wald widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit, Schädlingen und den Folgen des Klimawandels zu machen.
Zum Abschluss erwartete die Wandergruppe an der Grillhütte in Breibach eine wohlverdiente Stärkung. Die Erste Beigeordnete der Ortsgemeinde und Vorsitzende des Dorfvereins Breibach, Daniela Berger, lud die Gäste zu Würstchen und selbst gemachter Pizza aus dem Backes ein. Bei leckerem Essen und vielen guten Gesprächen fand der rundum gelungene Tag einen besonders schönen und geselligen Ausklang.
Die interessante Wanderung, die fachkundigen Erläuterungen und das harmonische Miteinander machten den Gemeindewandertag zu einem echten Gemeinschaftserlebnis. Die zufriedenen Besucherinnen und Besucher waren sich einig: Es war ein sehr schöner Tag, der Bewegung, Wissenswertes und Geselligkeit auf gelungene Weise miteinander verbunden hat.