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Wochen-Kurier Verbandsgemeinde Unkel
Ausgabe 28/2023
Vereine und Verbände
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Elmar Scheuren vermittelt beim Obst- und Gartenbauverein Rheinbreitbach Einsichten auf die Flößerei auf dem Rhein

Elmar Scheuren (stehend) zeigt beeindruckende Bilder von der historischen Rheinflößerei, hier bei Unkel.

Mit zahlreichen historischen Aufnahmen vermittelte Elmar Scheuren, langjähriger Leiter des Siebengebirgsmuseums Königswinter, bei einem Vortragsabend des Obst- und Gartenbauereins (OGV) Rheinbreitbach umfassende Einblicke in die frühere Flößerei auf dem Rhein. Mehr als 40 interessierte Zuhörer folgten in der Villa von Sayn aufmerksam seinen ebenso spannenden wie sachkundigen Ausführungen.

Scheuren stellte nicht nur die faszinierende Technik der mittlerweile in Vergessenheit geratenen Transportform dar, sondern veranschaulichte auch die Arbeitsbedingungen der Flößer und die enormen wirtschaftlichen Herausforderungen für die Unternehmer. Auf riesigen Flößen von über 200 Meter Länge und bis zu 60 Meter Breite wurden über Jahrhunderte gewaltige Mengen Holz vom Schwarzwald, den Vogesen, Frankenwald und Spessart über den Rhein und seine Nebenflüsse in die Niederlande transportiert, wo das Material vor allem für den Schiffbau verwendet wurde.

Zur Steuerung wurden 500 Mann benötigt, die mehrere Wochen auf den „schwimmenden Inseln“ lebten, dort beköstigt und untergebracht werden mussten. Zurück ging es dann unter widrigen Bedingungen auf Schusters Rappen. Scheuren berichtete über die Gefahren, die mit dieser Art der Schifferei verbunden waren, ebenso wie die logistischen Herausforderungen und den großen Kapitaleinsatz, den nur vermögende Unternehmerfamilien aufbringen konnten.

Elisabeth Berg, Tochter des früheren Rheinbreitbacher Zimmerermeisters Anton Waldorf, ergänzte, dass ihr Vater noch in den 1960er Jahren Flößer-Holz in Mainz unter anderem für den Rheinbreitbacher Kirchturm beschafft habe, das dann mit einem Begleitboot schwimmend bis zum Lagerplatz am hiesigen Rheinufer transportiert wurde.