„Lieder von liederlichen Frauenzimmern“ stehen am Samstag, 3. Oktober, auf dem Programm, wenn Joelle Charlier (Mezzosopran, Brüssel) und Wouter Vande Ginste (Piano, Ghent) ihren schon fest im Jahresprogramm verbuchten Besuch in der Villa Weingärtner (Scheurener Straße 25 in Unkel) machen. Auszüge aus Briefen und Tagebucheintragungen der zum Teil wenig bekannten Komponistinnen ergänzen den musikalischen Teil.
Die Bonner Musikerin Johanna Kinkel zum Beispiel komponierte Lieder im romantischen Stil, zog vier Kinder groß, leitete eine revolutionäre Zeitschrift und verfasste Mundartgedichte. Auf den Rat ihres Freundes Felix Mendelssohn, sich weniger zu verzetteln, antwortete sie: Konzentration sei ein Luxus, der meist den Männern vorbehalten bleibe.
Bekannter ist Johannas Zeitgenossin Clara Schumann und die 1879 geborene Alma Mahler. Doch die Werke von Julie Baroni-Cavalcabo, Liza Lehmann oder Lili und Nadia Boulanger sind bis heute nicht Teil des in Konzertsälen gespielten Kanons. Neben ihren musikalischen Werken werden Briefe und Tagebucheinträge einen persönlicheren Zugang zu den oft steinigen Lebenswegen der Komponistinnen ermöglichen.
Fanny Hensel zum Beispiel schuf mehr als 460 Werke, von denen bislang nur ein kleiner Teil veröffentlicht ist. Vater und Bruder gestatteten nicht, dass sie selbst in die Öffentlichkeit trat, einige Werke publizierte sie deshalb unter dem Namen ihres jüngeren Bruders Felix Mendelssohn Bartholdy. Ihr Vater Abraham schrieb der 15-jährigen Fanny: „Die Musik wird für dich stets nur Zierde, immer Bildungsmittel, Grundbaß Deines Seins und Tuns werden. Beharre in dieser Gesinnung und diesem Betragen. Sie sind weiblich, und nur das Weibliche ziert und belohnt die Frauen.“
Das Konzert beginnt um 19.00, Einlass ab 18.15. Der Eintritt kostet 32 Euro inklusive der gewohnt leckeren Pausenmahlzeit.
Nur Vorverkauf, keine Abendkasse. Reservierungen unter info@villa-weingaertner.de oder 02224 9876714