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Bad Ems-Nassau aktuell Ausgabe Bad Ems
Ausgabe 22/2026
Öffentliche Bekanntmachungen und sonstige Mitteilungen
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Bechelner Wald – Potential und Herausforderung

13 Personen waren am 02. Mai der Einladung zum Waldbegang mit Förster Jonas Fröhlich gefolgt. Einige Gemeinderatsmitglieder, Bürger aus Becheln und die Jägerschaft hatten sich bei schönem Sonnenschein am Friedhofsparkplatz um 10.00 Uhr getroffen. Von dort ging es zuerst zum Bechelner Bahndamm. Dort erzählte der Förster, was er für dieses Jahr im Bereich des Wegebaus geplant hat. Der Weg soll auf einer Länge von ca. 1,9 km mit Material aufgefüllt werden, da die Tragschicht größtenteils komplett abgenutzt ist und der Unterbau zum Vorschein kommt. Die Kosten werden auf ca. 33.200 € geschätzt, wovon ca. 19.500 € als Förderung vom Land möglich sind. Im Bereich des Staatswaldes soll der Weg ebenfalls auf einer Länge von 1,1 km saniert werden. Die Arbeiten sind für die Monate August bis Oktober geplant, so dass der Weg am Bahndamm anschließend wieder sehr gut nutzbar sein wird.

 

Anschließend gingen wir auf die Waldfläche, die zwischen der L333 und der K8 liegt. Schon 2023 schauten wir uns diese Fläche an, da dort aufgrund von Windwurf, Trockenschäden und Borkenkäferbefall eine große Kalamitätsfläche entstand. Nach der Käferholzernte wunderten wir uns, warum der Forst einzelne Lärchen dort stehen ließ. Nun konnten wir den Grund sehen. Viele kleine Lärchen waren zu sehen, eine sogenannte Naturverjüngung, die im Gegensatz zur Pflanzung nicht nur kostenlos, sondern auch standortangepasst und robuster ist. Trotz der veränderten Klimaverhältnisse ist das Ziel: ein stabiler und zukunftssicherer Mischwald.

Deswegen wurden dort zusätzlich rund 14.000 € in die Wiederaufforstung mit Eiche, Nussbaum, Kirsche, Ahorn und Weißtanne investiert.

 

Unser Förster erklärte uns einiges zur Entwicklung der einzelnen Baumarten. Einige wachsen schneller, andere benötigen mehr Zeit und auch mehr Pflege und Schutz. Der Großteil der Kosten entstand für den Verbissschutz der Pflanzen. Auch hierbei gibt es für verschiedene Baumarten unterschiedliche Varianten. Im Jahr 2022 wurde hauptsächlich mit Wuchshüllen aus Kunststoff, den Tubex gearbeitet. Mittlerweile sind Varianten aus Holz gut verfügbar. Diese ökologischere Form wurde bei der Frühjahrespflanzung der 400 Weißtannen im Zuge der Vorausverjüngung von Laubalthölzern verwendet.

An diesem Waldstandort kam die Frage auf, warum so kleine Pflanzen (ca. 15-20 cm) gepflanzt wurden. Grund dafür ist die Anpassung der kleinen Tanne an den Standort, ein besseres Wurzelwachstum und dadurch eine höhere Stabilität sowie höhere Anwuchsprozente.

Positiv zu vermelden ist auch, dass die forstbehördliche Stellungnahme, die Anfang des letzten Jahres erstellt wurde, besser ausgefallen ist. Dieses waldbauliche Gutachten stützt sich auf die feststellbaren Verbissschäden an jungen Bäumen. Gerade die Aufforstung als Mischwald ist schwieriger, da Rehe die selteneren Baumarten wie z.B. die Eiche als besondere Köstlichkeit empfinden. Deshalb werden die Nebenbaumarten häufiger verbissen als die Hauptbaumart Buche, was zu einer Entmischung führen kann.

Im Jahr 2023 wurde unser Wald im Gutachten als „erheblich gefährdet“ eingestuft, nun liegen wir bei „gefährdet“. Zu verdanken ist das der guten Zusammenarbeit von Forst und unseren Jagdpächtern.

Nach fast 2-stündiger sehr informativer Waldbesichtigung waren sich alle Beteiligten einig, dass die Pflege und der Erhalt des Waldes und der Wege echte Herausforderungen darstellen, die nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Forst, Jägerschaft und Gemeinde gemeistert werden können, damit unser Wald auch für die kommenden Generationen erhalten bleibt.

Vielen Dank an alle Teilnehmenden für das Interesse und den gemeinsamen Austausch.

Ihre Michaela Lehmler, Ortsbürgermeisterin