v. l.: Hans J. Freund, Jörg Buchmüller, Dieter Beschoner, Andreas Schwager, Uwe Kochems
Seit über 60 Jahren herrscht in der alten und freien Herrlichkeit am Samstag vor dem Großen Karnevalszug die närrische Gerichtsbarkeit – und auch am 14.02.2026 blieb kein Auge trocken und kein Schunkelbein still.
Ab 13:00 Uhr waren die Uniformierten der Großen Erpeler Karnevalsgesellschaft 1905 e. V. (GEK) im Ort unterwegs. Stadtsoldaten, Ehrengarde, Elferrat und Prinzenteam kontrollierten Straßen, Häuser und die Erpeler Bevölkerung. Wer gegen die närrische Ordnung verstoßen hatte, wurde „verhaftet“.
Das Hohe Gericht tagte traditionell im Verhaftungslokal „Om Maat“. Richter Dieter Beschoner leitete mit närrischer Strenge die Verhandlungen. Unterstützt wurde er von den Staatsanwälten Uwe Kochems und Andreas Schwager sowie Verteidiger Jörg Buchmüller. Der Saal war bestens gefüllt, die Stimmung hervorragend und die Wortgefechte sorgten für viele Lacher.
Unter den Angeklagten fanden sich mehrere Kommunalpolitiker aus der Region sowie Vertreter örtlicher Vereine und befreundeter Karnevalsgesellschaften. Auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger mussten sich der närrischen Justiz stellen.
Das Gericht war bestens vorbereitet: Vorladungen waren verschickt, Delinquenten wurden teils stilecht im Gefängniswagen vorgeführt. Nach dem Schuldspruch verhängte der Richter kreative Strafen zugunsten von Gesellschaft und Ortsgemeinde – doch traditionell konnten sich die Verurteilten durch ein angemessenes „Schmiergeld“ freikaufen.
Am Ende stand ein prall gefülltes Verhaftungslokal und ein gelungener Auftakt in die närrische Hochsaison in Erpel.