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Bad Ems-Nassau aktuell, Ausgabe Bad Ems
Ausgabe 2/2020
Öffentliche Bekanntmachungen und sonstige Mitteilungen
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Auf ein Wort… zum Jahresbeginn

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

„das Jahresende ist kein Ende und kein Anfang, sondern ein Weiterleben mit der Weisheit, die uns die Erfahrung lehrt“. Dieses sicherlich weise Zitat des amerikanischen Schriftstellers und Publizisten Hal Borland bringt es auf den Punkt: Die Zeit wie das Leben sind durchgängig und machen auch vor keinem vermeintlich wichtigen Datum Halt. Dennoch ist es wichtig in gewissen zeitlichen Abständen inne zu halten, Luft zu holen und die Ruhe zu finden, nachzudenken, um zurückliegende Dinge zu verarbeiten und Kraft zu tanken, den nächsten Zeitabschnitt und damit das neue Jahr mit all seinen vielen Überraschungsmomenten anzugehen.

Rückblickend war 2019 sicher die Kommunalwahl ein besonderes Ereignis, die uns einen neuen, kleineren Gemeinderat mit nur noch 12 statt 16 Ratsmitgliedern bescherte. Auch ich durfte mich über meine Wiederwahl als Ortsbürgermeister freuen und danke Ihnen allen für das große in mich gesetzte Vertrauen. Der Umbau und die Modernisierung unseres Bahnhofs durch die DB-Netz prägten die baulichen Aktivitäten mitten in unserem Dorf. Alle beteiligten Firmen lobten das Verständnis und die Geduld, die ihnen vor allem von den unmittelbar betroffenen Anwohnern entgegengebracht wurden. Unsere neue Bahnstation, die wir am 29.11.2019 einweihen durften, kann sich sehen lassen. Das dörfliche Leben war letztes Jahr neben den Karnevalsveranstaltungen und der Kirmes geprägt vom 50jährigen Jubiläum unseres Schützenvereins, aber auch von den vielen kleineren Feierlichkeiten unserer Vereine. Fast mit dem Jahreswechsel wird der Traum unserer Feuerwehr nun tatsächlich war: Am 13. Januar 2020 beginnen die Bauarbeiten für das neue Gerätehaus hinter der Sporthalle. Auch hier darf ich die Anlieger, aber auch die Nutzer der Sporthalle wegen der zumindest vorerst komplett wegfallenden Parkplätze schon jetzt um Verständnis dafür bitten, dass diese Baumaßnahme nicht ohne Belastungen und Einschränkungen von statten gehen wird. Im Frühjahr werden wir gemeinsam mit den Verbandsgemeindewerken die Jahnstraße ausbauen. In einer Anliegerversammlung Mitte Januar werden wir den Ablauf der Maßnahme mit den Anwohnern besprechen. Die zur Gemeindestraße herabgestufte Nieverner Straße (ehemalige K1) soll in den (schlimmsten) Teilbereichen mit einer neuen Teerschicht versehen werden. Unsere gemeinsame Kindertagesstätte Fachbach-Miellen-Nievern platzt aus allen Nähten und muss um 2 Gruppen erweitert werden. Wir beteiligen uns mit einem nicht unerheblichen Beitrag in Höhe von 690.000 € an den insgesamt knapp 2,s Mio € teuren Gesamtkosten.

Eine Entscheidung war zu treffen, die dem Gemeinderat nach Abwägung aller Gegebenheiten nicht leichtgefallen ist, da das eigene Personal davon berührt ist. Mit Ablauf des letzten Jahres wurde der gemeindliche Bauhof aufgelöst. Wie bei anderen Gemeinden werden diese Aufgaben seit dem 01.01.2020 vom Bauhof der Stadt Bad Ems mit übernommen. Hintergrund der Entscheidung ist die Tatsache, dass der anhaltende Personalausfall bei den vielen zu erledigenden Arbeiten in unserer Gemeinde nicht mehr zu kompensieren war und ist. Über den Städt. Bauhof ist nicht nur die laufende Zuteilung eines festen Mitarbeiters, sondern auch dessen Vertretung bei Abwesenheit gesichert. Bei Bedarf kann auch auf die technischen Geräte des Städt. Bauhofes zurückgegriffen werden.

Bei dieser Entscheidung - wie im Übrigen auch bei allen anderen - ist in erster Linie das Wohl der Gemeinde voranzustellen, auch wenn dabei im Einzelnen Härtefälle nicht auszuschließen sind. Eine glückliche Fügung in dieser Zeit war das große ehrenamtliche Engagement, mit dem die Gemeinde in ihrer Alltagsarbeit unterstützt wurde. Ob Heckenschneiden, Rasenmähen, Abfallkörbe und Sinkkästen leeren, Arbeiten auf dem Friedhof und den Kinderspielplätzen erledigen etc. Überall war man bereit, zu helfen. Oft ist es nur eine Frage, ein Aufruf über „Whats App“ - und schon findet sich eine Helfertruppe. Hierfür kann ich gar nicht oft genug danke sagen, vor allem weil alle bereit sind, weiter mit zu machen. Überhaupt sind es ja die vielen im Hintergrund ablaufenden Dinge, die unsere Dorfgemeinschaft mit ihren Vereinen, der Feuerwehr und Organisationen, aber auch der privaten Initiativen so wertvoll machen.

Steigen wir also jetzt ein in die 20er Jahre des 21. Jahrhunderts und hoffen wir darauf, dass der Mensch sich besinnt, wie begrenzt und kostbar die Ressourcen der Erde sind. Manchmal kann einem da schon Angst und Bange werden, ob des Egoismus, der da bei vielen vorherrscht.

Erhalten wir uns aber auch die ebenso kostbaren Ressourcen des menschlichen Miteinanders, des Zusammenhalts in unserer Dorfgemeinschaft, in unseren Familien und Partnerschaften.

Dies ist mein größter Wunsch zu Beginn des Neuen Jahres, auch wenn der indische Philosoph und Nobelpreisträger Rabindranath Tragore einmal gesagt hat: „Wer keinen Wunsch hat, ist dem Glück bereits ziemlich nahe“.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Glück, Gesundheit und einen guten Start in das Jahr 2020.

Ihr

Lutz Zaun, Ortsbürgermeister