Reserve-Siegerin in Krefeld und Nummer 2 Kuh in Deutschland in der Zuchtwrtschätzung Etille Stefan Heinze, Weisel (hier das Bild aus 2019, wo sie Rassesiegerin in Fließem war). Fotos: Heinrich Schulte
Am 4. Februar 2026 fand der traditionelle Agrartag in Rettert statt, dies ist eine Gemeinschaftsveranstaltung des landwirtschaftlichen Vereins Rhein-Lahn und der Züchtervereinigung Koblenz e. V. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Heiko Weber fanden anschließend die Vereinsregularien statt. Die Veranstaltung wurde mit drei Fachvorträgen ausgeschmückt.
Zum ersten Vortrag konnten wir Herrn Dr. Thomas Priesmann, Dienstleistungszentrum ländlicher Raum Eifel, Bitburg zum Thema: „Neue Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung bei Milchkühen gewinnen“. In seinem Vortrag schilderte er warum ein Systemwechsel erforderlich sei.
So wird zukünftig umsetzbare Energie (ME) anstelle von Nettoenergie Laktation (NEL) berücksichtigt, da die bisherigen Bedarfswerte für Erhaltung und Milchleistung nicht mehr dem aktuellen Kenntnisstand entsprechen.
Welche größeren Konsequenzen ergeben sich durch die Umstellung:
| - | Der Erhaltungsbedarf der Milchkuh wurde unterschätzt |
| - | Der Leistungsbedarf wurde überschätzt |
| - | Nur ein System für alle Wiederkäuer und alle Nutzungsrichtungen |
| - | Aus XP, XF, XL, XA wird zukünftig CP, CF, CL und CA |
| - | Der Einfluss des Futteraufnahmevermögens (FAN) wird berücksichtigt. |
Nach der Mittagspause stand uns Jürgen Mohr vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Westerwald-Osteifel, Montabaur zum Thema: „Aktuelles rund um die Landwirtschaft“ zur Verfügung.
Der Schwerpunkt seines Vortrages lag im Bereich Pflanzenschutz- und Biozidrecht.
Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln müssten im Bereich der Dokumentation seit Jahresbeginn weitere Parameter erfasst werden. Mit Verschiebung auf den 01.01.2027 müssen Anwender von Pflanzenschutzmitteln Ihre Dokumentation digital in maschinenlesbarem Format vorliegen haben.
Im zweiten Teil wurde der zukünftige Umgang im Rodendiziden angesprochen. So sieht der Gesetzgeber vor, dass hier zukünftig Weiterbildungsmaßnahmen zu absolvieren sind um dann Ködern weiter auslegen zu dürfen.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete der Vortrag von Heinrich Schulte (Landwirtschaftskammer RLP) mit dem Bericht aus der MLP 2025 und den Aktivitäten der Züchtervereinigung Koblenz im Rhein-Lahn-Kreis.
2025 sank die Zahl der unter Milchkontrolle stehenden Betriebe auf 31 (-4), bei den organisierten Fleischrinderhaltern auf fünf (-2). Die Blauzungenkrankheit BTV-3 im Sommer 2024 führte zu erheblichen Leistungseinbußen, Fruchtbarkeitsproblemen und nicht lebensfähigen Kälbern - vorwiegend in ungeimpften Beständen. Das Angebot an Milch und Rindfleisch ging zurück, die Erzeugerpreise stiegen deutlich.
Ab Herbst 2025 erhöhte sich das Milchaufkommen jedoch wieder spürbar (teils +6 % zum Vorjahr), wodurch die Preise im Handel sanken. Rindfleisch bleibt weiterhin knapp. Durch Betriebsaufgaben stieg die durchschnittliche Herdengröße im Kreis auf knapp 80 Kühe (19 unter Landesdurchschnitt). Die Milchleistung liegt mit 9.659 kg (4,09 % Fett, 3,47 % Eiweiß) weiter über dem Landesniveau, wenn auch 113 kg unter Vorjahr. 14 Kühe überschritten die Marke von 100 000 kg Milch in der Lebensleistung.
Erfolgreich zeigen sich auch die Fleischrinderzüchter Forst GbR, Eschbach, und Stefan Heinze, Weisel, mit Spitzenplatzierungen bei Verbands- und Bundesschauen. Besonders erwähnenswert ist, dass in den Top-Zuchtwertlisten Limousin in Deutschland Bullen und Kühe unter den ersten zehn aus dem Rhein-Lahn-Kreis aus den Zuchten Stefan Heinze, Weisel und Gerhard Beilstein, Welterod, vertreten sind.
Ausblick: Am 21. Juni 2026 findet in Nastätten der „Tag der Landwirtschaft“ mit Rassedemonstration statt.
Verfasser:
Jürgen Mohr für den landwirtschaftlichen Verein Rhein-Lahn,
Heinrich Schulte für die Züchtervereinigung Koblenz e. V.