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Wochen-Kurier Verbandsgemeinde Unkel
Ausgabe 7/2026
Vereine und Verbände
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Mit Köpfchen statt Muskelkraft

Vom Rathausbalkon aus ließen Prinz Rainer und Prinzessin Sabine Kamelle auf die jubelnden Jecken regnen. Nach der außergewöhnlich schnellen Rathauserstürmung regieren die Tollitäten bis Aschermittwoch mit Narretei und Frohsinn in Erpel.

Närrischer Handstreich beim Rathaussturm in Erpel

Die Rathauserstürmung gehört in Erpel seit vielen Jahren fest zum karnevalistischen Brauchtum und markiert traditionell den Übergang vom Sitzungs- zum Straßenkarneval. Symbolisch übernehmen die Jecken für die letzten Tage der Session die Macht im Ort: Der Bürgermeister wird bis Aschermittwoch „entmachtet“, der Rathausschlüssel den Tollitäten überlassen. In dieser Zeit regieren Narretei und Frohsinn.

Auch am Sonntag, 08.02.2026, zog die Große Erpeler Karnevalsgesellschaft 1905 e. V. (GEK) mit Stadtsoldaten, Garden, Elferrat und dem Jubiläumsprinzenpaar Rainer und Sabine zum Rathaus, um den Straßenkarneval einzuläuten. Doch die Erstürmung verlief in diesem Jahr ungewöhnlich schnell und dürfte als eine der kürzesten in Erinnerung bleiben.

Üblicherweise liefern sich die Narren und die Rathausverteidiger um Ortsbürgermeister Günter Hirzmann ein humorvolles Wortgefecht, begleitet von der Gaskanone. Doch noch bevor sich die Rathausverteidiger verschanzen konnten, hatten zwei eingeschleuste Stadtsoldaten bereits den Schlüssel übernommen – der entscheidende Moment der Erstürmung.

Binnen weniger Augenblicke öffneten sich die Türen für das Prinzenpaar, das vom Rathausbalkon aus Kamelle auf die jubelnde Narrenschar regnen ließ. Im Anschluss lud der Ortsbürgermeister zu einem Empfang ins Rathaus ein. Höhepunkt war der Eintrag des Prinzenpaares in das Goldene Buch der Ortsgemeinde.

Parallel begann vor dem Rathaus das Biwak der Stadtsoldaten. Bei Gulasch aus der Gulaschkanone, kalten Getränken und Karnevalsmusik wurde bis in die Abendstunden gefeiert. Einmal mehr zeigte sich dabei, was den Erpeler Karneval ausmacht: gelebtes Brauchtum, Gemeinschaft und die gelungene Verbindung von Ausgelassenheit und Tradition.