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Bad Ems-Nassau aktuell, Ausgabe Bad Ems
Ausgabe 21/2020
Amtlicher Teil
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Neubau des Hochbehälters „Eisenbach“

Der bestehende Hochbehälter 

Skizze des neuen Hochbehälters

Geschichte des Versorgungsgebietes „Eisenbach“

Das Versorgungsgebiet „Eisenbach“ erstreckt sich vom Wohngebiet „Große Wiese“ entlang der L329 bis zum Ortsausgang Bad Ems in Richtung Arzbach. Nach Inkrafttreten des Wasserhaushaltsgesetzes im Jahr 1957 wurde es sukzessive von der Stadt Bad Ems übernommen. Bis dahin befand sich die Wasserversorgung vollständig in der Hand eines Unternehmens. Der Bergbau- und Hüttenbetrieb wurde bereits 1945 nach einem Stromausfall und der damit verbundenen Flutung der Bergwerksstollen eingestellt.

Als Gewinnungsanlagen dienten damals zum Beispiel die Quellen Steinige Bach und der Stollen Eisenbach, die Quellen und der Stollen Hunert (Kohlschied), sowie verschiedene austretende Grubenwässer. Von Trinkwasser im heutigen Sinne konnte man zu Zeiten des Bergbau- und Hüttenbetriebes allerdings nicht sprechen.

Bestehender Hochbehälter „Eisenbach“

Der Hochbehälter „Eisenbach“ wurde 1962/63 als erdüberdeckter Gegenbehälter/Durchlaufbehälter mit zwei Kammern à 275 m³ Inhalt errichtet. Die Speisung des Hochbehälters erfolgte bis 2009 direkt von den Quellen und dem Stollen Eisenbach. Diese Rohwässer wurden im Hochbehälter zu Trinkwasser aufbereitet.

Eine indirekte Speisung über das Versorgungsnetz erfolgte bis Ende der 80er-/Anfang der 90er-Jahre durch die Quellen und den Stollen Hunert und die Wasseraufbereitungsanlage (WAB) Fachbacher Stollen. Zwischen 2009 und 2015 wurde der Hochbehälter als Gegenbehälter zum Versorgungsnetz ausschließlich von der WAB Fachbacher Stollen gespeist. Seit 2015 erfolgt die Speisung des Hochbehälters, als Gegenbehälter zum Versorgungsnetz, zu 90% aus der Wasseraufbereitungsanlage Kunzbach. 10% werden weiterhin von der WAB Fachbacher Stollen bereitgestellt.

Neubau Hochbehälter „Eisenbach“:

Bereits im Jahr 2009 wurde an dem bestehenden Hochbehälter „Eisenbach“ durch ein Gutachten Sanierungsbedarf festgestellt, 2014 lag ein Sanierungskonzept vor. Darin war eine umfangreiche Sanierung des Hochbehälters vorgesehen, um bauliche und betriebliche Mängel zu beheben. Da hierfür jedoch sehr hohe Kosten zu erwarten waren, wurde die Sanierung zugunsten eines Neubaus verworfen.

Der Neubau soll oberhalb des bestehenden Hochbehälters auf dem gleichen Betriebsgelände erfolgen. Standortalternativen wurden erwogen, weil aufgrund der beengten Platzverhältnisse auf dem vorhandenen Betriebsgelände nur ein oberirdischer Behälter errichtet werden kann. Andere Standorte hätten zwar den Bau eines kostengünstigeren erdüberdeckten Behälters ermöglicht, dafür wären aber wesentlich höhere Aufwendungen für den Rohrleitungsbau zum Versorgungsgebiet entstanden. Die Alternativen wurden deshalb verworfen.

Der Neubau an einem 5 m höheren Standort führt im Versorgungsnetz zu einem statischen Druckanstieg von ungefähr 0,5 bar. Dies verbessert die Versorgungssituation in den höher gelegenen Straßenzügen „Mercurstraße“, „Glückaufstraße“, “Austerstücke“ und „Kellersweiden“. Das Volumen des Behälters bleibt mit 550 m³ gleich.

Die geschätzten Kosten für den Neubau des Hochbehälters „Eisenbach“ belaufen sich für den Rohrleitungs-, Tief-, Stahlbeton- und Hallenbau, den Anlagen- und Behälterbau, den Schaltanlagenbau, die elektrische Mess-, Steuer- und Regelungstechnik und den Rückbau des alten Hochbehälters auf insgesamt rd. 2,2 Millionen € brutto.