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RW-Direkt
Ausgabe 49/2019
Aus der Verwaltung / Ortsgemeinde
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Niederschriftüber die 4. Sitzung des Ortsgemeinderates der Ortsgemeinde Bonefeld am 09.11.2019

Im Vorfeld der Sitzung wurde um 14.00 Uhr die Waldbegehung der Ortsgemeinde Bonefeld unter Leitung des Revierbeamten Grobbel durchgeführt. Folgende Personen haben teilgenommen:

Sebastian Grobbel, Christoph Becker, Stefan Vogtmann, Claus Gördes, Manfred Krämer, Ulla Reinhard, Jakob Sawatzky, Rüdiger Korth, Frank Reinhard, Anja Kroll, Claudia Runkel, Klaus Reinhard, Monika Odenweller, Klaus Odenweller, Rolf Hertling, Christine Hertling, Regina Keßelheim, Peter Keßelheim, Max Reinhard, Liza Schneider, Marie Reinhard, Klaus Puderbach, Ute Puderbach, Sven Elberskirch, Siegfried Bronder und Thorsten Forneberg.

Ortsbürgermeisterin Runkel begrüßt die Anwesenden zur Waldbegehung 2019. Revierleiter Sebastian Grobbel begrüßt die Anwesenden ebenfalls und führt aus, dass im Fokus der diesjährigen Begehung der Borkenkäfer und der Befall von Fichtenholzbeständen steht. Die Teilnehmer begeben sich in den Bereich „Geisberg“ der Gemarkung Bonefeld im Flur 9, Flurstück 89. Herr Grobbel erläutert den Anwesenden die Situation um den Borkenkäfer. Zunächst macht er alle auf die im Spätsommer allseits sichtbare Beeinträchtigung der Fichte aufmerksam. Die Rotfärbung stellt den Zustand des Baumes dar, wenn der Befall des Baumes schon stattgefunden hat bzw. schon abgeschlossen ist. Für Bonefeld hat sich der Befall des Borkenkäfers für den Nadelholzbestand nicht so gravierend wie in anderen Gebieten ausgewirkt. Den Einschlag in Bonefeld beziffert Herr Grobbel auf 260 fm Fichte. Den Teilnehmern wird erläutert, dass die vergangenen zwei trockenen und heißen Sommer den Pflanzen sehr geschadet hätten. Herr Grobbel beschreibt die Entwicklung des Borkenkäfers, die schon mit einer warmen Woche im April bei ca. 15° beginnt. Es wird über den Schwarmflug der Käfer, die Entwicklung des Nachwuchs und der bis zu drei Generationen berichtet. Anhand von Baumrinden zeigt er den Anwesenden wie der Käfer Gänge für die Larven anlegt. Zum Namen Buchdrucker hat es der Käfer gebracht, weil gerade diese in der Rinde befindlichen Gänge an eine aufgeschlagene Buchseite erinnern. Da das Verhältnis der Käferentwicklung bei 1 zu 10 liegt, werden durch einen befallenen Baum anschließend bis zu 10 weitere Bäume befallen. Damit wird auch gleichzeitig der Schutz des Käferbefalls mit dem Einschlag der befallenen Bäume beschrieben. Dazu gehört jedoch das Erkennen des Befalls. Dies zeichnet sich durch am Baumstumpf befindliches Bohrmehl ab. Häufig kann es noch in Spinnennetzen erkannt werden. Die befallenen Bäume sowie direkt angrenzende Bäume werden beseitigt. Leider ist bei einem so großflächigen Befall wie in Deutschland eine Aufarbeitung in kurzer Zeit nicht immer möglich. Deshalb ist ein Käferbefall nicht überall einzudämmen. In Bonefeld konnte die Bekämpfung auf den kleinen Flächen erfolgreich durchgeführt werden.

Im Bestand, in der die Fällung der Fichten erfolgt ist, können sich die Teilnehmer einen Überblick über das Ausmaß verschaffen. Den Anwesenden wird ein Borkenkäfer aus einer Rinde eines Baumes gezeigt. Die letzten befallenen Bäume sollen im Winter eingeschlagen werden. Auf Rückfrage wird prognostiziert, dass die Fichtenwälder in den folgenden Jahren zum größten Teil verschwinden werden.

Es ist geplant, dass die Schadflächen wieder aufgeforstet werden. Bei einer Flächengröße von 1 ha ist mit bis zu 10.000 € an Kosten zu kalkulieren, in Abhängigkeit der zu pflanzenden Baumarten. Soweit möglich will man auf Naturverjüngung setzen.

Leider führt das Überangebot an Fichte zu einem starken Preisverfall. Von ehemals 95 € pro Festmeter ist dieser zwischenzeitlich auf 39 € gesunken. Auf Nachfrage erklärt Herr Grobbel das man in naher Zukunft auf eine Mischung verschiedener Baumarten setzen wird, u.a. auf Douglasie, Weiß- und Küstentanne. Im Flur 9 Nr. 12 wird den Teilnehmern ein Douglasienbestand aufgezeigt. Dieser soll eingeschlagen werden. Die Durchforstungsmaßnahme soll 108 Bäume umfassen. Insgesamt beläuft sich der Einschlag auf 70 fm.

Mit dem Hinweis auf die Lage des Selbstwerberholzes am Mittelheideweg (Durchforstung Buchen- Eichenbestand) und der Position des Industrieholzes wird die diesjährige Waldbegehung beendet.

Die Vorsitzende eröffnet um 16.00 Uhr die ordnungsgemäß und fristgerecht einberufene Sitzung, begrüßt die Anwesenden und stellt die Beschlussfähigkeit fest.

Zum Schriftführer wird Thorsten Forneberg bestellt.

Einwendungen gegen die Fassung der letzten Niederschrift des Ortsgemeinderates der Ortsgemeinde Bonefeld werden in der nächsten Sitzung behandelt.

1. Beratung und Beschlussfassung über den Forstwirtschaftsplan 2020

Die Vorsitzende übergibt Herrn Sebastian Grobbel das Wort.

Herr Grobbel führt zunächst aus, dass das Wirtschaftsergebnis für das Jahr 2018 mit einem Minus von 2.000 € abgeschlossen hat. Hintergrund war der geringere Einschlag auf Grund des Preisverfalls im Nadelholzbereich. Es wurden lediglich die Windwurfmasse (50 fm) und das Käferholz (30 fm) vermarktet.

Zum Stand 2020 verfügt die Ortsgemeinde Bonefeld über 204 ha an Waldbestand. Der Hiebsatz in der Ortsgemeinde wurde über das Forsteinrichtungswerk mit 1.335 fm vorgegeben. Dieser Hiebsatz ist in den vergangenen Jahren jedoch nicht erreicht worden. Auf Nachfrage wird nochmals erläutert, dass der reduzierte Einschlag z.B. durch die Preissituation sinnvoll ist.

Anschließend erläutert der Revierbeamte den Forstwirtschaftsplan 2020.

Dieser beinhaltet einen Einschlag von 800 fm Laubholz bei 100 fm Eiche und 700 fm Buche. Bei der Buche sind es 300 fm Stammholz und 400 fm Brennholz.

Im Nadelholz sollen 400 fm eingeschlagen werden. Darunter fallen 250 fm Fichte, nur wenn es als Käferholz anfällt und 150 fm Douglasie.

Der Ertrag soll 69.267 € betragen.

Im Aufwand sind die Rückekosten von 29.000,00 €, Neuanpflanzung im Bereich der Käfernester mit 2.000,00 €, Kulturpflege im Nadelholz mit 1.000,00, Verbiss und Fegeschutzmaßnahmen in den Neubeständen von 1.500,00 €, Verkehrssicherungsmaßnahmen (Sportplatz) von 1.000,00 €, Pflege Alteburg und Keltengräber von 350,00 €, Wegeunterhaltung 2.000,00, Anteil an den Ausbildungskosten des FZV von 2.000,00 € und die Grundsteuern etc. von 3.550,00 enthalten.

Zuzüglich der Wildverhütungspauschale von 800,00 € und abzüglich der Beförsterungskosten von 22.000,00 € (12.000,00 Pensionäre, 10.000,00 € Revierbeamter) ergeben sich Einnahmen von 70.067,00 € und Ausgaben von 64.400,00 €. Somit plant die Ortsgemeinde mit einem positiven Ergebnis von 5.667,00 €.

Der Ortsgemeinde wird aus forstlicher Sicht angeraten, angrenzend zum in der Waldbegehung angesprochenen Douglasienbestand die Flächen für Aufforstungsmaßnahmen im Rahmen der Flurbereinigung zu erwerben, da noch Ausgleichsflächen für die Gewerbegebietserweiterung benötigt werden.

Im Bereich des Brennholzes erkennt Herr Grobbel kein Anpassungserfordernis. Wie in den anderen Gemeinden soll der Preis nicht verändert werden.

Brennholz in der Selbstwerbung ohne Industrieholz 15,00 bis 18,00 €

Brennholz in der Selbstwerbung mit Industrieholz 20,00 bis 22,00 €

Brennholz gesetzt im Bestand 50,00 €

Brennholz gesetzt am Weg 55,00 €

Industrieholz am Weg 35,00 €

Fragen zum Forstwirtschaftsplan bestehen nicht. Anschließend wird dem Forstwirtschaftsplan zugestimmt.

Abstimmungsergebnis:

einstimmig angenommen

Ja-Stimmen: 13, Nein-Stimmen: 0, Enthaltungen: 0

2. Bauleitplanung in der Ortsgemeinde Bonefeld;Bebauungsplan "Erweiterung Auf´m Hüschen"Aufstellungsbeschluss

In der Ortsgemeinde Bonefeld haben in den vergangenen Jahren die verfügbaren Baugrundstücke stetig abgenommen. Die große Nachfrage an Baugrundstücken konnte letztlich nur durch die Versiegelung von Gartengrundstücken und dem Abriss von nicht erhaltungswürdiger Bausubstanz gedeckt werden. Aus diesem Grund erkennt die Ortsgemeinde ihr städtebauliches Erfordernis der Bevölkerung Baugrundstücke zur Verfügung zu stellen. Zur entsprechenden Entwicklung verfügt die Ortsgemeinde noch über Flächen, die im gültigen Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde als Potenzialflächen ausgewiesen sind.

Der Ortsgemeinde steht jedoch auch gemäß § 13 b BauGB ein Recht zu, außerhalb der verbindlichen Darstellung des Flächennutzungsplanes Wohnbauflächen zu entwickeln. Von diesem Recht kann die Ortsgemeinde jedoch nur Gebrauch machen, wenn für ein neues Plangebiet bis zum 31.12.2019 ein Aufstellungsbeschluss gefasst wird. Aus diesem Grund wird seitens der Gemeindeverwaltung vorgeschlagen ein Plangebiet in der Verlängerung des Baugebietes Auf´m Hüschen, welches nicht als Wohnbaufläche im Flächennutzungsplan dargestellt ist, mittels eines Bebauungsplanes zu überplanen.

Der den Anwesenden vorgestellte Plan stellt lediglich eine grobe Übersicht einer möglichen baulichen Nutzung dar. Das Konzept weist eine Pufferzone zur bestehenden 110 KV-Leitung auf. Verkehrlich erfolgt ein Anschluss an die Mörikestraße mit Verbindung an die Straße Im Wiesental. Der bestehende Wirtschaftsweg (Anbindung Jagdhaus) wird als weitere Erschließungsanlage mit einer Wendeanlage dargestellt. Das Jagdhaus behält seine Anbindung in der bisherigen Form. Das Gebiet könnte bis zu 28 Bauplätze umfassen.

Sofern der Gemeinderat die Möglichkeiten des Baugesetzbuches nutzen möchte und ein Plangebiet zur weiteren Entwicklung der Ortsgemeinde erschließen will, empfehlen wir einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss für das mit einer roten Linie dargestellte Plangebiet zu fassen.

Nach kurzer Beratung ist der Gemeinderat der Auffassung den entsprechenden Aufstellungsbeschluss zu fassen.

Beschluss:

Die Ortsgemeinde beschließt die Aufstellung des Plangebietes „Erweiterung Auf´m Hüschen“ entsprechend des vorgelegten Geltungsbereiches.

Abstimmungsergebnis:

einstimmig angenommen

Ja-Stimmen: 13, Nein-Stimmen: 0, Enthaltungen: 0

3. Mitteilungen/Verschiedenes

Die Vorsitzende berichtet darüber, dass die Akazienbäume im Bereich der Rüllbachstraße und Mörikestraße beseitigt werden sollen. Die Anwohner hatten sich über die Beschädigung der Straßen, Gehwege und Grundstücksbereiche beschwert. Die Bäume sollen beseitigt und die Stümpfe abgefräst werden. Die bestehenden Flächen sollen anschließend als Beete angelegt werden.

4. Einwohnerfragestunde

Seitens der Einwohner werden Fragen zum Baugebiet im Hinblick auf die zukünftige Eigentumssituation und Vermarktung gestellt.

Es wird um Information gebeten, ob der Fahrradweg nach Straßenhaus mit Hindernissen für den Fahrzeugverkehr versehen werden kann. Hintergrund ist das häufige auftauchen von schnell fahren Personenkraftwagen. Die Ortsbürgermeisterin teilt mit, dass die Problematik mit der Polizeiinspektion erörtert wird.

Auf ein identisches Problem wird beim Fahrradweg unterhalb des Kindergartens hingewiesen. Offensichtlich nutzen hier auch Personenkraftwagen diesen Weg als Abkürzung bei verkehrsbedingten Stauungen auf der B 256. Dieser Sachverhalt soll mit dem LBM geklärt werden. Eine Einfahrtsbehinderung in den Fahrradweg wird als Lösungsmöglichkeit vorgetragen.

Nachdem keine weiteren Fragen bestehen, schließt die Vorsitzende die Sitzung um 16.33 Uhr und lädt alle Anwesenden zu einer Erbsensuppe ein.