Nassau/Bahamas. Mit einer feierlichen Zeremonie im Exekutivbüro des Tourismusministeriums ist am Montag, 30. März 2026, die Städtepartnerschaft zwischen Nassau auf den Bahamas und Nassau an der Lahn in Deutschland offiziell besiegelt worden. Vertreter beider Städte hoben dabei die lange gemeinsame Geschichte sowie die Chancen einer engeren Zusammenarbeit hervor.
Die Veranstaltung begann um 13 Uhr Ortszeit unter der Moderation von Joshua Robins. Nach der Begrüßung durch Permanent Secretary Lisa Anderson gab Director General Latia Duncombe einen Überblick über den bisherigen Entwicklungsstand der Partnerschaft. Im Anschluss ordnete Stadtbürgermeister Manuel Liguori aus Nassau (Deutschland) die Beziehungen historisch ein, bevor Ministerin Ginger Moxey die inhaltlichen Schwerpunkte der künftigen Kooperation vorstellte. Der stellvertretende Premierminister und Tourismusminister I. Chester Cooper betonte abschließend die Bedeutung der Partnerschaft und sicherte seine Unterstützung zu.
Höhepunkt der Zeremonie war die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde durch Ministerin Ginger Moxey und Stadtbürgermeister Manuel Liguori. Begleitet wurde der Akt von einem Austausch symbolträchtiger Gastgeschenke: Die bahamaische Delegation erhielt unter anderem einen limitierten Kunstdruck mit Ansichten der deutschen Schwesterstadt sowie Bildbände über Nassau an der Lahn. Die deutsche Delegation nahm im Gegenzug eine Münzsammlung zum 25. Unabhängigkeitsjubiläum der Bahamas sowie ein Bildband über die Inselwelt entgegen.
Historische Wurzeln im 17. Jahrhundert
In seiner Rede spannte Stadtbürgermeister Manuel Liguori einen weiten historischen Bogen. Er erinnerte daran, dass die Hauptstadt der Bahamas seit dem Jahr 1694 den Namen „Nassau“ trägt – benannt nach der deutschen Stadt an der Lahn. Die Umbenennung von Charlestown erfolgte zu Ehren von König Wilhelm III. von Oranien-Nassau.
Liguori zeichnete zudem die Entwicklung der Beziehungen zwischen beiden Städten nach. Bereits seit den 1960er-Jahren habe es regelmäßige Besuche und Begegnungen gegeben, angestoßen durch den damaligen Bürgermeister Paul Schneider. Weitere Delegationsreisen und gegenseitige Einladungen hätten die Verbindung über Jahrzehnte geprägt, bevor sie zeitweise abebbte und Ende der 1990er-Jahre neu belebt wurde.
Besondere Symbole dieser Freundschaft seien unter anderem der „Nassau/Lahn-Weg“ auf den Bahamas sowie die „Bahamas Lane“ in Nassau an der Lahn. Auch kulturelle Geschenke wie eine Holzskulptur aus dem Jahr 2009 unterstreichen die Verbundenheit. Liguori betonte, dass die nun offiziell besiegelte Partnerschaft auf diesem gewachsenen Fundament aufbaue und neue Impulse setzen solle.
Vier zentrale Säulen der Zusammenarbeit
Die Partnerschaftsurkunde definiert klare Schwerpunkte für die zukünftige Kooperation. Im Mittelpunkt steht zunächst der kulturelle Austausch, der Kunst, Bildung und Traditionen beider Städte miteinander verknüpfen soll. Ziel ist es, gegenseitiges Verständnis und Wertschätzung zu fördern.
Ein weiterer Fokus liegt auf der wirtschaftlichen Entwicklung. Beide Städte wollen insbesondere im Tourismus sowie im Handel enger zusammenarbeiten und dabei nachhaltige sowie innovative Ansätze verfolgen.
Große Bedeutung kommt zudem der Bildungs- und Jugendarbeit zu. Austauschprogramme und gemeinsame Initiativen sollen junge Menschen international vernetzen und Werte wie Toleranz und Weltoffenheit stärken.
Ergänzt wird dies durch die Zusammenarbeit im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit. Beide Städte planen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Lösungen für Umweltfragen zu entwickeln.
Startschuss für eine vertiefte Zusammenarbeit
Zum Abschluss seiner Rede zeigte sich Stadtbürgermeister Liguori überzeugt, dass die Partnerschaft für beide Seiten bereichernd sein werde. Die feierliche Unterzeichnung markiere den Beginn einer neuen Phase der Zusammenarbeit, getragen von einer gemeinsamen Geschichte und dem Blick in eine vernetzte Zukunft.