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Verbandsgemeinde Bad Ems aktuell
Ausgabe 19/2019
Behördliche Nachrichten
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Das Gesundheitsamt informiert

Zecken fallen nicht von den Bäumen!

Die Gefahr für Zeckenstiche wächst Jahr für Jahr. Viele Menschen nutzen das gute Wetter für Spaziergänge, Radtouren, Besuche am Baggersee und Picknicks. Überall können sie so mit den kleinen Blutsaugern in Kontakt kommen.

Der Stich einer Zecke ist schmerzlos und wird daher nicht unmittelbar bemerkt. Auch ist nicht die Zecke selbst das eigentlich Bedenkliche - sie mag zwar lästig sein, ist aber im Grunde harmlos. Gefährlich können dagegen Bakterien und Viren werden, die viele Zecken in sich tragen. Zwei Arten von Erkrankungen sind in Europa von besonderer Bedeutung: die Borreliose und die FSME. Die FSME wird durch ein Virus, die Borreliose durch ein Bakterium verursacht. Beide Infektionen können zur Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns, der Nerven und des Rückenmarks führen.

Eine FSME beginnt meist mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und kann daher leicht für eine Grippe gehalten werden. Das erste Anzeichen einer Borreliose ist häufig eine ringförmige Rötung der Haut um die Einstichstelle oder an anderen Körperstellen.

Das Hauptproblem:

Gegen die FSME gibt es keine kausale Therapie. Das bedeutet, dass man den Krankheitserreger nicht mit spezifischen Medikamenten bekämpfen kann. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, können nur noch die Symptome behandelt werden.

Der Rhein-Lahn-Kreis selbst gilt nicht als FSME- Gebiet, die Gefahr sich deshalb hier anzustecken ist sehr gering. Für Einwohner des Rhein-Lahn-Kreises besteht jedoch durch Aufenthalte in so genannten Risikogebieten (z.B. Bayern, Saarpfalz, Hessen, Baden-Württemberg, Österreich, Polen...) auch Infektionsgefahr.

Aus diesem Grund gilt:

Vorbeugen hilft!

„Wer Hirn hat soll es schützen! Vor FSME“ - so lautet deshalb eine Aktion des FSME-Netzwerk Deutschland e.V. (nähere Informationen unter www.fsme-netzwerk.de)

Gegen die FSME gibt es eine wirksame und gut verträgliche Schutzimpfung. Diese Impfung wird allen Menschen empfohlen, die in einem FSME-Risikogebiet leben oder dorthin verreisen und die sich gern in der freien Natur aufhalten. Für einen vollständigen Impfschutz braucht man drei Teilimpfungen. Nach der dritten Injektion sollte die erste Auffrischung nach 3 Jahren erfolgen, die weiteren alle 5 Jahre.

Eine Schutzimpfung gegen Borreliose gibt es bisher nicht. Die Infektion ist jedoch mit Antibiotika behandelbar. Die Behandlung sollte so früh wie möglich beginnen. Wichtig ist daher vor allem, eine Borreliose frühzeitig zu erkennen. Ihr auffälligstes Merkmal ist die so genannte Wanderröte, eine großflächige Rötung im Bereich der Einstichstelle. Es gibt allerdings Fälle, in denen eine Borreliose ohne Wanderröte verläuft und Gelenkbeschwerden oder neurologische Schädigungen hervorruft.

Wichtig ist im Bezug auf die Borreliose vor allem Folgendes:

Nach einem Aufenthalt im Freien sollte man sich gründlich nach Zecken absuchen und diese schnell entfernen. Dazu eignet sich eine spitze Pinzette, mit der man das Tier nah an der Haut packt und vorsichtig hinauszieht - ohne dabei den Hinterleib zu quetschen. Je kürzer die Zeit, in der eine Zecke saugen konnte, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Borreliose.

Vorsicht ist also in jedem Fall angebracht - Panik dagegen nicht.

Wer einige wichtige Punkte, wie z.B. die richtige Kleidung und die genaue Betrachtung des Körper nach einem Aufenthalt in der freien Natur, beachtet, kann den Sommer völlig unbeschwert in Wald und Wiese genießen. Aus Angst vor Zecken die schöne Jahreszeit im Haus zu verbringen, lohnt sich jedenfalls nicht.

Besser:

Eine Schutzimpfung gegen FSME bei Reisen in Risikogebiete und etwas Achtsamkeit im Bezug auf Borreliose.